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Wehrmedizinischer Beirat

Blick von außen: Zivile Expertise bei Fragen zur Gesundheitsversorgung

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Der Wehrmedizinische Beirat berät den Verteidigungsminister bei Fragen der Gesundheitsversorgung der Bundeswehr. Die Arbeitsgruppen des Gremiums entwickeln hierfür fortlaufend Handlungsempfehlungen zu medizinischen Fragestellungen. Ein Schwerpunktthema ist die Zivil-Militärische Zusammenarbeit bei der Landes- und Bündnisverteidigung.

Mitglieder des Wehrmedizinischen Beirates sitzen in Sitzungssaal des Verteidigungsministeriumss.

Der Wehrmedizinische Beirat bündelt den Sachverstand verschiedener (zahn-)medizinischer, pharmazeutischer, naturwissenschaftlicher und juristischer Fachrichtungen, um verschiedene Gesundheitsthemen der Streitkräfte zu erörtern

Bundeswehr / Thilo Pulpanek

Die globalen Bedrohungen und Krisen werden komplexer. Das zeigen zum einen der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und zum anderen die eskalierenden Konflikte im Nahen Osten und in der Sahelzone. Das verändert nicht nur die Anforderungen an die Bundeswehr im Allgemeinen, sondern prägt auch die fachlichen Überlegungen zur Gesundheitsversorgung der deutschen Soldatinnen und Soldaten.

Im Fall der Landes- und Bündnisverteidigung muss man beispielsweise schauen, wie man ein potenziell hohes Aufkommen von Verwundeten bewältigen kann. „Mit rein militärischen Mitteln bei der jetzigen Ausstattung ist das auf keinen Fall zu schaffen“, so Professor Dr. Tim Pohlemann, der Sprecher des Wehrmedizinischen Beirates.

Ebenso käme das zivile Gesundheitssystem derzeit im Ernstfall sehr schnell an seine Grenzen. Daher läge das Hauptaugenmerk derzeit auf die Stärkung der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. Ein Ansatz sei beispielsweise der Ausbau von bestehenden Netzwerken mit den berufsgenossenschaftlichen Kliniken oder dem Traumanetzwerk der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie.

Zivile Expertise zur Weiterentwicklung des Sanitätsdienstes

Spitzenforschung, Lehre, Medizinrecht: Die Mitglieder des Beirates kommen aus allen Bereichen des zivilen Gesundheitswesens. Sie sind Klinikdirektoren von Universitätskliniken, Repräsentanten der Ärztekammern sowie Angehörige des Bundesinstitutes für Risikobewertung. Das bis zu 50-köpfige Gremium bündelt somit den Sachverstand verschiedener medizinischer- und naturwissenschaftlicher Fachrichtungen. Dem rein zivilen Gremium gehört darüber hinaus stets der ehemalige Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr an. Derzeit ist dies noch Generaloberstabsarzt a. D. Dr. Michael Tempel. Künftig wird Generaloberstabsarzt Dr. Ulrich Baumgärtner an seine Stelle treten.

Drei Arbeitsgruppen (AGArbeitsgruppe) befassen sich aktuell neben der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit ebenso mit Fragestellungen von nicht-natürlichen ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Gefahren bis hin zu Technische Innovationen in der medizinischen Ausbildung.

Darüber hinaus befasse man sich auch anlassbezogen mit Einzelfragestellungen geringeren Umfangs, so Pohlemann. Jüngst habe sich eine AGArbeitsgruppe mit dem Thema nicht-medizinischer Konsum von Cannabis bei Soldatinnen und Soldaten beschäftigt. Weitere aktuelle Themen seien beispielsweise Resilienz, Stressprävention und körperlichen Leistungsfähigkeit bei Angehörigen der Streitkräfte gewesen.

Erstmalig eine gemeinsame Stellungnahme

Zur Intensivierung der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit in der klinischen Versorgung hat der Wehrmedizinische Beirat erstmals mit dem Beirat für Fragen der Inneren Führung beim Bundesminister der Verteidigung eine gemeinsame Stellungnahme abgegeben, erläutert Pohlemann. Dies geschah im Vorgriff auf die Anfang des Jahres noch ausstehende Strukturentscheidung für die Bundeswehr. 

Hierbei wurden unter anderem die Anforderungen an einen leistungsstarken Sanitätsdienst im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung skizziert. Insbesondere habe man neben den fachlichen Gesichtspunkten zur medizinischen Versorgung auch ethisch-moralische Erwägungen mit Blick auf Einsatz- und Durchhaltefähigkeit miteinbezogen. Diese Form der Zusammenarbeit mit anderen militärischen und zivilen Gremien wolle man auch künftig weiter ausbauen.

Minister schätzt die unabhängige Perspektive

Drei Männer sitzen nebeneinander an einem Konferenztisch

Wenn möglich, nimmt der Bundesminister der Verteidigung auch persönlich an den Sitzungen des Wehrmedizinischen Beirates teil

Bundeswehr / Thilo Pulpanek

Anlässlich der letzten Vollversammlung des Beirates im April 2024 betonte Verteidigungsminister Pistorius, wie wichtig ihm die unabhängige Perspektive sowie der Blick von außen für die Weiterentwicklung des Sanitätsdienstes ist. Das Gremium sorge „für frische Impulse abseits eingefahrener Denkmuster“ und dies wisse er sehr zu schätzen.

Mit Blick auf die jüngsten Empfehlungen für nationale Patientensteuerung und -verteilung sowie den anstehenden Herausforderungen der Bundeswehr, um „kriegstüchtig“ zu werden, habe man ein gemeinsames Ziel: „Wir wollen die bestmögliche Gesundheitsversorgung für unsere Soldatinnen und Soldaten“, betont der Minister.

von Stefan Bölke
Zwei Sanitäter versorgen einen am Boden liegenden Verwundeten
Gesundheitsversorgung

Sanitätsdienst der Bundeswehr

Der Sanitätsdienst ist eine wesentliche Fähigkeit im Unterstützungsbereich. Sie sind die medizinischen Dienstleister für die Streitkräfte

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