Neuer Wehrdienst: Assessment und Musterung
Wer ist geeignet für den Dienst in der Truppe? Zum Verfahren gehören unter anderem eine ärztliche Begutachtung sowie ein Computertest.
Wer ist interessiert am Dienst in der Truppe? Mit einem Fragebogen an alle 18-jährigen Deutschen verschafft sich die Bundeswehr einen Überblick.
Schon im Frieden muss die Bundeswehr dafür sorgen, dass sie im Fall der Landes- und Bündnisverteidigung schnell wachsen kann. Dafür muss sie wissen, wen sie heranziehen kann und wie geeignet der- oder diejenige ist. Durch den Fragebogen und die Musterung gelingt es der Bundeswehr, das Potenzial der zur Verfügung stehenden jungen Menschen sowie der künftigen Reservistinnen und Reservisten zu erfassen.
Alle deutschen jungen Männer und Frauen erhalten nach ihrem 18. Geburtstag einen Brief mit einem QR-Code, der zu einem Onlinefragebogen führt. Die Fragen können hier (PDF, 6,9 MB) auch ohne Zugangscode eingesehen werden. Die Bundeswehr ermittelt mit dem Fragebogen Motivation und Eignung der Angeschriebenen für den Dienst in den Streitkräften. Männer müssen den Fragebogen beantworten, für Frauen ist dieses freiwillig.
Mit diesem Fragebogen, im Gesetz als „Bereitschaftserklärung” bezeichnet, will die Bundeswehr Auskunft über folgende Fragen erhalten:
Jährlich vollenden ungefähr 350.000 Männer mit deutscher Staatsbürgerschaft das 18. Lebensjahr. Ab 2026 werden diese zum Ausfüllen des Fragebogens aufgefordert.
Das Grundgesetz sieht vor, dass nur Männer zum Dienst in den Streitkräften verpflichtet werden können. Bei Frauen ist das laut Grundgesetz nicht möglich. Sie können sich aber freiwillig für den Dienst in der Bundeswehr melden.
Der Wehrdienst ist auf eine freiwillige Dienstleistung ausgelegt und unterliegt keiner Verpflichtung. Richtig ist, dass ab 2026 gezielt jüngere Menschen nach Vollendung des 18. Lebensjahres direkt angesprochen werden, da sich diese oft in beruflicher, persönlicher oder familiärer Hinsicht noch nicht in einer festen Lebenssituation befinden.
Mit Aussetzung der verpflichtenden Einberufung im Jahr 2011 wurden auch sämtliche Strukturen der Wehrerfassung und Musterung abgebaut. Die Bundeswehr wäre derzeit weder personell noch infrastrukturell in Lage, frühere Jahrgänge flächendeckend zu erfassen. Ein Jahrgang besteht aus etwa 350.000 männlichen Staatsbürgern. Wenn die Bundeswehr ältere Jahrgänge bis 1993 erfassen wollte, wären dies über fünf Millionen Menschen.
Also beginnt die Bundeswehr mit dem aktuellen Jahrgang, der im Jahr 2026 volljährig wird. Und das ist der Geburtsjahrgang 2008.Grundsätzlich steht eine freiwillige Wehrdienstleistung aber auch Menschen offen, die vor 2008 geboren wurden.
Nein, auch der Antrag auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer entbindet wehrpflichtige Männer nicht davon, den Fragebogen auszufüllen und zurückzuschicken.
Das Recht, den Kriegsdienst zu verweigern, bleibt bei der Einführung des Neuen Wehrdienstes dennoch unverändert bestehen.
Den Fragebogen erhält man erst, wenn man das 18. Lebensjahr vollendet hat. Der Wehrdienst kann im Einzelfall vor dem 18. Lebensjahr begonnen werden, wenn man sich freiwillig bewirbt. Die Zustimmung der Erziehungsberechtigten ist hierfür erforderlich.
Ja. Ausschlaggebend ist der Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit, unabhängig von einer weiteren Staatsangehörigkeit.
Die Verpflichtung zum Ausfüllen des Fragebogens richtet sich nach dem eingetragenen Geschlecht im Personenstandsregister. Sofern die Person das männliche Geschlecht angenommen hat, besteht die Verpflichtung, den Fragebogen auszufüllen. Personen anderer eingetragener Geschlechter können den Fragebogen freiwillig ausfüllen.
Die Ableistung des Neuen Wehrdienstes ist freiwillig. Daher muss auch niemand von ihm befreit werden. Bei einem verpflichtenden Wehrdienst sind allerdings Geistliche von der Wehrdienstleistung befreit.
Ja. Eine Bewerbung für eine militärische Stelle ist jederzeit über das Bewerbungsportal der Bundeswehr unter bewerbung.bundeswehr-karriere.de möglich.
Man hat einen Monat Zeit für das Ausfüllen und Zurücksenden des Fragebogens.
Sowohl im Anschreiben als auch auf dem Fragebogenportal ist eine Servicenummer angegeben, unter der es Unterstützung gibt beim Ausfüllen des Fragebogens.
