Bilder der Woche

Eingefangen: Bilder aus der Bundeswehr

Eingefangen: Bilder aus der Bundeswehr

Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
4 MIN

Eine Woche voller Ereignisse: Verteidigungsminister Boris Pistorius erlebt seinen ersten Truppenbesuch in Altengrabow, Deutschland liefert zum ersten Mal Kampfpanzer an die Ukraine. Zum Schutz der NATO-Ostflanke wurden außerdem zwei Patriotstaffeln nach Polen verlegt, um dort die Flugabwehr zu unterstützen. 

  • Ein Soldat sichert den Zugang zum nächsten Raum ab, dabei steht er an einer Wand. An der Wand ist ein Street Art Gemälde.

    Straßenkunst und Straßenkampf: Deutsche Soldatinnen und Soldaten der Gebirgsjägertruppe trainieren auch in der Slowakei ihre Fähigkeiten. In verschiedenen Übungsszenarien halten sie sich fit im Orts- und Häuserkampf.

    Bundeswehr/Dominik Lennartz
  • Eine Frau und ein Mann halten eine Flagge mit dem Logo der Invictus Games Düsseldorf 2023 hoch. Ein anderer Mann steht daneben.

    Flagge zeigen für Versehrtenspiele: Im September finden die Invictus Games erstmalig in Deutschland statt. Ausgetragen werden sie in Düsseldorf.

    Invictus Games/D.LIVE/Kenny Beele
  • Ein Patriot System steht in einer Winterlandschaft

    Feuerbereit bei jedem Wetter: Die ersten zwei Patriotstaffeln sind auf dem Weg nach Polen. Dort sollen die Waffensysteme beim Überwachen und Schützen des Luftraumes unterstützen.

    Bundeswehr/Lars Koch
  • Aus der Froschperspektive ist der Kampfpanzer vom Typ Leopard A6 zu erkennen

    Stahlkoloss: Die deutsche Regierung liefert 14 Kampfpanzer des Typs Leopard 2 A6 (vorn) an die Ukraine. Ausgebildet an den Panzern werden die ukrainischen Soldaten durch die Bundeswehr.

    Bundeswehr/Jörg Koch
  • Pistorius schaut aus der Heckluke eines Panzers vom Typ Puma, ein Soldat außerhalb zeigt auf etwas außerhalb des Bildes

    Zum allerersten Mal besucht der neue Verteidigungsminister Boris Pistorius die Truppe. Es sei ein gutes Gefühl, mit den Soldatinnen und Soldaten sprechen zu können, so der Minister.

    Bundeswehr/Tom Twardy

Stürmen, überwachen und sichern

Nicht nur in der Heimat, sondern auch im Ausland trainieren die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr weiter ihre Fähigkeiten. So üben die Gebirgsjäger in der Slowakei bei der einsatzgleichen Verpflichtung eVAenhanced Vigilance Activities (enhanced Vigilance Activities) unter anderem den Orts- und Häuserkampf.

Denn bei einem Kampf in urbanem Gelände lauert die Gefahr im wahrsten Sinne des Wortes hinter jeder Tür. Die Sicht ist begrenzt, Angreifer können sich in Gebäuden verstecken und große Waffensysteme können in dicht bebauten Straßen nur sehr eingeschränkt eingesetzt werden. In solchen Lagen müssen die Soldaten und Soldatinnen vor allem schnell agieren, Feinde ausfindig machen und diese umgehend bekämpfen. 

Aber auch die Vorgehensweise einer Sturmgruppe ist Teil der Übung. Die Sturmgruppe dringt in Gebäude ein und arbeitet sich von Raum zu Raum vor. Dabei arbeitet sie eng zusammen mit der Sicherungsgruppe, die zwischenzeitlich alle anderen Eingänge und Fenster überwacht. Taucht dort ein Feind auf, nimmt sie ihn unter Feuer.  Die Soldatinnen und Soldaten dürfen sich zu keiner Zeit ablenken lassen und müssen ein eingespieltes Team sein. Routiniert werden die Zugänge zu den Häusern überwacht, nachdem die Räume abgeriegelt wurden. 

