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Ehren und schützen

Protokollarischer Dienst und infanteristischer Auftrag

Das Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung ist das Gesicht der Bundeswehr und Aushängeschild einer wehrhaften Demokratie. Es repräsentiert die Bundesrepublik Deutschland beim Empfang ausländischer Staatsgäste mit militärischen Ehren. Im Verteidigungsfall schützen seine Soldatinnen und Soldaten die Dienstsitze der Bundesregierung.

Queen Elizabeth II. zu Besuch in Berlin

Bundeswehr/Jane Hannemann

Ehren und Repräsentieren – Schützen und Verteidigen

Wenn ausländische Staatsgäste mit militärischen Ehren empfangen und hochrangige Politikerinnen und Politiker gewürdigt oder verabschiedet werden, stellen die Soldatinnen und Soldaten des Bataillons die Ehrenformation – vom Ehrenposten bis zum Großen Zapfenstreich.

Doch das Wachbataillon hat auch einen infanteristischen Auftrag. Im Spannung- und Verteidigungsfall schützen die Soldatinnen und Soldaten des Bataillons Einrichtungen und Dienstsitze der Bundesregierung.

Beide Aufträge werden durch die sieben Einsatzkompanien gleichrangig und gleichzeitig wahrgenommen – und das stets mit dem Anspruch auf Exzellenz.

Fragen und Antworten

Was ist ein spezialisierter Infanterist beziehungsweise eine spezialisierte Infanteristin mit Protokollauftrag, was macht das Wachbataillon im Verteidigungsfall und was ist eine Ehrenformation? Antworten auf diese und andere Fragen finden Sie hier:

Welche Aufgaben hat das Wachbataillon?

Das Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung hat zwei Aufträge. Der protokollarische Ehrendienst ist der sichtbarere. Er ist fester Bestandteil des internationalen diplomatischen Protokolls zur Würdigung ausländischer Staatsgäste und von Zeremoniellen wie dem Großen Zapfenstreich. Der zweite Auftrag ist der infanteristische Schutz von Regierungseinrichtungen im Spannungs- und Verteidigungsfall. Beide Aufträge werden gleichrangig ausgebildet und geübt.

Was macht das Wachbataillon im Spannungs- und Verteidigungsfall?

Im Spannungs- und Verteidigungsfall schützen und verteidigen die Soldatinnen und Soldaten des Wachbataillons Einrichtungen und Amtssitze der Bundesregierung und sichern so die Handlungsfähigkeit der Regierung. Sie sind damit Ausdruck einer wehrhaften und verteidigungsbereiten Demokratie. 

Was macht eine Soldatin bzw. Soldat beim Wachbataillon?

Soldatinnen und Soldaten im Wachbataillon sind spezialisierte Infanteristen bzw. Infanteristinnen mit Protokollauftrag. Sie sind bei Staatsbesuchen und anderen feierlichen Anlässen im Einsatz, die mit militärischen Ehren begangen werden. Außerdem üben sie regelmäßig für den infanteristischen Schutzauftrag in Trainingseinrichtungen der Bundeswehr. Das abwechslungsreiche Aufgabenspektrum ist in der Bundeswehr einzigartig.

Welches Gewehr nutzt das Wachbataillon?

Zu Repräsentationszwecken präsentieren die Soldatinnen und Soldaten des Wachbataillons ungeladene Gewehre vom Typ G21. Militärische Führer tragen eine ungeladene Pistole P1 bei sich. In bestimmten Fällen kommen auch Feldhaubitzen 105 Millimeter zum Einsatz.

In der infanteristischen Ausbildung nutzt das Wachbataillon, wie alle anderen Kräfte der Bundeswehr, das Standardgewehr G36 und die Pistole P8 sowie darüber hinaus das Scharfschützengewehr G22A2, die Maschinengewehre MG3, MG4 und MG5, die Granatmaschinenwaffe 40 Millimeter und die Granatpistole 40 Millimeter.

Wann schießt das Wachbataillon Salut?

