Feldjäger: Militärpolizei der Bundeswehr
Schutz, Recht, Ordnung: Die Feldjäger der Bundeswehr sind weltweit einsatzbereit – robust, verlässlich und unverzichtbar.
Bei der Übung trainieren deutsche Feldjäger mit anderen Truppenteilen und Partnern in Polen und im Baltikum.
Vom 4. November bis 14. Dezember 2026 übt die Militärpolizei der Bundeswehr bei Marshal Power 2026 die Führung und den Einsatz ihrer Kräfte. Gemeinsam mit anderen Truppenteilen und alliierten Partnern stärkt sie ihre Einsatzbereitschaft für die Landes- und Bündnisverteidigung und unterstützt dabei unter anderem militärische Verlegungen.
Marshal Power 2026, kurz MAPO26, ist eine Übung der Militärpolizei der Bundeswehr. Die Übung verbindet dabei unter anderem die Unterstützung realer militärischer Verlegungen mit der Ausbildung, Beübung und Weiterentwicklung der eigenen Kräfte. Zugleich soll Marshall Power zeigen, wie wichtig Militärpolizei für andere Truppenteile und internationale Partner ist.
Die Übung findet vom 4. November bis 14. Dezember 2026 statt. Militärpolizeiliche Unterstützung wird dabei in Deutschland, Polen, Litauen und Estland geleistet. Beteiligt sind Kräfte der Bundeswehr einschließlich Reservistendienstleistender sowie Militärpolizeien alliierter Partner. Die Zusammenarbeit mit Polen und Litauen ist ein Schwerpunkt der Übung, denn diese Länder liegen unmittelbar an der Ostflanke der NATO. Aus Deutschland kommend, führen die Marschbewegungen und Truppenverlegungen im Schwerpunkt durch deren Staatsgebiete.
Die Militärpolizei der Bundeswehr nennt man Feldjäger. Diese Truppengattung verbindet militärisches Knowhow mit polizeilichen Fähigkeiten und Kompetenzen. Zu ihrem Aufgabenspektrum gehören der militärische Ordnungsdienst, die Unterstützung militärischer Bewegungen – etwa bei Märschen mit Kraftfahrzeugen – die Wahrnehmung von Sicherheitsaufgaben sowie weitere spezialisierte militärpolizeiliche Fähigkeiten. Was aus dem Spektrum zum Einsatz kommt, richtet sich nach Auftrag und Lage.
Beobachtungen und Meldungen aus dem Einsatz- und Bewegungsraum schaffen das Lagebild der militärischen Führung. Sie helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und Entscheidungen frühzeitig vorzubereiten. Die Militärpolizei liefert diese Informationen und schafft dadurch Flexibilität für alle.
Für die Truppe bedeutet das: Die Militärpolizei unterstützt, berät und entlastet. Sie hilft, militärische Aufträge wirksam zu erfüllen – von der Verlegung über die Gefahrenabwehr bis zur Erstellung von Lagebildern. Ihre Unterstützung kann im Voraus geplant oder kurzfristig an eine veränderte Lage angepasst werden. Sie wirkt sowohl an einzelnen Orten als auch über größere Räume hinweg.
Herzstück des Military Police Functional Command ist die Operationszentrale Militärpolizei der Bundeswehr. Hier werden Lageinformationen zentral zusammengefasst, Entscheidungen getroffen und die MP-Unterstützung aus einer Hand koordiniert.
Bundeswehr/Arman Mosavar
Bei Marshal Power 2026 wird die militärpolizeiliche Unterstützung durch das Military Police Functional Command (MPFC) geführt. Diesem Führungselement unterstehen während der Übung alle Militärpolizeikräfte. Es ordnet die verfügbaren Kräfte nach Auftrag, Lage und Prioritäten zu. So werden diese dort eingesetzt, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Die Führung erfolgt zentral aus der Operationszentrale der Militärpolizei in Hannover.
Marshal Power 2026 ist auch ein Stresstest für die Führungsfähigkeit der Feldjägertruppe. Die Kräfte nehmen ihre für die Landes- und Bündnisverteidigung vorgesehene Struktur ein und erproben die dazugehörigen Verfahren und Abläufe unter realitätsnahen Bedingungen. Dabei werden erstmals mehrere Militärpolizei-Taskforces gleichzeitig eingesetzt. Diese Einsatzverbände müssen koordiniert geführt werden, damit sie unterschiedliche Unterstützungsaufträge zur gleichen Zeit erfüllen können.
Dafür wirken der Kommandostab, die drei Feldjägerregimenter und die Schule für Feldjäger und Stabsdienst zusammen. Aktive Soldatinnen und Soldaten sowie Reservistinnen und Reservisten tragen gemeinsam zur Übung und deren Erfolg bei. Neben der Zusammenarbeit mit anderen Truppenteilen und alliierten Militärpolizeien wird auch das Zusammenwirken mit anderen Blaulichtorganisationen gezielt geübt.
Ein konkretes Beispiel hierfür ist die Unterstützung militärischer Verlegungen, also beispielsweise der Bewegung von Fahrzeugkolonnen. Die Militärpolizei erkundet Marschrouten und Ausweichstrecken, richtet Verkehrsleitnetze ein und stellt die Koordination militärischer Bewegungen sicher. Dabei beobachtet sie die Lage entlang der Routen und meldet Veränderungen. Bei Unfällen, technischen Ausfällen oder anderen Hindernissen unterstützt sie vor Ort und hilft, Verzögerungen zu begrenzen.