Der Countdown läuft

Die Invictus Games 2023 sind in vielerlei Hinsicht dieses Jahr ein besonderes Ereignis. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Sportevents sind im Dienst verwundete oder verletzte Militärangehörige. Die Athletinnen und Athleten wollen sich natürlich in sportlichen Wettkämpfen miteinander messen, aber das allein steht nicht im Mittelpunkt. Für viele der Sportlerinnen und Sportler bedeutet eine Teilnahme an den Invictus Games auch einen Schritt zurück in ein normales Leben und setzt ein Zeichen, wie weit sie in ihrem Rehabilitationsprozess bereits gekommen sind. 

Dieses Jahr gibt es bei den Wettkämpfen viele erste Male. Deutschland darf zum ersten Mal die Veranstaltung ausrichten und mit Israel und Kolumbien werden auch zwei neue Länder als Teilnehmer begrüßt. Unter dem Motto „A Home for Respect“ werden die Versehrtenspiele im September in Düsseldorf stattfinden. 

Patriots in Polen

Um die NATO-Ostflanke weiter zu schützen, werden die ersten beiden zugesagten Patriotstaffeln nach Polen gebracht. Sie stammen aus dem Flugabwehrraketengeschwader 1 aus Bad Sülze und sollen in Zamość nahe der ukrainischen Grenze aufgestellt werden. Insgesamt werden drei Patriotstaffeln in Polen zukünftig eingesetzt, um den polnischen Luftraum zu sichern und zu überwachen. Beim Transport der Waffensysteme werden die Soldatinnen und Soldaten aus Bad Sülze von der gesamten Bundeswehr unterstützt. 

Feldjäger, ITInformationstechnik-Kräfte und medizinisches Personal begleiten die Patriotstaffeln auf ihrem Weg. Die Defensivsysteme sind Teil der Rückversicherungsmaßnahmen der NATO für die osteuropäischen Bündnispartner (enhanced Vigilance Activities). Der zukünftige Kontingentführer der neuen Mission in Polen wird Oberst Jörg Sievers. Er leitete bereits eine ähnliche Task Force in der Slowakei. 

Kampfpanzer für die Ukraine

Deutschland wird die Ukraine im Krieg gegen Russland mit 14 Kampfpanzern vom Typ Leopard 2 A6 unterstützen. Neben der Ausbildung von ukrainischen Soldatinnen und Soldaten an den Großgeräten der Bundeswehr umfassen die Unterstützungsleistungen auch Logistik, Wartung der Systeme und Munition.

Verteidigungsminister Boris Pistorius betonte, dass die Lieferung nicht die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr beeinträchtigen werde. Die Ausbildung an den Kampfpanzern solle zügig beginnen und in Deutschland stattfinden.

Oberstes Ziel der Bundesregierung sei es weiterhin, die Ukraine in ihrem Kampf um die eigene Souveränität zu unterstützen. Pistorius stellte klar, dass die Unterstützung erfolgen würde, die nötig sei, ohne dass Deutschland dabei aber zur aktiven Kriegspartei würde.

Minister unter Soldaten

Für seinen ersten Truppenbesuch bei den Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr wollte der neue Verteidigungsminister Pistorius gleich beim scharfen Schuss dabei sein. Auf dem Truppenübungsplatz in Altengrabow übte das Logistikbataillon 171 aus Burg mit Handwaffen.

Das Panzergrenadierbataillon 122 aus Oberviechtach übte zeitgleich mit dem Puma. Mit hohem Tempo bewegten sich die Soldatinnen und Soldaten in ihren Gefechtsfahrzeugen über die Schießbahn und schossen mit scharfer Munition auf unterschiedliche Ziele. Pistorius konnte dies hautnah beobachten aus der Schützenluke eines Schützenpanzers Puma.

„Ich nehme an, Sie sind genauso angetan wie ich von dem, was wir hier gesehen haben.“, sagte er hinterher zu den versammelten Medienvertretern. Der Verteidigungsminister wird in nächster Zeit weitere Standorte der Bundeswehr besuchen und sich ein Bild von der Truppe verschaffen.  

von Janet Watson

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