Die Stabs- und Versorgungskompanie des Bataillons führt mit sechs Geschützen des Typs Feldhaubitze 105 Millimeter den Salutauftrag durch. Meist geschieht dies am Regierungsterminal des Flughafens Berlin-Brandenburg. Das Salutschießen wird nach einem streng festgelegten Protokoll durchgeführt und ist eine besondere Ehrerweisung gegenüber Staatsoberhäuptern, die in der Bundesrepublik Deutschland bei offiziellen Staatsbesuchen als Gäste begrüßt werden. Monarchinnen und Monarchen anderer Nationen sowie der Papst als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche werden laut diplomatischem Protokoll bei jeder Art von Besuch mit 21 Salutschüssen begrüßt.
 

Wie groß ist das Wachbataillon und wo ist es stationiert?

Das Wachbataillon umfasst sieben Einsatzkompanien, davon vier Heereskompanien, eine Marinekompanie und eine Luftwaffenkompanie sowie eine Unterstützungskompanie. Zwei Reservekompanien ergänzen die aktive Truppe im Bedarfsfall. Insgesamt dienen etwa 1.100 Soldatinnen und Soldaten im Wachbataillon. Der Verband ist in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin stationiert.

Gibt es Frauen beim Wachbataillon?

Seit 2002 dienen Frauen im Wachbataillon. 2011 wurde die erste Soldatin für den protokollarischen Dienst zugelassen. In den letzten Jahren nimmt die Zahl an Frauen, die ihren Dienst im Wachbataillon leisten, stetig zu. Insgesamt dienen derzeit circa 70 Soldatinnen im Wachbataillon – und das in allen Tätigkeitsbereichen des Verbands.

Welche Vorgaben muss man erfüllen, um Soldatin oder Soldat beim Wachbataillon zu werden?

Soldatinnen und Soldaten des Wachbataillons müssen verschiedene Vorgaben erfüllen, um den anspruchsvollen Anforderungen an den protokollarischen Dienst und den infanteristischen Schutzauftrag gerecht zu werden. Voraussetzungen sind eine Körpergröße nicht kleiner als 1,60 Meter sowie eine gute Grundfitness. Brillenträgerinnen und -träger werden grundsätzlich zugelassen, dürfen im Protokolleinsatz aber keine Brille tragen. Das Tragen eines gepflegten Barts ist gestattet.

Was ist eine Ehrenformation?

Ehrenformationen sind zu besonderen Anlässen zusammengestellte militärische Einheiten und oftmals Teil des diplomatischen Protokolls. Für jeden Anlass ist dabei detailliert geregelt, welche und wie viele Soldatinnen und Soldaten zum Einsatz kommen, wo sie stehen und was sie tun. Laut Definition setzt sich eine Ehrenformation grundsätzlich aus den folgenden drei Elementen zusammen: Truppe unter Waffen, Truppenfahne und Musik.

Die kleinste Einsatzform, der Ehrenposten, umfasst dabei nur drei Soldatinnen und Soldaten, der Große Zapfenstreich als feierlichstes und größtes Zeremoniell der Bundeswehr 257 Soldatinnen und Soldaten. Bei vielen Ehrenformationen kommen zu den Soldatinnen und Soldaten des Wachbataillons noch die Musikerinnen und Musiker des Stabsmusikkorps der Bundeswehr oder von anderen Musikkorps hinzu.

Was ist der Große Zapfenstreich?

Der große Zapfenstreich ist das größte und bekannteste militärische Zeremoniell der Bundeswehr und die komplexeste Ehrenformation des Wachbataillons. Seine historischen Wurzeln reichen zurück ins Jahr 1838. Mit dieser musikalischen Abendzeremonie werden Amtsträgerinnen und Amtsträger der Bundesrepublik Deutschland verabschiedet, aber auch besondere Jubiläen oder Anlässe feierlich begangen. Der Ablauf folgt einem festen Rahmen. Ein Teil des Großen Zapfenstreichs ist die Serenade, die auch als Einzelzeremoniell begangen wird. Anders als andere Ehrenformationen des Wachbataillons wird der Große Zapfenstreich nicht genutzt, um ausländische Staatsgäste zu würdigen.

