Als die Luftwaffe 1956 gegründet wurde, gab es keine Kasernen, keine Lehrpläne, keine Ausbilder, nur den politischen Willen, eine demokratische Luftstreitkraft aufzubauen. Die ersten Rekruten waren echte Pioniere. Viele hatten Kriegserfahrung, aber die neue Bundeswehr sollte anders werden: in die NATONorth Atlantic Treaty Organization integriert, demokratisch geführt und mit modernem Gerät. Wer damals Jetpilot werden wollte, musste zunächst nach Nordamerika. In den USA lernten die ersten deutschen Flieger auf Stützpunkten in Texas oder Arizona auf den F-84 Thunderjets (im Bild). Zurück in der Bundesrepublik wurden aus Schülern Lehrer. Sie mussten nicht nur fliegen, sondern eine ganze Ausbildungskultur schaffen: Handbücher schreiben, Prüfungen entwickeln, Standards setzen.
Ein ehemaliger Flugschüler erinnert sich: „Wir haben improvisiert, wo wir konnten. Manchmal gab es mehr Fragen als Antworten.“ Die Unterkünfte waren provisorisch, das Material knapp – aber der Wille und das Engagement waren groß. Diese Generation hat das Fundament für das spätere Mindset der Luftwaffe gelegt: Disziplin ohne Drill und technische Exzellenz als Prinzip. Was sie aufgebaut hat, trägt bis heute. Ohne diese Pioniere gäbe es keine Luftwaffe, wie wir sie heute kennen.