Die Luftwaffe bereitet sich auf den Kaltstart vor
Landes- und Bündnisverteidigung- Datum:
- Ort:
- Kalkar
- Lesedauer:
- 3 MIN
Eine Zeitenwende steht den Angehörigen des Zentrums Luftoperationen bevor: Ab Februar 2025 wird die größte Dienststelle am Standort Kalkar-Uedem mit neuer Struktur als wichtige deutsche Einsatzkomponente in der Landes- und Bündnisverteidigung etabliert.
The best is yet to come: Das neu aufgestellte Air Component Command in Kalkar/Uedem ersetzt das Zentrum Luftoperationen
Bundeswehr/Marvin InkDie Umwandlung der Struktur des Zentrums Luftoperationen in das Air Component Command (ACC) ist ein bedeutender Schritt in der Re-Fokussierung der Bundeswehr auf die Landesverteidigung. Durch Annäherung an die NATO-Struktur gewinnt der Standort deutlich an Bedeutung als zentrales operatives Führungszentrum. Was hat sich grundsätzlich verändert und was ist geblieben?
Im Vergleich zum vorherigen Auftrag stellt das ACC besonders im Rahmen der Landesverteidigung nun einen ständig aktivierten Gefechtsstand – ein „Standing JFAC“ – für die Planung und Führung von Luftoperationen, das Joint Force Air Component Headquarters (JFAC HQ).
Die Dienststelle hatte innerhalb der Luftwaffe bis dato bereits eine zentrale Rolle auf der obersten taktischen Ebene eingenommen und wird dies auch in Zukunft als ACC tun. Es nutzt die vorhandenen Synergiepotenziale, verschlankt Strukturen und erhöht die Kaltstartfähigkeit. Wesentlich ist auch der Schritt hin zu einer verbesserten Kompatibilität mit den Bündnispartnern. Landesverteidigung ist immer auch Bündnisverteidigung und deswegen ist es wichtig, auch in den Strukturen anschlussfähig an die NATO-Partnernationen zu sein.
Ohne lange Vorwarnzeit ist das frisch etablierte Planungsteam unmittelbar handlungsfähig und kann zu jeder Zeit das Führen von Luftstreitkräften gewährleisten – und dies nicht nur bei Aktivierung durch die NATO. Dabei stützt sich das neue ACC auf die unterstellten Verbände des Flugführungsdienstes, der mit seinen Gefechtsständen den deutschen Luftraum ständig überwacht und auf die Geschwader in ganz Deutschland, um Schutz- und Verteidigungsmaßnahmen zu koordinieren.
Bei Air Defender 23 ist das JFAC in Kalkar für die Übungsflüge in ganz Deutschland von wichtiger Bedeutung.
Bundeswehr/Marvin Hofmann
Die Luftwaffe stellt im Control and Reporting Center (CRC) des Einsatzführungsbereich 2 den Schutz des deutschen Luftraums sicher
Bundeswehr/Alexander GolzErgänzend wird es im ACC zukünftig ein Lage- und Führungszentrum geben, das die territoriale Flugkörperabwehr Deutschlands im Dauerbetrieb koordiniert und führt. Eine weitere wichtige Fähigkeit ist die Planung und Führung von Luftoperationen der Spezialkräfte in der Landesverteidigung sowie in abgestufter Bereitschaft auch für Bündnisaufgaben. Das Air Component Command gewährleistet weiterhin die Aus- und Weiterbildung von nationalem/ internationalem Personal im Bereich Luftoperationen.
Wie bereits das Zentrum Luftoperationen ist das ACC mit dem Air Intelligence Centre der Luftwaffe (AIC Lw) für die Bereitstellung von Informationen und Analysen im militärischen Nachrichtenwesen für die Luftwaffe zuständig. Der Betrieb des AIC verläuft unabhängig von Missionen im Gefechtsstand und das Personal leistet dauerhaft einen bedeutsamen Beitrag für die deutschen Nachrichtendienste. Das Geoinformationszentrum Luftwaffe versorgt die Gefechtsstände und Verbände der Luftwaffe mit meteorologischen und geografischen Daten für den Einsatz- und Übungsbetrieb.
Die internen organisatorischen Planungen und Abstimmungen des Mammutprojekts „Umgliederung“ und die zeitgleiche Übernahme neuer Aufgaben haben das Zentrum Luftoperationen über viele Monate beschäftigt. Zum 1. Januar 2025 ist es aber soweit: Das Zentrum Luftoperationen wird offiziell in Air Component Command umbenannt. Ab dem 1. Februar 2025 wird es im Vorgriff auf die endgültige Gliederung, die zum 1. April 2026 eingenommen wird, in einer vorläufigen Arbeitsgliederung seine Arbeit aufnehmen.
von Elke Hartmann