University of Cologne Business School

Master Class: Smart Government und Remote Leadership

Master Class: Smart Government und Remote Leadership

  • Digitalisierung
  • Personal
Datum:
Ort:
Köln
Lesedauer:
4 MIN

Die Veranstaltungsreihe der Master Class geht weiter. Zum bereits fünften Modul der Seminarreihe trafen sich Spitzenführungskräfte der Bundeswehr und des BMVgBundesministerium der Verteidigung an der University of Cologne Business School GmbHGesellschaft mit beschränkter Haftung. Thema war die fortschreitende Digitalisierung in der Verwaltung und die Herausforderung beim Führen auf Distanz.

Ein Stift liegt auf zwei Mappen

Bereits das fünfte Modul der Master Class B6+ hat das Bildungszentrum der Bundeswehr ausgerichtet

Bundeswehr/ Darius Retzlaff

Initiator der Veranstaltungsreihe „Master Class B6+“ ist die Abteilung Personal im BMVgBundesministerium der Verteidigung. In ihrer Zuständigkeit für zivile Ausbildung und Qualifizierung verfolgt sie die „Umsetzungsstrategie Digitale Bundeswehr“. Dieses politische Strategiedokument zeigt, wo die Bundeswehr beim Thema Digitalisierung steht und wo sie hinwill. Nicht nur in der Breite soll die digitale Grundbefähigung geschaffen werden: „Gerade die Führungskräfte müssen hier voran gehen“, betont Ministerialrat Eric Schnell, Referatsleiter in der Abteilung Personal im BMVgBundesministerium der Verteidigung.

Um Führungskräfte der Bundeswehr in Spitzenfunktion bei der digitalen Transformation zu begleiten, möchte man für die Zielgruppe der Dotierungshöhe B6 und aufwärts einen Austausch untereinander und mit Fachleuten ermöglichen. „Zusätzlich forciere man mit diesen Seminaren eine Einordnung nicht nur technischer, sondern auch inhaltlicher Zusammenhänge“, führt Schnell weiter aus.

Intelligente Verwaltung – aber wie?

Zunächst stand die Veranstaltung gänzlich im Fokus des „Smart Governments“ – also der intelligenten Verwaltung. Doch was versteht man darunter? Wie wird eine Organisation smart und was sind die Vorteile einer digitalisierten Verwaltung?

Ein Dozent steht vor einer Tafel und referiert

Professor Dr. Ali A. Guenduez diskutierte mit den Teilnehmenden über die Vor- und Nachteile des Smart Governments

Bundeswehr/ Darius Retzlaff

Professor Dr. Ali A. Guenduez,  von der schweizerischen Universität St. Gallen bringt es auf den Punkt: „Smart sein in der Verwaltung bedeutet: Auswertung von Daten zur evidenzbasierten Entscheidungsfindung.“ Dies meint, dass es über die reine Umwandlung von analogen Daten in digitale Formate hinaus geht. Die Transformation in eine smarte Verwaltung impliziere eine wesentliche Änderung der zugrunde liegenden Logik, wie die öffentliche Verwaltung arbeite, führt Guenduez weiter aus.

Vom E-Government zur smarten Verwaltung

Um das Ziel einer intelligenten Verwaltung zu erreichen, so wie sie heute verstanden wird, müsse diese eine Entwicklung von mehreren Schritten durchlaufen, so der schweizerische Professor weiter. Am Anfang stehe das „Electronic Government“, bei der der Fokus noch auf der einfachen Umwandlung von analogen zu digitalen Verwaltungsvorgängen liege. Gefolgt von immer agiler werdenden Verwaltungsprozessen bis hin zu vernetzten, smarten Diensten mit modernster Technik in Institutionen.

Vernetzung bedeutet Geschwindigkeit

Doch wer oder was sind die Treiber dieser digitalen Wende? „In einer Gesellschaft, in der immer mehr digital Natives auf den Arbeitsmarkt strömen, verändern sich die Erwartungen an die Arbeitgeber“, erläutert Guenduez. Will man also attraktiv bleiben, so müsse man auf diese Zielgruppe zugehen. Kommunikation, als Basis der Kollaboration, wird eben auch institutionell digitaler, vernetzter – schneller. Doch nicht nur das: So spare man durch digitalisierte Prozesse Zeit und Ressourcen, die zwischen Erfolg und Misserfolg entscheiden können.

