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Veteranenkultur

Zweiter Nationaler Veteranentag: Deutschland würdigt seine Soldatinnen und Soldaten

Zweiter Nationaler Veteranentag: Deutschland würdigt seine Soldatinnen und Soldaten

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Die Veteraninnen und Veteranen der Bundeswehr haben sich den Respekt der Gesellschaft redlich verdient. Am Nationalen Veteranentag werden sie für ihre Verdienste um das Land und seine Menschen öffentlich gewürdigt. Der Gedenktag wurde in Berlin am 21. Juni 2026 zum zweiten Mal gefeiert – auch Kanzler Friedrich Merz drückte seine Wertschätzung aus. 

zwei Mädchen in gelben Shirts vor dem Bundestag

Auf Tuchfühlung mit der Bundeswehr: Das Bürgerfest zum zweiten Nationalen Veteranentag lockte am 21. Juni 2026 zahlreiche Bürgerinnen und Bürger ins Regierungsviertel von Berlin

Bundeswehr/Tom Twardy

Zehn Millionen Veteraninnen und Veteranen gibt es in Deutschland: aktive Soldatinnen und Soldaten sowie Ehemalige, die ehrenhaft aus ihrem Dienst in der Bundeswehr entlassen wurden. Sie alle haben während ihrer Zeit beim Militär erhebliche Risiken auf sich genommen, um die Bundesrepublik zu schützen – und einige haben ihren Einsatz mit ihrer Gesundheit bezahlt. Um diese Menschen zu würdigen und das Bewusstsein für ihre Leistungen in der Gesellschaft zu schärfen, gibt es den Veteranentag.

Friedrich Merz am Redepult Bundeskanzler Friedrich Merz, am 21. Juni 2026 auf dem Nationalen Veteranentag in Berlin Bundeswehr/Tom Twardy
„Veteraninnen und Veteranen verdienen unseren Dank und unsere Hochachtung – nicht nur am Veteranentag, sondern das ganze Jahr über. Wir vertrauen auf sie.“

Der staatliche Gedenktag wurde 2024 auf Beschluss des Bundestags eingeführt. Jedes Jahr am 15. Juni wird er begangen. 2025 wurde der Veteranentag zum ersten Mal gefeiert – mit einem Bürgerfest am Reichstag in Berlin und bundesweiten Veranstaltungen. Allein in der Hauptstadt kamen damals rund 10.000 Bürgerinnen und Bürger, um ihre Solidarität mit den Soldatinnen und Soldaten zu bekunden.

Auch die zweite Auflage 2026 zog die Freunde der Bundeswehr an, um den Tag unter dem Motto „Veterans, Family and Friends“ mit Gleichgesinnten zu verbringen. Ausdrücklich war der Veteranentag auch den Angehörigen der Soldatinnen und Soldaten gewidmet worden. Häufig müssen Kinder und Partner zurückstecken, wenn die soldatische Pflicht ruft. Gefeiert wurde am Wochenende, um möglichst vielen Menschen einen Besuch zu ermöglichen. Da parallel auch der Tag der offenen Tür der Bundesregierung stattfand, war einiges los im Regierungsviertel von Berlin.

Politik zollt Respekt

Das Bürgerfest war der Abschluss einer der Veteranenkultur gewidmeten Woche. Seit dem 13. Juni hatte es bundesweit rund 200 Veranstaltungen zum Thema gegeben. Beim abschließenden Bürgerfest bekamen auch Abgeordnete und Regierungsvertretende einen Eindruck, was in der Veteranenarbeit geleistet wird – und das häufig in ehrenamtlicher Arbeit. Neben Verteidigungsminister Boris Pistorius und Bundeskanzler Friedrich Merz waren auch die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und der Wehrbeauftrage Henning Otte auf dem Gelände zwischen Spree und Kanzleramt unterwegs.

Minister Pistorius auf Bühne am Rednerpult Verteidigungsminister Boris Pistorius, am 21. Juni 2026 auf dem Nationalen Veteranentag in Berlin Bundeswehr/Tom Twardy
„Die Menschen in unserem Land stehen hinter den Frauen und Männern, die in der Bundeswehr ihren Dienst geleistet haben oder noch leisten. Wir stehen an ihrer Seite: öffentlich, sichtbar, solidarisch.“

Mit Generalinspekteur General Carsten Breuer und seiner Stellvertreterin, Frau Generaloberstabsarzt Nicole Schilling, war auch die militärische Spitze der Bundeswehr vertreten. Die Veteranenangelegenheiten haben in den Streitkräften hohe Priorität; sie fallen in die Zuständigkeit der Stellvertreterin des Generalinspekteurs. Die Bundeswehr sichert ihre Veteraninnen und Veteranen umfassend ab, falls sie im Dienst bleibende Schäden davontragen. Auch werden ihre Angehörigen von den Familienzentren der Bundeswehr unterstützt, wenn sie im Einsatz sind.

Zusätzlich gibt es ein Hilfsnetzwerk privater Initiativen, um Veteraninnen, Veteranen und ihre Familien zu unterstützen. Rund 80 dieser Initiativen, Organisationen, Verbände und Vereine aus dem In- und aus dem Ausland informierten im sogenannten Veteranendorf über ihre Arbeit und warben um neue Unterstützerinnen und Unterstützer.

Kunst, Musik und ernste Anliegen

Neben Livekonzerten – auf der Hauptbühne traten unter anderem The Boss Hoss, Heinz Rudolf Kunze und die Bigband der Bundeswehr auf – konnten auch Podiumsdiskussionen zu den vielen Facetten der Veteranenkultur besucht werden. Auf der Nebenbühne wurde unter anderem über das Leben mit einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) debattiert – einer psychischen Erkrankung, die manche Veteraninnen und Veteranen als Folge traumatischer Erlebnisse im Dienst entwickeln. Weitere Gespräche drehten sich um das Spannungsfeld zwischen Militär- und Familienleben oder um die Kameradschaft nach dem Ende der aktiven Dienstzeit bei der Bundeswehr.

blonde Frau in blauem Kleid und rosa Jacke am Rednerpult Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Schirmfrau des Nationalen Veteranentags Bundeswehr/Tom Twardy
„Veteraninnen und Veteranen erinnern uns daran: Sicherheit ist keine abstrakte Größe. Sie hat Gesichter, Lebenswege, Erfahrungen und auch Wunden, die bleiben.“

Ein besonderer Fixpunkt des Bürgerfestes zum Nationalen Veteranentag in Berlin war die Ausstellung „Verwundet“ des Rockmusikers und Fotokünstlers Bryan Adams, der die Verletzungen von Veteraninnen und Veteranen fotografisch dokumentiert. Bereits im letzten Jahr hatte der Künstler seine Arbeiten auf dem Veteranentag gezeigt. Auch dieses Jahr zog es viele Gäste in die Ausstellung, die am Spreebogen unter freiem Himmel aufgebaut worden war. Wer wollte, konnte vor Ort mit mehreren Veteraninnen und Veteranen der Bundeswehr sprechen, die Adams für seine Fotokunst Modell gestanden hatten.

von Timo Kather

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