Luftwaffe

Meilenstein beim Next Generation Weapon System

Meilenstein beim Next Generation Weapon System

  • Technik
  • Luftwaffe
Datum:
Ort:
Paris
Lesedauer:
3 MIN

Das Projekt Next Generation Weapon System (NGWSNext Generation Weapon System) kommt einen wichtigen Schritt voran. Deutschland, Frankreich und Spanien haben sich auf Vorgaben und Forderungen an das künftige Waffensystem geeinigt. Generalleutnant Ingo Gerhartz, Inspekteur der Luftwaffe, unterzeichnet gemeinsam mit seinem französischen und seinem spanischen Pendant in Paris eine Vereinbarung mit den Forderungen aller drei Nationen an das NGWSNext Generation Weapon System. Daraus entsteht jetzt ein konkreter Auftrag für die Industrien.

Ein Flugzeug- und ein Drohnenmodell stehen als Studie nebeneinandner.

Ein Vorführmodell des New Generation Fighter wurde erstmals bei der Paris Air Show in Le Bourget 2019 vorgestellt

Bundeswehr/Jane Schmidt

Was ist das NGWSNext Generation Weapon System?

Das NGWSNext Generation Weapon System ist Teil des Future Combat Air System (FCASFuture Combat Air System). Das Projekt wurde ursprünglich von Deutschland und Frankreich initiiert. Mittlerweile ist Spanien als dritter Partner in das Projekt mit eingestiegen. Ziel ist es, ein Luftkampfsystem der neuesten Generation zu entwickeln und einzuführen. 

Teil des System-of-Systems

Im Gegensatz zu den Vorgängersystemen handelt es sich beim NGWSNext Generation Weapon System nicht um eine alleinstehende Plattform. Das Waffensystem setzt sich aus einem zentralen, bemannten New Generation Fighter (NGF), diversen unbemannten Fähigkeitsträgern (Remote Carrier) und einem Informations- und Missionsmanagement System (Air Combat Cloud) zusammen. Das NGWSNext Generation Weapon System wird nicht nur das zentrale Element dieses System-of-Systems darstellen, sondern zusätzlich in den jeweiligen nationalen Future-Combat-Air-Systemverbund (FCASFuture Combat Air System) eingebettet sein. 

Eine Studie von einem Flugzeug steht neben einem Modell einer Drohne.

Air Show in Le Bourget 2019: Das NGWSNext Generation Weapon System mit unbemannten und ferngesteuerten „Remoted Systems“ wird vorgestellt

Bundeswehr/Jane Schmidt

Welche Forderungen gibt es an das NGWSNext Generation Weapon System?

Um seiner Rolle gerecht zu werden, muss das NGWSNext Generation Weapon System einige funktionale Forderungen erfüllen.

Stealth-Eigenschaften

Stealth-Eigenschaften sollen alle taktisch relevanten Signaturen verringern, vornehmlich die Radarrückstrahlung bei der Erfassung durch weiträumige gegnerische Luftraumüberwachung. Dabei hat die Form des Luftfahrzeugs den größten Effekt auf die Stealth-Eigenschaften. Die Form hat sowohl Auswirkungen auf die Reduktion des Radarquerschnitts, um das Flugzeug möglichst nicht sichtbar zu machen, als auch auf die Aerodynamik des Flugzeugs, die nicht zu sehr unter der Form leiden sollte. Das heißt, es gilt den Spagat zwischen hoher Stealth-Fähigkeit und möglichst guter Aerodynamik zu schaffen. 

Elektronischer Kampf

Im Bereich des intelligenten elektronischen Kampfes gibt es einen Wettstreit zwischen Maßnahmen zur Ortung eines Luftziels und Gegenmaßnahmen zum Schutz des Luftfahrzeugs vor Entdeckung. Bei der sogenannten „kognitiven elektronischen Kampfführung“ handelt es sich um ein Konzept maschinellen Lernens, das das Lernverhalten von Lebewesen nachahmen und auf elektronische Systeme übertragen soll.

Steigerung der Wirkung

Grundsätzlich zeigt sich die Leistungsfähigkeit eines Luftfahrzeugs darin, sich gegen andere Flugzeuge und Luftverteidigungssysteme durchzusetzen sowie viele verschiedenartiger Ziele mit hoher Wirksamkeit und zu vertretbaren Kosten zerstören zu können, ohne selbst Schaden zu nehmen. Neben einer Entwicklung verschiedener Antriebsalternativen spielt die Bewaffnung eine zentrale Rolle. So wird das künftige Luftfahrzeug eine hohe Präzision der Luft-Boden-Bewaffnung benötigen als auch Luft-Luft-Waffen mit einer hohen Reichweite.

Vernetzung von Sensordaten

Kennzeichnend für Luftfahrzeuge der fünften Generation sind die Vernetzung der Sensordaten des einzelnen Luftfahrzeugs in ein taktisch-operatives Netzwerk. Dafür werden eine komplexe Software und genug Rechenleistung im Flugzeug benötigt werden, um die großen Datenströmen zu verarbeiten. Daneben ist zusätzlich die Frage nach der Abschirmbarkeit des Gesamtsystems gegen gegnerische elektronische Maßnahmen und Cyber-Angriffe entscheidend.

Zwei Modelle von Drohnen stehen nebeneinander.

Unbemannten Begleitflugzeugen und eine Combat Cloud gehören ebenso zum Next Generation Weapon System

Bundeswehr/Jane Schmidt

Wie geht es weiter?

NGWSNext Generation Weapon System ist ein ambitioniertes Großprojekt und wird mit seiner Einführung das primäre Waffensystem der Nutzerstaaten in der Dimension Luft sein. Ab etwa 2040 soll es dann die Eurofighter- und Rafale-Flotten ablösen. NGWSNext Generation Weapon System ist ein großer Schritt in die Zukunft. Mit dem NGWSNext Generation Weapon System wird das Fähigkeitsspektrum der Waffensysteme Eurofighter und Rafale durch den Multi-System-Ansatz deutlich übertroffen.

von Marc Wolfgang Bedau & Stephan Prietzel