Unteroffiziere: Meister ihres Fachs
Spezialisten auf ihrem Gebiet: Die Soldatinnen und Soldaten aus der Laufbahngruppe der Unteroffiziere vereinen Fachwissen und Führungsqualitäten.
Wer sich mit der Bundeswehr beschäftigt, stößt regelmäßig auf historische Begriffe. Ein Beispiel dafür ist Portepee. Was heute als Namensgeber für eine Dienstgradgruppe der Unteroffiziere dient, war ursprünglich ein Ausrüstungsgegenstand.
Alle Feldwebeldienstgrade tragen „ihr“ Portepee als altgoldene Paspelierung am Kragen des Dienstanzugs
Bundeswehr/Jonas Weber
Ein historischer Dolch mit Portepee. Die feste Schlaufe wurde um das Handgelenk gelegt und verhinderte so, dass der Dolch versehentlich fallen gelassen wurde.
picture alliance / WZ-BilddienstAb dem 16. Jahrhundert bezeichnete man als Portepee einen Riemen, mit dem eine Seitenwaffe – wie beispielsweise ein Schwert – an der Hand befestigt wurde. Der Zweck im Kampf war pragmatisch: Die Schlaufe sollte verhindern, dass der Soldat seine Waffe im Gefecht versehentlich fallen ließ.
Das Portepee war also ein reiner Nutzgegenstand, den Soldaten aller Dienstgradgruppen verwendeten. Im Laufe der Zeit änderte sich dies jedoch, und die Riemen unterschieden sich zunehmend durch ihre Gestaltung und Materialien. Offiziere und Feldwebel nutzten meist Portepees aus Gold- oder Silbergeflecht. Einfache Soldaten, die sich das nicht leisten konnten, verwendeten häufig Ausführungen aus Wolle.
In der preußischen Armee des 18. Jahrhunderts war das Portepee zeitweise hauptsächlich den Offizieren vorbehalten. Im Jahr 1789 wurde es schließlich auch wieder den Feldwebeln zugestanden. Als später der Dienstgrad des Vizefeldwebels eingeführt wurde, fasste man mehrere dieser Feldwebel-Dienstgrade in der Dienstgradgruppe „Unteroffiziere mit Portepee“ zusammen.
Die Paspelierung, oder auch Paspel, ist eine feine Kordel, die in unterschiedlichen Farben an den Uniformkragen angenäht wird. Bei den Offizieren und Generalen findet sie sich auch auf den Schulterklappen wieder.
Bundeswehr | Grafik: Astrid HöfflingDie Bundeswehr hat diese historische Bezeichnung für ihre Dienstgradgruppen der Unteroffiziere übernommen. Die Gruppe der Unteroffiziere mit Portepee umfasst dabei alle Dienstgrade ab Feldwebel und Fähnrich und bei der Marine ab Bootsmann und Fähnrich zur See. Zwar existiert das Portepee heute nicht mehr in Form eines Trageriemens für eine Seitenwaffe, seine Spuren in Form von Metallgespinst finden sich aber an Heeres- und Luftwaffenuniformen.
von Dennis Püschel