Neustart Teil 1: erster Lehrgang erfolgreich abgeschlossen

Neustart Teil 1: erster Lehrgang erfolgreich abgeschlossen

  • Ausbildung
  • Zentrum Innere Führung
Datum:
Ort:
Koblenz
Lesedauer:
4 MIN

AHA – Abstand, Hygiene und Alltagsmaske, also das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung – dieser bestimmende Dreiklang der Corona-Schutzmaßnahmen begleitete die Teilnehmenden durch den ersten Lehrgang am Zentrum Innere Führung nach einer fast dreimonatigen zwangsweisen Lehrgangspause. „Wehrrecht für Lehroffiziere“ stand für 15 Soldatinnen und Soldaten in dieser Woche auf dem Dienstplan.

„Ich wusste von Anfang an, was mich hier erwartet und worauf ich mich einstellen muss“, beschreibt Oberleutnant Manuel Wuttke seine Gefühlslage vor Beginn des Lehrgangs am Zentrum Innere Führung. Alle Teilnehmenden erhielten noch vor ihrer Anreise das geltende Hygienekonzept und einige zusätzliche Erklärungen. Der Zugführer aus der 3. Kompanie des FAFeldwebelanwärter-/UA-Bataillons 2 aus Bückeburg dachte zunächst, dass alle Lehrgänge immer noch abgesagt seien. Es freute den jungen Offizier daher umso mehr, als er erfuhr, dass nun wieder Lehrgänge stattfinden: „Das war eine positive Überraschung. Ich war aber auch voller Erwartung, wie denn der Lehrgang unter den Auflagen und Maßgaben des Hygienekonzeptes stattfindet und war eigentlich durchweg positiv gestimmt.“

Die Oberleutnante Tenter, Wuttke und Sndarp diskutieren mit Mund-Nasen-bedeckung rund um eine Flipchart.

Oberleutnant Marvin Tenter (li), Oberleutnant Manuel Wuttke (mi) und Oberleutnant Lukas Sundarp (re) müssen nur abseits ihrer individuellen Sitzplätze eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Bundeswehr / Schier

In der Vorbereitung hat das Team um den Lehrgangsleitenden Dr. Florian Faulenbach das Training - das die Teilnehmenden auf ihre Aufgaben als Lehroffiziere im Fach Wehrrecht in der Laufbahnausbildung der Unteroffiziere bzw. Maate und Feldwebel bzw. Bootsleute vorbereitet und qualifiziert - in seine einzelnen Bestandteile und Inhalte zerlegt. Im Sinne eines bestmöglichen Erfolges für die Teilnehmenden mit praktizierbaren Schutzmaßnahmen wurde der Lehrgang anschließend neu geordnet, angepasst und wieder zusammengesetzt. „Ob trotz aller Vorbereitungen eine angenehme Lernatmosphäre aufkommen würde, war vor dem Lehrgang nicht abzusehen,“ gibt Faulenbach einen Einblick in seine Gedanken.

Wissen auf Distanz

„Ich fühle mich hier sehr wohl“ beschreibt Oberleutnant Lukas Sundarp die Situation in der Koblenzer Ausbildungseinrichtung. Der Personaloffizier im Gebirgsjägerbataillon 231 in Bad Reichenhall beschreibt den Lehrgangsablauf unter den Corona-bedingten Schutzmaßnahmen als sehr praktikabel und ausgewogen. Die größte Erleichterung sei für ihn, dass die Teilnehmenden – nachdem sie ihren individuell markierten Sitzplatz erreicht haben – die Mund-Nasen-Bedeckungen abnehmen dürfen. Den Großteil des Lehrgangstages verbringen die Soldatinnen und Soldaten somit ohne Maske, was der junge Offizier als sehr praktisch und angenehm beschreibt.

Trotz der Einschränkungen schaffen es das Dozententeam des Zentrums Innere Führung die Inhalte bestmöglich zu transportieren. Neben dem großen Hörsaal stehen weitere kleinere Hörsäle, ebenfalls unter Einhaltung der Abstände und mit markierten Sitzplätzen, für Gruppenarbeiten zur Verfügung. Und auch nach Dienst fand der Austausch über die Lehrgangsinhalte hinaus unter Einhaltung der notwendigen Schutzmaßnahmen statt.

Praxistest und Ausblick

„Ich denke, dass die Maßnahmen keinen Einfluss auf die Inhalte und deren Vermittlung haben“ bewertet Oberleutnant Marvin Tenner den Lehrgangsablauf. Der Zugführer in der VI. Inspektion der Schule Strategische Aufklärung in Flensburg zieht am Ende der Woche ein sehr positives Fazit: „Ich kann nur jedem empfehlen, der derzeitig noch auf einen Lehrgang am Zentrum Innere Führung wartet, das Angebot wahrzunehmen. Ich kann auch nur jedem anraten, dass er auch in seinem eigenen Bereich das Konzept [der Inneren Führung] umsetzt und im unterstellten Bereich dafür wirbt, es zu leben.“

Zustimmung erhält er in der Lehrgangsbilanz von Personaloffizier Sundarp: „Ich habe meine Kameraden sofort informiert, dass sie sich zu den Lehrgängen hier anmelden sollen. Sie sind einfach super informativ und wirklich eine den Dienst bereichernde Erfahrung.

Die Informationen, die man hier mitnimmt, sorgen auf jeden Fall für Handlungssicherheit.“

„Die Soldatinnen und Soldaten und unsere Dozenten habe sich sehr gut auf die vorherrschende Situation eingestellt. Der Ausbildungsstoff wurde vermittelt, die Mitarbeit war sehr gut, es herrschte eine produktive Lernatmosphäre und das Ausbildungsziel wurde zu 100 Prozent erreicht – im Ergebnis nahezu ein Lehrgang wie vor der Corona-Zeit,“ teilt Faulenbach das positive Feedback seiner Lehrgangsteilnehmenden:

Das Zentrum Innere Führung hat unter den gegebenen Umständen das Beste daraus gemacht!“

So wurde eine Unterrichtseinheit auch in Form einer WebEx (Videokonferenzsoftware) durchgeführt. Ein Rechtslehrer des ZInFüZentrum für Innere Führung, der sich aktuell in Vorbereitung seines Auslandseinsatzes in Quarantäne befindet, schaltete sich von dort in den Hörsaal ein und besprach mit den Lehrgangsteilnehmenden Einzelheiten zur Wehrbeschwerdeordnung. Der Versuch machte aber auch deutlich, dass es für diese Art von „distance-learning“ noch besserer technischer Rahmenbedingungen bedarf.

Im Juni und Juli beginnen noch weitere Lehrgänge unter Corona-Bedingungen am Zentrum Innere Führung, wie z. B. „Innere Führung mit Einheitsführerinnen und Einheitsführern“ oder das sogenannte „Refresher-Seminar für Peers“. Ab August soll nach der Auswertung der aktuellen Lehrgänge und unter Berücksichtigung der dann gültigen Auflagen in einen eingeschränkten Regelbetrieb übergegangen werden.

Im zweiten Halbjahr 2020 wird der Fokus im Trainingsbetrieb auf der Durchführung der Pflichtlehrgänge für die wesentlichen Multiplikatoren der Inneren Führung in der Truppe (z. B. mit Bataillonskommandeurinnen und Bataillonskommandeuren, Einheitsführerinnen und Einheitsführern sowie „Spießen“), bei einsatzbezogenen Trainings sowie auf Trainings für das Personal der Rechtspflege liegen.

von Thomas Martin