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Marineflieger: Orion wird flott gemacht – Teil 1

Marineflieger: Orion wird flott gemacht – Teil 1

  • Technik
  • Marine
Datum:
Ort:
Nordholz
Lesedauer:
2 MIN

Den Traum vom Fliegen lässt die Flugzeugwerft in Nordholz Wirklichkeit werden. Dort machen die Techniker der Marinefliegerbasis die Seefernaufklärer P-3C Orion regelmäßig nach einem peinlichst genauen Verfahren wieder so gut wie neu.

Ein Mann bedient einen gelbes Konstrukt, welches wie ein Kran aussieht.

Der „Galgen“ kommt zum Einsatz

Bundeswehr/Sascha Jonack

„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“, singt Reinhard Mey in einem seiner Lieder. Doch in der Fliegerwelt sieht die Realität anders aus. In der Luft kann man Fehler am Flugzeug nicht so einfach beheben. In der Flugzeugwerft der Marineflieger in Nordholz sorgen die Fachkräfte der Technischen Staffel P-3C des Marinefliegergeschwaders 3 „Graf Zeppelin“ alltäglich dafür, dass die Aufklärungsflugzeuge vom Typ P-3C Orion in den Nordholzer Himmel starten können.

Ein Flugzeug ist ein komplexes System und unterliegt höchsten Sicherheitsstandards. Aus diesem Grund werden die Uboot-Jäger und Seefernaufklärer kontinuierlich inspiziert und gewartet. Alle zwölf Monate kommt eine Orion ins Dock. Dann steht eine große Inspektion bevor. In der sogenannten planbaren Instandhaltung machen Mechaniker, Elektriker oder Flugwerker einen kompletten „Gesundheitscheck“ an der Maschine. Sie arbeiten während der mehrwöchigen Inspektion zeitgleich an unterschiedlichen Stellen.

Der „Gesundheitscheck“ ist Pflicht

„Didi“ ist angestellter Facharbeiter und kennt sich aus. Er zählt als Mann der ersten Stunde zu den erfahrensten Technikern in der Technischen Staffel P-3C. Als stellvertretender Dockleiter und Flugwerkmeister übernimmt er eine besondere Verantwortung und sorgt dafür, dass alle Arbeiten koordiniert und korrekt durchgeführt werden. Wenn eine Orion im Dock ist, müssen viele unterschiedliche Arbeiten durch Fachwerkstätten verrichtet werden. „Oftmals müssen bestimmte Bauteile abgebaut werden, damit man an das nächste Bauteil rankommt. Unser aller Ziel ist es, dass die Orion schnellstmöglich wieder in den Flugdienst übergeben werden kann“, hebt Didi hervor.

Das Team begutachtet genaustens die Instrumente, Elektrik, Elektronik und die hydraulischen Anlagen. Weiterhin werden Rumpf, Flügel und Triebwerke der Orion in mehreren hundert Arbeitsschritten mehr oder weniger stark zerlegt. Hierbei nimmt das Teamauch kleinste Bauteile unter die Lupe und überprüft deren Funktion.

Dem Triebwerk geht’s an den Kragen

Die leistungsstarken Triebwerke der P-3C Orion sind großen Belastungen ausgesetzt. Neben dem herkömmlichen Öl- und Filterwechsel nimmt die Bodencrew die kompletten Triebwerke und Propeller in Augenschein. „In der ersten Phase wird eine visuelle Kontrolle durchgeführt. Bei dieser oberflächlichen Inspektion wird geschaut, ob Leckagen oder Beschädigungen mit dem bloßen Auge zu erkennen sind. Anschließend gehen wir dann in die Tiefe, wobei wir dann auch diverse Baugruppen ausbauen und Bauteile überprüfen“.

Während der großen Inspektion wird auch das Triebwerksinnere inspiziert. Mit Hilfe einer beleuchteten Minikamera können die Triebwerkmechaniker den Blick in die Brennkammern, die Kompressoren und Turbinen werfen. Und sollte der Propeller mal abgebaut werden müssen, kommt der „Galgen“ ein zum Einsatz. Mit diesem speziellen Hebekran mit Handkette können die schweren Propeller ohne Probleme abmontiert werden.

von  Sascha Jonack und Kim Brakensiek  E-Mail schreiben