Das Wachbataillon in 20 Dingen

20 Dinge aus dem Wachbataillon liegen auf einem grauen Boden

Bundeswehr/Claudio Römer

  • Scharfschützengewehr G22

    Das G22 kann unter anderem gegen feindliche Scharfschützen auf Entfernungen bis zu 800 Metern eingesetzt werden.

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  • Maschinengewehr MG5

    Zur Verteidigung des Dienstsitzes der Bundesregierung durch das Wachbataillon würde auch das Maschinengewehr MG5 eingesetzt.

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  • Gewehr G21

    Das Gewehr G21 wird für den protokollarischen Ehrendienst verwendet. Es lässt sich besser greifen als moderne Sturmgewehre und ist nicht schussfähig.

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  • Laserentfernungsmesser LEM

    Er dient der unkomplizierten, aber dennoch sehr genauen Entfernungsmessung im Gelände, wie etwa der Ermittlung von Zielentfernungen.

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  • Exerzierpatronen 7,62 MM x 51

    Die Exerzierpatronen werden zum Üben der Ladetätigkeiten und der Störungsbeseitigung bei den Maschinengewehren MG3 und MG5 genutzt.

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  • Pistole P8

    Die Pistole P8 ist die Seitenwaffe oder auch Sekundärwaffe. Diese dient der Selbstverteidigung der Soldatinnen und Soldaten.

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  • X-Act

    Das Nachtsichtgerät ermöglicht es, auch bei eingeschränkter Sicht zu kämpfen und Fahrzeuge sicher zu lenken.

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  • Schießbrille

    Die Schießbrille gehört zur Standardausstattung. Sie schützt die Augen bei möglichen Fehlfunktionen der Waffe.

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  • Weißkoppel mit Pistolentasche

    Militärische Führungskräfte des Wachbataillons tragen in Heeres- oder Luftwaffenuniform das Weißkoppel zusammen mit der silbernen Fangschnur.

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  • Gefechtshelm

    Der Gefechtshelm ist die reguläre Kopfbedeckung im Gefechtsdienst. Er schützt den Kopf vor Geschossen und Splittern.

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  • Silberne Fangschnur

    Die silberne Fangschnur wird von bestimmten Personen bei Protokolleinsätzen getragen und dient repräsentativen Zwecken.

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  • Weiße Handschuhe

    Außer bei Trauereinsätzen, werden bei den meisten Protokolleinsätzen des Wachbataillons weiße Handschuhe getragen.

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  • Verbandsabzeichen Wachbataillon

    Der Brustanhänger zeigt den Fraktur Buchstaben „W“. Er wird an der rechten Brusttasche am Luftwaffen- und Heeresdienstanzug getragen.

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  • Glanzhelm

    Der glänzend lackierte Helm wird ausschließlich zum Großen Zapfenstreich getragen. Er wird zum Gebet während des Zeremoniells abgenommen.

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  • Ärmelband Wachbataillon

    Das Ärmelband mit dem Schriftzug „Wachbataillon“ ziert die Ärmel des Heeres- und Luftwaffendienstanzugs. Es wurde Januar im 1963 verliehen.

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  • Blaues Barett

    Die Soldatinnen und Soldaten in Luftwaffen- und Marineuniform tragen das blaue Barett mit dem Fraktur „W“ des Wachbataillons.

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  • Weiße Marinemütze mit Mützenband

    Die Marinemütze wird von den Soldatinnen und Soldaten im Mannschaftsdienstgrad des Wachbataillons zum Marinedienstanzug getragen.

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  • Paradestiefel

    Die Schaftstiefel sind berühmt für ihre Metallbeschläge am Absatz.

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  • Grünes Barett

    Grundsätzlich haben alle Protokollangehörigen Heer, Marine und Luftwaffenparadeuniformen. Das Gros sind Heeresuniformträger.

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  • Fackel

    Beim Großen Zapfenstreich sorgen über 100 Fackeltragende für ein stimmungsvolles Ambiente.

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