Seit 1957 nimmt das Wachbataillon BMVg den protokollarischen Dienst für die Bundesrepublik Deutschland und die Bundeswehr wahr. Die militärischen Ehren sind ein wichtiger Bestandteil des diplomatischen Protokolls und werden durch das Wachbataillon meist in Verbindung mit dem Stabsmusikkorps der Bundeswehr durchgeführt.
Die Frauen und Männer des Wachbataillons leisten den Ehrendienst in unterschiedlichen Einsatzformen, den Ehrenformationen. Der Ehrenposten ist die kleinste Einsatzform, das Ehrenbataillon die höchste Form der militärischen Ehrerweisung für ausländische Staatsgäste. Eine Sonderform des militärischen Zeremoniells für scheidende Amtsträgerinnen und Amtsträger der Bundesrepublik Deutschland, aber auch zu besonderen Anlässen ist der Große Zapfenstreich.
Für jeden Anlass ist dabei detailliert geregelt, welche und wie viele Soldatinnen und Soldaten zum Einsatz kommen, wo sie stehen und was sie tun. Die Zahl der beteiligten Soldatinnen und Soldaten reicht von drei bis 257 beim Großen Zapfenstreich.
In perfekter Abstimmung präsentieren sich die Soldatinnen und Soldaten des Wachbataillons an den primären Einsatzorten Schloss Bellevue, Bundeskanzleramt und Bundesministerium der Verteidigung. Militärische Ehren finden auch außerhalb von Berlin oder zu besonderen Veranstaltungen im Ausland statt. Etwa 600 Einsätze am roten Teppich leisten die sieben Einsatzkompanien im Durchschnitt pro Jahr.
Wehrhafte und gleichzeitig friedliche Repräsentation
Soldatinnen und Soldaten des Wachbataillons begrüßen Staatsgäste der Bundesrepublik Deutschland. Um zu verdeutlichen, dass die Gäste willkommen sind, werden die Gewehre vom Typ Karabiner 98k, die in der Bundeswehr unter der Bezeichnung G21 geführt werden, im ungeladenen Zustand vorgezeigt. Das Präsentieren der Waffen dient gleichzeitig auch der Demonstration der Wehrhaftigkeit der Bundesrepublik Deutschland.
Über bestimmte Ausrüstungsgegenstände, wie die Gewehre G21 oder die Haubitzen des Salutzuges, verfügt nur das Wachbataillon. Beide Waffensysteme können keine „scharfen Schüsse“ abgeben, sondern nur bei bestimmten Anlässen Platzpatronen abfeuern.
Rein für die Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr erarbeitet das Wachbataillon anlassbezogen Drillshows. Je nach Veranstaltungsform verschieden große Drillteams choreografieren dabei artistische Bewegungsabläufe mit ihren Gewehren G21. Teilweise arbeiten die Drillteams auch hier mit Musikkorps der Bundeswehr zusammen und repräsentieren die Bundeswehr bei nationalen und internationalen Anlässen.