Die Master Class B6+ geht in die nächste Runde

Die Master Class B6+ geht in die nächste Runde

  • Bildungszentrum der Bundeswehr
  • Personal
Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
4 MIN

Die Digitalisierung von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft nimmt rapide zu und führt dabei zu weitreichenden Veränderungen. Die COVID-19Coronavirus Disease 2019-Pandemie hat dies noch weiter beschleunigt: Denn die Nutzung neuer Technologien, mit der die Arbeit vernetzter, digitaler und flexibler wird, gewinnt immer mehr an Bedeutung und verändert auch den Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung – mit allen Chancen und Risiken.

Cybersicherheit und neue Technologien bieten Chancen aber auch Risiken, wie der anonyme Hacker auf dem Bild.

Die Auswirkungen der Digitalisierung betreffen den dienstlichen wie privaten Alltag. Das Bildungszentrum der Bundeswehr (BiZBwBildungszentrum der Bundeswehr ) bietet dem Spitzenpersonal mit den Master Classes für die Ebene B6+ eine Digitale Grundbefähigung.

Bundeswehr/ R. Alpers

Informations- und Cybersicherheit ist nicht nur ein zentrales Thema, sondern eine besondere Führungsaufgabe, um als staatliche Organisation handlungsfähig zu bleiben. Ein Grund mehr, die zivilen und militärischen Spitzenführungskräfte der Bundeswehr weiter zu sensibilisieren. Im vierten Modul der Master Class B6+ am 26. Oktober 2021 wird das Thema Cybersicherheit und neue Technologien an der European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin von unterschiedlichen Seiten intensiv beleuchtet.


Ein Vortragsraum mit Teilnehmenden und einem Vortragenden. Auf der Folie an der Wand steht der Begriff Einsatzfelder.

Dr. Sandro Gaycken, Senior Researcher und Direktor des Digital Society Institute an der ESMT führte als einer der Vortragenden die 21 teilnehmenden Führungskräfte der Bundeswehr durch die Inhalte der Master Class B6+

Bundeswehr/ Torsten Kraatz

Vorsprung durch Wissen

Es geht um das Vorstellen technischer Grundlagen der Cybersicherheit für nicht-technische Führungskräfte und aktueller Entwicklungen auf dem Cybersicherheitsmarkt. Darüber hinaus werden die unterschiedlichen außen- und sicherheitspolitischen Akteure in diesem Bereich beleuchtet sowie mögliche zukünftige Bedrohungen für wirtschaftliches und staatliches Handeln aufgezeigt.

Themen wie die Blockchain-Technologie sollen den Führungskräften zum einen deren Potenzial in der digitalen Transformation und zum anderen deren Anfälligkeit durch Cyberangriffe aufzeigen. Schließlich werden Blockchains auch für die öffentliche Verwaltung immer interessanter – beispielsweise durch automatisierte Verifizierbarkeit von Identitäten, Manipulationssicherheit und einer schnellen Verfügbarkeit von Daten.

Die Außenansicht des Gebäudes der European School of Management and Technology in Berlin.

Interdisziplinäre Strategien, Lösungen zur Gestaltung und Beherrschbarkeit der Digitalisierung entwickelt ein Forschungsinstitut für Digitalisierung und Cybersicherheit an der ESMT

Bundeswehr/ Torsten Kraatz

Way Ahead

Generell ist die Förderung beruflicher Weiterbildung ein elementarer Bestandteil der Personalentwicklung der Bundeswehr. Insgesamt begleitet die fünfteilige Modulreihe der Master Classes B6+ unter der Überschrift Digital Führen und Arbeiten das Spitzenpersonal der Bundeswehr bei der digitalen Transformation. So erwerben die zivilen und militärischen Führungskräfte die notwendigen Kompetenzen für die Digitalisierung in der Arbeitswelt der Bundeswehr. Ziel ist es, Vorbild zu sein, digitalen Transformationen proaktiv zu begegnen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer digitalisierten Umwelt entsprechend zu führen.

Bisher wurden in den Pilot Master Classes die Themen Künstliche Intelligenz und Big Data, Agiles Führen und Arbeiten, Digital (Innovation) Leadership und Social Media sowie Cybersicherheit und neue Technologien behandelt. Die  fünfte und letzte Master Class B6+ aus dieser Reihe beschäftigt sich am 2. Dezember 2021 mit der Thematik Smart Gouvernement: Digitale Kommunikation und Kollaboration.

