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Lebenskundliches Seminar zum Diversity-Tag

Lebenskundlicher Unterricht
Datum:
Ort:
Hamburg
Lesedauer:
2 MIN

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Ein Plakat lud zum Lebenskundlichen Seminar am Diversity-Tag ein

Ein Plakat lud zum Lebenskundlichen Seminar am Diversity-Tag ein

Kirstin Schwarz / Grafikstudio HSU

Diversity? Viele können mit diesem Begriff wenig anfangen, bei einigen erzeugt er Unbehagen, andere sind voller Begeisterung und setzen sich intensiv dafür ein. Am 18. Mai fand der Deutsche Diversity-Tag 2021 statt.

In eine Gesellschaft, in eine Berufs- und Arbeitswelt, die bunt und vielfältig ist, trägt der Aktionstag den Vielfaltsgedanken hinein. Er findet jährlich auf Initiative des Vereins „Charta der Vielfalt e. V.eingetragener Verein“ statt (www.charta-der-vielfalt.de). Diese Charta der Vielfalt, die auch vom Bundesministerium der Verteidigung unterschrieben wurde, beinhaltet eine Selbstverpflichtung, ein wertschätzendes Arbeitsumfeld für alle Mitarbeit*innen zu schaffen – unabhängig von Alter, ethnischer Herkunft und Nationalität, Geschlecht und geschlechtlicher Identität, körperlichen und geistigen Fähigkeiten, Religion und Weltanschauung, sexueller Orientierung und sozialer Herkunft. Auch dadurch wird ein Klima des gegenseitigen Respekts und Vertrauens geschaffen. Selbstverständlich tritt auch die Militärseelsorge für ein diskriminierungsfreies und wertschätzendes Verhalten der Soldat*innen und Mitarbeiter*innen der Bundeswehr ein. Dazu bietet der Lebenskundliche Unterricht hervorragende Möglichkeiten. Denn hier sensibilisieren Militärgeistliche Soldat*innen u.a. auch für diese Thematik, die ja nicht nur den Dienst, sondern ebenso das Privatleben umfasst.

Das Evangelische Militärpfarramt Hamburg I organisierte in Zusammenarbeit mit den Militärpfarrämtern Lüneburg, Wilhelmshaven II, Flensburg, Hannover und Oldenburg ein solches Seminar. Militärgeneraldekan Matthias Heimer, Leiter des Evangelischen Kirchenamts für die Bundeswehr (EKAEvangelisches Kirchenamt für die Bundeswehr), begrüßte die über 80 Teilnehmenden aus sechs Standorten und stellte, auch mit eindrücklichen Verweisen auf eigene Erfahrungen und Erlebnisse, die Aktualität und Komplexität des Themas dar. So seien Uniformität und Diversität gar nicht automatisch selbstverständlich miteinander verstehbar, eine differenzierte Aushandlung und Diskussion sei immer wieder nötig und wichtig.

Dr. Jürgen Micksch, Vorstand der Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus, die jedes Jahr Menschen in unterschiedlichsten privaten und beruflichen Feldern mit Blick auf diskriminierende und rassistische Äußerungen und Verhaltensweisen sensibilisieren, zeigte die Vielfalt von Diskriminierungserfahrungen und Reaktionsmöglichkeiten im Alltag auf. Zudem definierte er notwendige Differenzierungen zwischen Rassismus und Diskriminierung.

Said Haider, der Initiator von Meta-Bot, online im Lebenskundlichen Seminar

Said Haider, der Initiator von Meta-Bot, online im Lebenskundlichen Seminar

Michael Rohde / Militärseelsorge

Als Hauptreferent konnte Said Haider gewonnen werden, der Sozialunternehmer und u.a. als Initiator von Meta, dem weltweit ersten Antidiskriminierungschatbot, ausgewiesener Experte im Bereich der Sensibilisierung für Diskriminierungen und Aufzeigen von Hilfsangeboten ist. Mit diesem Chatbot (www.meta-bot.de) können Menschen auf Wunsch anonym Diskriminierungen melden, rechtliche Möglichkeiten identifizieren und auch Hilfsangebote finden. Innerhalb der Bundeswehr gibt es u.a. durch die Gleichstellungsbeauftragten, im Rahmen des Psychosozialen Netzwerks und des Stabselements Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Inklusion im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung viele Hilfsangebote für Soldat*innen und Mitarbeiter*innen der Bundeswehr. Mit diesem Chatbot besteht auch für Nicht-Bundeswehrangehörige die Möglichkeit, sich entsprechend zu informieren: „Es ist zwar schon so viel im Internet vorhanden an den verschiedensten Orten, aber es fehlt der Punkt, an dem das alles zusammengefasst wird. Meta, der zurzeit als Beta-Version vorliegt, ist dafür eine hervorragende Möglichkeit und soll mittelfristig auch mit einer künstlichen Intelligenz ausgestattet werden, die noch adäquatere Tipps und Hinweise vermittelt.“

„Sensibilisierung und das Aufstehen gegen Diskriminierung enden natürlich nicht am Ende des Seminars und auch nicht am Kasernentor, sondern sind wichtige und unaufgebbare Lebensaufgaben für jeden Einzelnen und jede Einzelne“, appellierte Militärgeneraldekan Heimer.

von Michael Rohde

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