Eine erneute Zusendung des ursprünglichen Aufforderungsschreibens zur Wehrerfassung erfolgt nicht. Nach Ablauf der Frist wird automatisch per Einschreiben eine Erinnerung verschickt, in der die persönlichen Zugangsdaten (samt QR-Code) nochmals enthalten sind. Das Erinnerungsschreiben enthält auch eine aktualisierte Frist, innerhalb derer der Wehrpflichtige den Fragebogens noch rechtzeitig zur Erfüllung seiner gesetzlichen Pflicht ausfüllen kann.
Sollte auch das Erinnerungsschreiben verloren gegangen sein, so kann man über https://deinwehrdienst.de unter dem Menüpunkt Kontakt oder per Mail an DeinWehrdienst@bundeswehr.org das Problem schildern und die Zugangsdaten erneut per Post erhalten.
Die im Bescheid vorgegebenen Fristen zur Beantwortung des Fragebogens laufen jedoch in jedem Fall weiter.
Nach dem Absenden des Fragebogens erhält jeder eine digitale Bestätigung über den erfolgreichen Versand des Fragebogens.
Außerdem ist vorgesehen, dass jede Person, die ihr Interesse an einem Wehrdienst bekundet, eine Rückmeldung erhält.
Bei Interesse an einer längerfristigen Verpflichtung werden die Interessenten zunächst zur Karriereberatung eingeladen.
Bei Interesse an einer kürzeren Verpflichtung erfolgt die Einladung direkt zum Assessment in das Karrierecenter. Dort ist bei Bedarf allerdings auch ein Karriereberatungsgespräch möglich.
Bitte wenden Sie sich in diesem Fall an die Erfassungsbehörde. Die Kontaktdaten werden mit dem Anschreiben versendet.
Die Wehrersatzorganisation der Bundeswehr ist an Recht und Gesetz gebunden. Das Wehrdienstmodernisierungsgesetz schränkt die Speicherung und Verarbeitung der personenbezogenen Daten der Wehrerfassung auf die dort genannten Zwecke ein.
Zudem gilt die europäische Datenschutzgrundverordnung. Eine Zweckentfremdung ist ausgeschlossen.
Daten von Nicht-Wehrpflichtigen (Frauen und Personen anderer geschlechtlicher Zugehörigkeit als der männlichen), die kein Interesse an einem Wehrdienst erklärt haben, werden von der Bundeswehr unverzüglich gelöscht.
Die Bundeswehr ist hingegen gesetzlich ermächtigt, die Daten von Wehrpflichtigen (männliche Personen, welche das 18. Lebensjahr vollendet haben) grundsätzlich dauerhaft zu speichern.
Wer den Fragebogen nicht ausfüllt oder falsche Angaben macht, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Die Höhe des Bußgelds kann bis zu 250 Euro betragen. Auch nach der Verhängung eines Bußgeldes besteht die Pflicht wehrpflichtiger Männer zur Beantwortung des Fragebogens fort.
In Paragraf 45 Absatz 1 Nummer 1 und Absatz 2 des Wehrpflichtgesetzes ist festgelegt, dass ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig eine Bereitschaftserklärung nicht richtig oder nicht vollständig abgibt, und dass diese Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße geahndet werden kann. Auf die gesetzlichen Regelungen beziehungsweise auf die Rechtsfolge wird in jedem Anschreiben zur Abgabe der Bereitschaftserklärung sowie im Erinnerungsschreiben hingewiesen.
Alle angeschriebenen Wehrpflichtigen, also alle 18-jährigen Männer deutscher Staatsangehörigkeit, sind verpflichtet, innerhalb einer Frist von einem Monat die Bereitschaftserklärung (Fragebogen) auszufüllen. Im Falle der Nichtabgabe innerhalb dieser Frist wird ein Erinnerungsschreiben versandt, in dem eine erneute Frist von zwei Wochen zur Abgabe gesetzt wird.
Die Abgabe einer Bereitschaftserklärung kann jederzeit nachgeholt werden. Die gesetzliche Pflicht zur Abgabe der Bereitschaftserklärung besteht fort.
Der Ablauf der Ordnungswidrigkeitenverfahren ist im Gesetz über Ordnungswidrigkeiten (OWiG) festgelegt. Hiernach wird zunächst ein sogenanntes Anhörungsschreiben durch die zuständige Behörde, in diesem Fall das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw), versandt. Betroffene haben dann die Möglichkeit, sich zum Sachverhalt zu äußern. Daran schließen sich die weiteren Ermittlungen der zuständigen Behörde an.
Nach Abschluss der Ermittlungen kann ein Bußgeldbescheid gemäß Paragraf 65 OWiG mit der Verhängung einer Geldbuße erlassen werden. Auch nach der Verhängung eines Bußgeldes besteht die Pflicht wehrpflichtiger Männer zur Beantwortung des Fragebogens fort.
Sofern auch innerhalb der Nachfrist eine Abgabe der Bereitschaftserklärung nicht erfolgt, wird ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.
Ja, die Abgabe einer Bereitschaftserklärung kann jederzeit nachgeholt werden.
Die Höhe eines Bußgeldes ergibt sich aus Paragraf 17 Absatz 1 OWiG und darf höchstens 1.000 Euro betragen. Aktuell ist vorgesehen, dass ein Bußgeld in einer Höhe von bis zu 250 Euro verhängt wird. Die genaue Höhe wird von der zuständigen Behörde festgelegt und unter anderem danach bemessen, ob ein vorsätzliches oder fahrlässiges Handeln vorliegt.