Marschbegleitungen und weitere an die Lage angepasste Sicherheitsmaßnahmen tragen zum Schutz der Truppe bei. Auf den zivilen Verkehr wirkt die Militärpolizei nur im jeweils vorgesehenen rechtlichen Rahmen ein. Ziel ist, militärische Bewegungen zu ermöglichen und Beeinträchtigungen und Gefahren für andere Verkehrsteilnehmende möglichst gering zu halten.
Die Zusammenarbeit mit anderen Streitkräften, zivilen Stellen und alliierten Militärpolizeien erfordert abgestimmte und eingespielte Verfahren. Bei Marshal Power 2026 werden Führungsprozesse, Zuständigkeiten und Kommunikationswege unter realitätsnahen Bedingungen erprobt. Die Übung stärkt damit die Fähigkeit, auch über Landesgrenzen hinweg gemeinsam zu handeln.
Marshal Power 2026 unterstützt unter anderem die Übungsvorhaben Brave Blue, Grand Eagle und Freedom Shield II. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Weiterentwicklung der Militärpolizei und in die Vorbereitung auf die Übung MP Quadriga 2027 ein.
Fahrzeuge der Militärpolizei beim sogenannten Mobility Support. MP-Kräfte ermöglichen so effiziente und zeitgerechte militärische Bewegungen. Darüber hinaus warnen sie den Zivilverkehr und sind Ansprechpartner für die Polizei und andere Behörden.
Bundeswehr/Susanne Hähnel
Die Militärpolizei unterstützt auch auf der Schiene und bei Seeverladungen im Rahmen Marshal Power. Sie nimmt damit ihren Schutzauftrag für die Truppe wahr und garantiert einen flüssigen Übergang, sobald der Verkehrsträger wieder gewechselt wird.
Bundeswehr/Bill Drechsler
Die militärpolizeiliche Unterstützung endet erst dann, wenn alle Truppenteile ihr Ziel erreicht haben
Bundeswehr/Jana NeumannMarshal Power 2026 ist eine Übung der Militärpolizei der Bundeswehr zur Landes- und Bündnisverteidigung. Sie trainiert die Führung und den Einsatz militärpolizeilicher Kräfte im Zusammenwirken mit anderen Truppenteilen und alliierten Partnern. Zugleich werden die Aufgaben der Militärpolizei im Grundbetrieb weiter vollständig erfüllt.
Der Kernübungszeitraum dauert vom 4. November bis 14. Dezember 2026. Militärpolizeiliche Unterstützung wird unter anderem in Deutschland, Polen, Litauen und Estland geleistet.
Beteiligt sind aktive Kräfte und Reservistinnen und Reservisten der Militärpolizei der Bundeswehr sowie Militärpolizeien alliierter Partner. Auf deutscher Seite wirken der Kommandostab, die drei Feldjägerregimenter und die Schule für Feldjäger und Stabsdienst zusammen. Ein wichtiger Fokus liegt auf der Zusammenarbeit mit multinationalen Partnern wie Polen und Litauen.
Marshal Power 2026 soll die Einsatzbereitschaft und Führungsfähigkeit der Militärpolizei stärken. Geprüft wird, wie ihre Kräfte unter realitätsnahen Bedingungen geführt, nach klaren Prioritäten eingesetzt und mit anderen militärischen sowie zivilen Stellen abgestimmt werden. Die Ergebnisse dienen auch der Vorbereitung auf MP Quadriga 2027.
Die Unterstützung militärischer Bewegungen ist nur ein Aspekt ihres Auftrags. Zur Kernaufgabe des sogenannten Mobility Support gehören der Schutz der zu begleitenden Kräfte sowie die Planung, Kontrolle, Koordination, und Sicherstellung der Einhaltung von Regeln und Vorschriften der Truppenbewegungen. Durch Beobachtungen und Meldungen trägt die Militärpolizei außerdem zum Lagebild bei und unterstützt Entscheidungen der militärischen Führung. Hinzu kommen klassische polizeiliche Aufgaben wie militärischer Ordnungsdienst, Erhebungen und Ermittlungen, polizeiliche Beratung von Disziplinarvorgesetzten und weitere spezialisierte Fähigkeiten. Darüber hinaus nimmt die Militärpolizei wichtige Sicherheitsaufgaben wahr. Dies betrifft Veranstaltungen, die Sicherheit von Liegenschaften und den Schutz vor hybriden Bedrohungen. Die Militärpolizei arbeitet dabei an der Schnittstelle von innerer und äußerer Sicherheit.
Militärpolizeiliche Kräfte verschiedener Nationen stimmen ihre Verfahren und ihr Vorgehen aufeinander ab. Gemeinsames Üben verbessert die Zusammenarbeit und schafft die Voraussetzungen, Truppen und Material auch über Grenzen hinweg sicher und geordnet zu verlegen. Die Zusammenarbeit im militärpolizeilichen Bereich, in dem die Feldjäger eine Führungsrolle wahrnehmen, schafft weiteres wichtiges gegenseitiges Vertrauen.
Das Military Police Functional Command, kurz MPFC, ist das Führungselement für die militärpolizeiliche Unterstützung bei Marshal Power 2026. Es bündelt die fachliche Führung und ermöglicht einen Einsatz der Kräfte nach klaren Prioritäten und mit kurzen Entscheidungswegen.
Ja. Neben der Übung nimmt die Militärpolizei weiterhin ihre laufenden Einsatzaufgaben im Inland sowie in weiteren internationalen Einsätzen wahr.