 

Zwei Männer und ein Soldat stehen vor einem Whiteboard und diskutieren

„Wir müssen in der Lage sein, digital Schritt zu halten“, weiß auch Flottillenadmiral Thomas Lehnen, Leiter der Abteilung Unterstützung im Kommando Streitkräftebasis

Bundeswehr/ Darius Retzlaff

Eine Entwicklung, der man sich nicht entziehen könne, betont der Schweizer. Da ist man sich auch im Hochwertplenum der Veranstaltung einig. „Wir müssen in der Lage sein, digitale Prozesse zu etablieren, um Schritt zu halten - im Führungsprozess, in der Beschaffung. Nicht nur in der Verwaltung, sondern auch in der Truppe“, bestätigt Flottillenadmiral Thomas Lehnen, Leiter der Abteilung Unterstützung im Kommando Streitkräftebasis.

Beispiele innovativer Umsetzung lassen sich in der Bundeswehr schon finden: So können Reservedienstleistende seit 2021 ihre Leistungen nach dem Unterhaltssicherungsgesetz mittels einer App bequem online beantragen. Und bereits 2020 schloss sich die Pilotierungsphase des Cyber Innovation Hub ab, einer digitale Innovationseinheit der Bundeswehr als Schnittstelle zwischen Bundeswehr und der Tech-Start-Up-Welt.

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Eine Soldatin bedient ein Tablet

Beispielhafte Innovation: Die USG-Online Anwendung für Reservedienstleistende

Bundeswehr/ Jaqueline Mohit
Eine schwarze Mappe liegt auf einem Tisch

Der Cyber Innovation Hub ist die Schnittstelle zwischen der Bundeswehr und der Tech-Start-Up-Welt

Bundeswehr/ Tobias Koch
Ein Dozent spricht vor einem Plenum

Plenum und Dozenten diskutierten lebhaft über die smarte Entwicklung in der Verwaltung

Bundeswehr/ Darius Retzlaff

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Neue Technologien, alte Führungskultur?

Bei aller Technologisierung darf man jedoch einen wichtigen Faktor nicht vergessen: den Menschen. Je digitaler und schnelllebiger der Dienst oder Arbeitsalltag wird, desto schwieriger wird es für Vorgesetzte ihre etablierte Führungskultur aufrecht zu erhalten. War es in Anwesenheit häufig einfach Fühlung zu seinen Mitarbeitenden zu bewahren, wirkt die Distanz des Teams eher hemmend auf das Miteinander.  

Ewald Reichert , Ministerialdirigent
Ich nehme mich digital als Führungskraft ganz anders wahr, als in Präsenz.

Der Coach von Dr. Keller Global Leadership Development thematisiert Herausforderungen, die beim Führen auf Distanz auftreten. Sei es die erwartete ständige Erreichbarkeit aller Teamakteure, Kommunikationsverluste, die Informationsflut auf allen Kanälen oder die soziale Vereinsamung nach monatelangem Arbeiten im Home-Office. Die Probleme sind vielfältig und doch überall ähnlich.  

Chef als Kontrollinstanz hat ausgedient

Ein Dozent steht vor dem Plenum und spricht

„Ein Team virtuell zu leiten, bedeutet einen gewissen Verlust an Macht“, warnt der Leadership-Coach.

Bundeswehr/ Darius Retzlaff

Zuhörerschaft und Dozent sind sich einig, dass die Anforderungen an eine Führungskraft im Wandel sind. „Ein Team virtuell zu leiten, bedeutet einen gewissen Verlust an Macht“, bestätigt auch der Coach. Der Chef oder die Chefin als Kontrollinstanz habe ausgedient. Vielmehr gehe es darum, die Ideenfindung zu kanalisieren und den Entscheidungsprozess zu moderieren, so der Trainer weiter. Doch setzt er diese Entwicklung in Relation: Schon vor der verstärkten Home-Office Absenz war eine Änderung im Führungsverständnis zu verzeichnen – die letzten zwei Jahre dienten nur als Verstärker.

Der Tipp des Unternehmensberaters ist deshalb: „Stellen Sie Fragen, hören Sie zu, seien Sie aufmerksam.“ Zu einem smarten Führungsstil, gerade auf Distanz, gehöre ein feines Gespür für das Menschliche. Und je enger der Kontakt, desto erfolgreicher das Miteinander.

Abschluss und Neuanfang

Das Modul „Smart Government/ Digitale Kommunikation und Kollaboration” bildet den Abschluss der fünfteiligen Veranstaltungsserie „Master Classes B6+“. Doch ein Ende ist nicht in Sicht. So plant das Bildungszentrum der Bundeswehr bereits die Wiederholung der erfolgreichen Veranstaltungsserie, die demnächst mit dem ersten Modul „Künstliche Intelligenz und Big Data“ in die nächste Runde gehen soll. In Zukunft sollen innerhalb eines Jahres alle Module für Interessenten ab einer Dotierung B6 und aufwärts angeboten werden.


von Katharina Knauth  E-Mail schreiben

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