Ausbildung für Ausbilder am Zentrum Innere Führung

Ausbildung für Ausbilder am Zentrum Innere Führung

  • Ausbildung
  • Zentrum Innere Führung
Datum:
Ort:
Koblenz
Lesedauer:
3 MIN

Ausbilder, Coaches und Dozenten kamen Anfang des Monats am Zentrum Innere Führung in Koblenz zusammen, um an dem pädagogischen Kolloquium „Lehren und Lernen im 21. Jahrhundert“ die eigenen Lehrmethoden zu reflektieren und das Lehrangebot und die Methodik zu verbessern.

Zeichnungen verschiedener Personen in unterschiedlichen Situationen

Wie bringe ich Leben ins Bild?

Bundeswehr / Fabian Shier

Insgesamt 75 Teilnehmer, Soldaten und zivile Mitarbeiter, wechselten von der gewohnten Seite der Wissensvermittlung vor den Lehrgangsteilnehmern zurück auf die Seite der Zuhörer.  Diese ungewohnte Perspektive zeigte schnell den Kern des Kolloquiums: Gibt es andere Wege Neues zu lernen, als durch einfaches und passives Zuhören?




„Aus Fehlern soll man lernen.“

Ein Soldat trägt dem Plenum vor.

Oberstleutnant i.G.im Generalstabsdienst Neumann

Bundeswehr / Fabian Schier

Oberstleutnant im Generalstab Torsten Neumann, Abteilung Weiterentwicklung Innere Führung, beschreibt die zweitägige Veranstaltung als lebendige Umsetzung der Agenda Ausbildung. Neben der Wissensvermittlung ist auch eine kompetenzorientierte, individuelle Ausbildung für jeden einzelnen sehr wichtig.  Dies sei auch mit der militärischen Ausbildungskultur vereinbar, Lehren und Lernen seien Prozesse, die immer dem Wandel unterliegen. Daran solle man sich ausprobieren und nicht vor Fehlern zurückschrecken. „Aus Fehlern soll man lernen. Wissen trägt man heute mobil in der Hosentasche mit sich rum. Benötigt wird also nicht die reine Wissensvermittlung, sondern eine Orientierung am Empfänger. Dieser muss in die Lage versetzt werden, Methoden anzuwenden und dann sein Wissen abzurufen.“ Dieses Ausprobieren zeigte Oberstleutnant Michael Brendel an einem Beispiel zur Vermittlung von interkultureller Kompetenz. Statt die Lehrgangsteilnehmer nur von Lehrer zu Schüler frontal zu unterrichten, sei geplant, dass der Ausbilder die Rolle eines Moderators wahrnimmt. Währenddessen erarbeiten die Teilnehmer etwa in Gruppenarbeit ihre Lernziele wie etwa zum Thema Islam. Ein Besuch in einer Moschee würde die theoretische Gruppenarbeit ergänzen und macht die Religion spürbar machen.

Ein voller Bauch studiert nicht gern.

Wie vermittelt man weiter neue Inhalte, wenn der Körper seine „Energiezufuhr“ bekommen hat, der Geist aber noch nicht richtig auf Trab ist? Praktisch umzusetzen durch die Methodik eines geistigen Energizers. Statt wieder voll in den Stoff einzusteigen, kann eine kleine geistige Herausforderung eine willkommene Ablenkung sein. Am Beispiel mit der Knobelei um die richtige Farbe des Hutes.

Eine Zeichnung mit mehreren Männchen und andersfarbigen Hüten

Richtige Farbe des Hutes - Eine Denkaufgabe

Bundeswehr / Fabian Schier

Vier Personen werden vor einer Wand platziert. Drei hintereinander auf der einen Seite, einer auf der gegenüberliegenden Seite. Alle blicken auf diese Wand. Jede Person bekommt einen Hut aufgesetzt. Es gibt zwei rote und zwei grüne Hüte. Welche Farbe ihr Hut hat, wissen sie natürlich nicht, miteinander sprechen dürfen sie auch nicht. Einer dieser vier kann nach einiger Zeit mit absoluter Gewissheit seine Farbe benennen, sodass das Spiel beendet ist. Welche Person ist es? Die Auflösung weiter unten…


Um genau solche Denkanstöße und Symbole als Hilfsmittel schnell und einfach umzusetzen, mussten die Teilnehmer selbst kreativ werden. Was nützt die beste Absicht, wenn sie nicht präsentiert werden kann? Mit Visualisieren und Präsentieren zeigten externe Flipchartcoaches neue Möglichkeiten jenseits des angestaubten Images, dass sich das Flipchart auch heute als modernes methodisches Einsatzmittel neben etwa Whiteboards behaupten kann. Dabei kamen auch ungeahnte Talente zum Vorschein, nicht nur zur Freude der Künstler, sondern auch für zukünftige Lehrgangsteilnehmer.


Spoileralarm! Wenn Sie weiter knobeln möchten, lesen Sie jetzt nicht die Auflösung!

Person 1 hat keine Information, kann keine Aussage treffen. Selbiges gilt für Person 2. Person 3 sieht nur Person 2, Person 4 sieht Person 2 und 3. Person 4 kann nicht auf seine Hutfarbe schließen, da nur ein roter und ein grüner Hut (vergeben, die er sehen kann) für ihn zu sehen sind. Hätten Person 2 und 3 die gleiche Hutfarbe, könnte Person 4 sofort reagieren. Da Person 4 keine Aussage trifft, kann Person 3 nach einiger Zeit folgern, dass Person 4 keine Gewissheit über die vergebenen Hutfarben hat. Person 3 muss folgerichtig eine andere Hutfarbe als Person 2 haben. Person 3 beendet das Spiel.

von Christoph Emschermann