Nachgefragt: Stimmen aus dem Teilnehmendenkreis


Ein Portrait von Flottillenadmiral Faltin, der in Uniform an einer Veranstaltung teilnimmt und interessiert folgt

Flottillenadmiral Faltin ist Kommandeur der Einsatzflottille 1 und beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, wie resilient unsere Systeme und unsere vernetzte Operationsfähigkeit sind

Bundeswehr/ Torsten Kraatz

„Wir leben in einer vernetzen Welt und gehen offen, aber hinsichtlich der Risiken manchmal auch etwas blauäugig damit um“, sagt Flottillenadmiral Henning Faltin. Dem Kommandeur der Einsatzflottille 1 ist die Thematik Digitalisierung und Vernetzung keinesfalls neu. Ein Beispiel aus der Welt der Marine ist der Umgang mit Cybersicherheit auf Schiffen: Die Soldaten und Soldatinnen wünschen sich die Fortsetzung des zivilen Lebens an Bord - durch Betreuungskommunikation und Nutzung von WLAN. Dies ist jedoch eine der Möglichkeiten von außen, Einfluss auf die Einsatzmöglichkeit des Schiffes nehmen zu können. „Genau dieses Bewusstsein, diese Awareness, zu haben ist mir wichtig“, betont Flottillenadmiral Faltin und fügt hinzu: „Für meinen Verband bedeutet das konkret: Sensibilisieren für den umsichtigen Umgang mit Vernetzung und Akzeptieren gelegentlicher Einschränkungen bei der Nutzung.“

Eine Portraitaufnahme von Sabine Bastek als Teilnehmende an einer Veranstaltung

Sabine Bastek ist die Beauftragte für Familie und Dienst in der Bundeswehr und ein Fan von lebenslangem Lernen, wie sie selbst sagt

Quelle: Bundeswehr/ Torsten Kraatz

„Cybersicherheit ist ein superspannendes Thema. Darüber können wir nicht genug wissen. Die Master Class bietet die Möglichkeit, zu erfahren, wie sich Deutschland aufstellt und erlaubt gleichzeitig den Blick über den Tellerrand, wie andere Nationen mit dem Thema umgehen“, erklärt Sabine Bastek. In Ihrem Aufgabenbereich als Beauftragte für Familie und Beruf/ Dienst ist sie unter anderem für Telearbeit und Homeoffice zuständig, wobei Führen auf Distanz eine wichtige Rolle spielt. Mobiles Arbeiten, moderne Formen der Kommunikation und Zusammenarbeit unterstützen überdies die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Ich hoffe, dass die Master Classes B6+ weitergeführt und verstetigt werden, denn ich halte es gerade auch für Führungskräfte sehr wichtig, sich stetig weiterzubilden“, so Bastek.

Ein Portrait von Brigadegeneral Sembritzki, der bei einer Veranstaltung mit Mikrofon in der Hand eine Frage stellt.

Brigadegeneral Jared Sembritzki ist Chef des Stabes der U.S. Army Europe und am Aufbau eines neuen Verbandes, der Multi Domain Task Force beteiligt

Bundeswehr/ Torsten Kraatz

Brigadegeneral Jared Sembritzki sieht in der Thematik Cybersicherheit und neue Technologien eine militärische Relevanz. „Cyber gehört zu einer ganzheitlichen Betrachtung der Einsatzfähigkeit dazu. Das spielt natürlich auch bei der U.S. Army Europe eine Rolle“, berichtet er als dortiger Chef des Stabes. Von Offizieren ist laut Sembritzki zu erwarten, dass sie aus ihrer Komfortzone herauskommen und allgemein gebildet sind. Dabei sei es wichtig eine Vorstellung davon zu haben, was zum Beispiel Cyberkriminalität ist, welche Techniken dahinterstecken und wie es angewandt wird. Nicht zu vergessen, wie sicherheitspolitische Akteure global mit dem Thema umgehen. „Ich freue mich, dass die Bundeswehr eine solche Fortbildung auf der Ebene B6+ anbietet und sehe mich durch die Teilnahme an der Master Class positiv bestärkt“, so Sembritzki.

von Jennifer Fiebig-Schulze  E-Mail schreiben

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