Hintergrund

Das Portfolio des Bundessprachenamtes

Das Portfolio des Bundessprachenamtes

Datum:
Ort:
Hürth
Lesedauer:
3 MIN

Mit über 50 Sprachen größter Sprachausbildungsanbieter

Das Bundessprachenamt gehört zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung. Neben dem Hauptsitz in Hürth bei Köln ist es bundesweit an rund 60 Dienstorten vertreten. Das Amt beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist der zentrale Dienstleister für die Deckung des fremdsprachlichen Bedarfs des gesamten öffentlichen Dienstes. Pro Jahr werden bis zu 16.000 Lehrgangsteilnehmende ausgebildet. Darüber hinaus erstellt das Bundessprachenamt Lehr-, Lern- und Prüfmaterialien und entwickelt technologiegestützte Verfahren für die Sprachausbildung.

Im Bereich der Sprachausbildung werden Angehörige der Bundeswehr sowie aller Bundesressorts und der Länderverwaltungen zielgruppen- und berufsbezogen in über 50 Sprachen ausgebildet, von Amharisch bis Vietnamesisch. Schwerpunkt im Bereich der Bundeswehr liegt dabei auf der Englischausbildung, die fester Bestandteil der Laufbahnausbildung der Offiziere und Unteroffiziere ist. Die Palette der angebotenen Speziallehrgänge für deutsche Lehrgangsteilnehmende reicht von Luftfahrtenglisch für Piloten und Fluglotsen der Bundeswehr bis hin zu Arabisch-Crashkursen für Polizisten.

Lehrgänge gehen über die Sprachkompetenz hinaus

Außer der Förderung der Sprachkompetenz werden in den Sprachlehrgängen stets auch interkulturelle Kenntnisse vermittelt, was insbesondere für die Kommunikation in Auslandseinsätzen von großer Relevanz ist.

Auch Abgeordnete des Bundestages, deren wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die der Bundestagsfraktionen nutzen das Sprachausbildungsangebot des Bundessprachenamtes. Und schließlich ist auch die Ausbildung in Deutsch als Fremdsprache für Angehörige ausländischer Streitkräfte aus über 60 Ländern eine wichtige Aufgabe des Amtes. Denn die deutsche Sprache ist Voraussetzung für Anschlussausbildungen bei anderen Bundeswehreinrichtungen, zum Beispiel der Führungsakademie der Bundeswehr.

Übersetzen und Dolmetschen für internationale Verständigung

Die Abteilung Sprachmittlerdienst des Bundessprachenamtes übersetzt für die Bundeswehr: von sicherheitspolitischen Dokumenten über internationale Verträge bis hin zu technischen Dokumentationen. Rund 20 Sprachen deckt es in der Übersetzungsarbeit mit eigenen Kräften ab.

Zudem sorgen die Dolmetscherinnen und Dolmetscher des Bundessprachenamtes dafür, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer großer Konferenzen oder auch kleiner Arbeitssitzungen miteinander kommunizieren können. Dadurch wird internationale Verständigung erst möglich.

Sechs Personen, darunter Soldatinnen und Soldaten und Zivilisten, reichen im Kreis stehend sich die Hände

Das Bundessprachenamt schafft internationale Verständigung

Bundeswehr/Ink

Auch die Terminologiearbeit ist in diesem Zusammenhang zu nennen. Die Terminologinnen und Terminologen des Bundessprachenamtes erarbeiten die in der Bundeswehr und im Verteidigungsministerium benötigten Fachwörter in mehreren Sprachen und stellen deren korrekten einheitlichen Gebrauch sicher.

Englisch nimmt an Bedeutung zu

In Zeiten der Internationalisierung, Globalisierung und Digitalisierung der Berufswelt sind die Dienstleistungen des Bundessprachenamtes zunehmend wichtiger. Aufgrund der vielen internationalen Verflechtungen im beruflichen Alltag sind eine angemessene zielgruppenbezogene fremdsprachliche Kommunikationsbefähigung und die damit verbundene (inter-)kulturelle Kompetenz zu Kernkompetenzen für Angehörige der Bundeswehr und des öffentlichen Dienstes geworden, ohne die die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen nicht mehr zu bewältigen sind. Interoperabilität und NATO-Standards sind wichtige Orientierungsmarken, die es im Auge zu behalten gilt.

Das Gewicht liegt daher vor allem auf Englisch als der Kommunikationssprache in multinationalen Einheiten und auf internationaler Ebene. Bei aller Sprachenvielfalt ist Englisch mit einem Anteil von ca. 70 % die mit Abstand am häufigsten unterrichtete Sprache am Bundessprachenamt.

Hoch spezialisierte Fachsprachenkenntnisse

Auch im Bereich des Übersetzens ist Englisch sehr gefragt. Rund 70 Prozent der dienstlich erforderlichen Übersetzungen erfolgen ins Englische und aus dem Englischen. Dies mag verwunderlich erscheinen, wo doch heutzutage viele Menschen Englisch sprechen.

Bei den Übersetzungen oder auch bei Dolmetscheinsätzen des Bundessprachenamtes geht es jedoch nicht um allgemeine Englischkenntnisse, sondern um hoch spezialisierte Fachsprache, z. B. aus dem Bereich der Luftfahrzeugtechnik, der Rüstungskontrolle oder auch des Vertragswesens und der Medizin.

von Markus Weber  E-Mail schreiben