Evakuierung aus Afghanistan
Die Bundeswehr unterstützte vom 16. bis zum 26. August 2021 die Evakuierungsoperation des Auswärtigen Amtes aus Afghanistan.
Im Nahen Osten wird gekämpft. Die USA und Israel führen Luftangriffe gegen den Iran. Der antwortet seinerseits mit massiven Drohnen- und Raketenangriffen in der ganzen Region. Was Deutsche im Nahen Osten jetzt tun müssen, um sicher nach Hause zu kommen – und wie die Bundesregierung sie dabei unterstützt.
Der Nahe Osten ist seit Jahrzehnten in einer Spirale der Gewalt gefangen. Nach den Luftangriffen auf den Iran Ende Februar 2026 kam der zivile Luftverkehr zum Erliegen. Auch viele Menschen aus Deutschland sitzen in der Golfregion fest (Symbolfoto).
IMAGO/Panama Pictures/Christoph HardtDer israelisch-amerikanische Angriff auf den Iran war politisch zwar absehbar, kam aber dennoch für viele überraschend. Das Regime in Teheran schlägt zurück – und überzieht den gesamten Nahen Osten mit Drohnen- und Raketenangriffen. Dabei steht nicht nur der iranische Erzfeind Israel im Fokus. Auch Länder mit guten Verbindungen zum Westen – wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain oder Katar – werden von iranischen Angriffen getroffen.
In den Golfstaaten befinden sich derzeit viele tausend Deutsche. Schätzungen zufolge sind es etwa 30.000 Menschen, die nun so schnell wie möglich zurück nach Hause wollen. Doch der gesamte zivile Luftraum im Nahen Osten ist von den Kampfhandlungen betroffen, über den kriegführenden Ländern Iran und Israel ist er sogar komplett gesperrt. Auch die Flughäfen von Katar, Kuwait und Bahrain mussten zeitweise geschlossen werden. Viele Fluggesellschaften haben den regulären Flugverkehr im Nahen Osten aus Sicherheitsgründen vollständig eingestellt.
Das Auswärtige Amt empfiehlt von Flugstreichungen betroffenen deutschen Staatsangehörigen daher, auf dem Landweg in einen Nachbarstaat auszureisen, der weiterhin von der zivilen Luftfahrt angeflogen wird. Von dort aus können die Deutschen dann mit Linienfliegern zurück nach Deutschland reisen. Gleichzeitig verhandelt das Auswärtige Amt mit Fluggesellschaften, um Bundesbürgerinnen und -bürger auch mit gecharterten Maschinen nach Deutschland ausfliegen zu lassen. Zunächst sollen besonders verletzliche deutsche Staatsangehörige – Schwangere, Kranke und Minderjährige – über die omanische Hauptstadt Maskat und die saudische Hauptstadt Riad ausgeflogen werden. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate wollen ihren Flugverkehr unter strengen Sicherheitsvorgaben nach und nach wieder aufnehmen.
Rund um die Uhr werde daran gearbeitet, die Menschen in der Region zu unterstützen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Mehrfach täglich informiert das Auswärtige Amt über aktuelle Entwicklungen in sozialen Netzwerken und auf seiner Webseite. Zudem sollten sich Deutsche in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND eintragen, um jederzeit kontaktiert werden zu können. Auch über eine Hotline können Betroffene Hilfe bekommen. Sie ist unter (0049) 30 5000 87777 zu erreichen.
Die Bundesregierung hat einen Krisenstab gebildet, um die Unterstützungsleistungen zu koordinieren. Auch das Verteidigungsministerium ist beteiligt und leistet umfangreiche Hilfe. Mehrere Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr wurden als Mitglieder von Krisenunterstützungsteams in die Region entsandt. Diese Teams unterstützen die deutschen Botschaften in Katar, in den Vereinigten Arabischen Emiraten und im Libanon dabei, die Bürgerinnen und Bürger aus Deutschland wohlbehalten in ihre Heimat zurückzubringen.
Wenn eine eigenverantwortliche Rückreise aufgrund der Sicherheitslage vor Ort nicht möglich sein sollte, kann die Regierung eine Evakuierungsoperation zur Rettung ihrer Staatsangehörigen beschließen. Eine sogenannte diplomatische Evakuierungsoperation wird vom Auswärtigen Amt organisiert und erfolgt meist mit zivilen Flugzeugen. Die Bundeswehr unterstützt dabei mit den Krisenunterstützungsteams und gegebenenfalls mit militärischen Transportkapazitäten.
Spitzt sich die Lage weiter zu, kann der Bundestag auch eine militärische Evakuierungsoperation anordnen. In diesem Fall macht sich ein bewaffnetes Einsatzkontingent der Bundeswehr auf den Weg, um gefährdete deutsche Staatsangehörige in Sicherheit zu bringen. Derartige militärische Evakuierungsoperationen wurden zuletzt im Sudan (2023) und in Afghanistan (2021) durchgeführt.
von Redaktion der Bundeswehr