Air Defender 2023 Deutsch
Multinationale Luftoperationsübung in Europa
Übergabe der Freigabeurkunden durch den Abteilungsleiter LufABw 3 an den DARS Commander
BundeswehrWie nahezu täglich der Presse zu entnehmen ist, breiten sich die Wölfe immer weiter in Deutschland aus. Auch in NRW werden schon seit Jahren „Wolfsrudel“ beobachtet. Jetzt wurde auch im Wittgensteiner Land, genauer gesagt in Erndtebrück, ein Wolfsrudel gesichtet. Hierbei handelt es sich aber nicht um den „gefürchteten“ Grauen Wolf, sondern um das NATO DARS mit dem Rufzeichen „Wolfpack“ – Wolfsrudel.
Einweisung des Abteilungsleiters LufABw 3 durch den DARS Commander am System ACCS
BundeswehrDas NATO DARS, ein verlegefähiger Einsatzführungsgefechtsstand, vergleichbar mit dem deutschen DCRC (Deployable Control and Reporting Centre) „Red Hawk“ im Sachsen-Anhaltinischen Holzdorf, ist in Poggio Renatico – mitten in der Emilia Romagna Italiens – stationiert.
Die Container des DARS in Erndtebrück
BundeswehrUm an der Luftwaffenübung AIR DEFENDER 23 (AD23) teil zu nehmen, verlegte das DARS im Mai nach Erndtebrück. Die zugehörigen abgesetzten Einheiten – der Radartrupp und die Funktrupps, einschließlich SATCOM – verlegten nach Faßberg beziehungsweise Putlos.
Bevor ein Gefechtsstand, ein Radargerät oder ein Funkgerät für Taktischen Kontrolldienst genutzt werden darf, muss das entsprechende System durch das Luftfahrtamt der Bundeswehr (LufABw) freigegeben werden. Dabei prüfen Techniker und Einsatzführungsoffiziere, ob die erforderlichen Leistungskriterien durch die Systeme erfüllt werden und die Umgebungsfaktoren, wie beispielsweise Frequenzfreigaben, Arbeitsschutz, IT-Sicherheit oder logistische Versorgung, gegeben sind, um einen sicheren Betrieb zu ermöglichen. Darüber hinaus werden der Ausbildungsstand des eingesetzten Personals, die Regelungen und Absprachen sowie besondere Verfahren überprüft.
Das verlegefähige Radar des DARS auf dem Fliegerhorst Faßberg
BundeswehrDiese gesamtheitliche Betrachtungsweise auf ein sogenanntes „funktionales System“ soll gewährleisten, dass keine Gefährdungen aus dem funktionalen System „Taktischer Kontrolldienst“ (TaktKtrDst) für den Luftverkehr entstehen. Damit erfüllt das LufABw seine Rolle als Aufsichtsbehörde für die militärische Luftfahrt in und über Deutschland.
Bereits im März fuhren zwei Offiziere des LufABw nach Poggio Renatico, um das DARS am Heimatstandort im Betrieb zu begutachten, offene Fragen zu klären und bereits einige Nachweise zu überprüfen. Hierdurch konnte ein reibungsloser Ablauf des Freigabeprozesses ermöglicht werden, ohne das Personal des DARS nach Verlegung über Gebühr bei der Vorbereitung auf den Einsatz bei AD23 zu belasten.
Die Verlegung des DARS ist die erste Verlegung eines ausländischen Gefechtsstandes nach Deutschland, um dort Taktischen Kontrolldienst durchzuführen.
Das Funkanlagen GAG des DARS auf dem Fliegerhorst Faßberg
BundeswehrAus diesem besonderen Anlass übergab Oberst i.G. Christian Rüther, Abteilungsleiter 3 LufABw, im Beisein der beteiligten Referatsleiter, am 05.06.2023 feierlich die Freigaben für alle Systeme des DARS vor der angetretenen Truppe an den Kommandeur des DARS, Oberst Jörg Sieratzki in Erndtebrück.
Im Anschluss nahm das Wolfsrudel erfolgreich seine Tätigkeit bei der Überwachung des deutschen Luftraums im Rahmen des NATINAMDS (NATO Integrated Air and Missile Defense System) und bei der Radarleitung von Ausbildungsflügen der Luftwaffe auf, um sich bestmöglich auf die am 12. Juni 2023 gestartete AD23 vorzubereiten.
von Holger Ziedek
Multinationale Luftoperationsübung in Europa