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Besuchertag bei der Übung Schneller Degen in Litauen

Besuchertag bei der Übung Schneller Degen in Litauen

  • Multinationalität
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Datum:
Ort:
Litauen
Lesedauer:
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Wenn gefühlt ein Dutzend dunkle Limousinen auf den Kasernenhof fahren, weiß jede Soldatin und jeder Soldat: Es ist Besuchszeit. So auch bei der 10. Panzerdivision, die jetzt vor Beginn der heißen Phase der computergestützten Stabsübung Schneller Degen ihren Distinguished Visitors Day in Litauen veranstaltete.

Soldaten mehrerer Nationen und drei Zivilisten laufen als Gruppe eine Straße entlang.

Auf dem Weg zum Gefechtsstand: Verteidigungsminister Arvydas Anušauskas (2.v.r.), Generalleutnant Valdemaras Rupšys, daneben der stellvertretende Divisionskommandeur, Brigadegeneral Michael Podzus, sowie Generalleutnant Stephan Thomas (3.v.l.).

Bundeswehr/Oliver Schmidt

Neben dem litauischen Verteidigungsminister Arvydas Anušauskas, seinem Stellvertreter Vilius Semeška und dem Chief of Defence, Generalleutnant Valdemaras Rupšys, kamen trotz der Sommerferien und unter Beachtung der aktuellen Corona-Auflagen rund 60 hochrangige militärische und politische Gäste nach Nemenčinė. In der Kleinstadt unweit der litauischen Hauptstadt Vilnius befindet sich der Gefechtsstand der 10. Panzerdivision zur computergestützten Stabsübung Schneller Degen 21. Neben der Spitze des litauischen Militärs umfasste die lange Gästeliste Generäle, Oberste und Spitzenbeamte aus zahlreichen NATO-Staaten.

Übungsszenario wird vorgestellt

Zahlreiche Soldaten sitzen in einem großen Raum in hören einem Redner gespannt zu.

Generalmajor Ruprecht von Butler (l. stehend) hält einen einführenden Vortrag. Die Gäste schauen auf eine überdimensionale Karte des Operationsgebietes.

Bundeswehr/Rebecca Schneider

Zu Gast waren auch der deutsche Botschafter in Litauen, Matthias Sonn, und Generalleutnant Stephan Thomas. Er ist Kommandeur der deutschen Anteile in den Multinationalen Korps und der militärischen Grundorganisation im Kommando Heer. Der Kommandeur der 10. Panzerdivision, Generalmajor Ruprecht von Butler, begrüßte die erwartungsvolle Runde im Kontrollzentrum der Übung. Auf einer überdimensionalen Karte des Operationsraums der Zehnten erläuterten er und seine Abteilungsleiter neben dem Übungsaufbau und -szenario die wesentlichen Erkenntnisse der Geländeerkundung. Von Butler berichtete über den Ablauf der Verlegung von 470 Soldatinnen und Soldaten, 120 Fahrzeugen und 1.000 Tonnen Material in 110 Containern über eine Strecke von mehr als 1.000 Kilometern von Deutschland nach Litauen. Zudem war das gemeinsame Training zusammen mit der unterstellten Iron Wolf-Brigade wegen der Pandemie zwei Mal verschoben worden und Planung und Logistik mussten zwei Mal umgekrempelt werden.

Gefechtsstände von drei Brigaden

Mehrere Soldaten stehen im Halbkreis unter einem Schutznetz und lauschen den Erklärungen.

Einblicke unterm Tarnnetz: Die Gäste der 10. Panzerdivision lassen sich die Abläufe in einem Gefechtsstand erklären.

Bundeswehr/Rebecca Schneider

Nach der eingehenden Besichtigung des Divisionsgefechtsstandes fuhren die Gäste nach Pabradė. Auf dem litauischen Truppenübungsplatz sind für die Übung die Gefechtsstände von drei Brigaden aufgebaut: Dies sind die Panzergrenadierbrigade 37, die Panzerbrigade 12 und – als Premiere – die litauische Brigade Iron Wolf. In Kleinstgruppen aufgeteilt, besuchten die Gäste die einzelnen Zellen in den komplexen Aufbauten. Zwischendurch war zu erfahren, dass Botschafter Sonn seinen Grundwehrdienst bei der Luftwaffe begonnen hat. Der stellvertretende Verteidigungsminister Vilius Semeška stach durch ausgezeichnete Deutschkenntnisse hervor. Er lebte vor vielen Jahren in Duisburg, um dann für die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) das Geschäft im Baltikum aufzubauen. Irgendwann war ihm das genug und er ging in die Politik: „Ich wollte meinem Vaterland dienen“, begründet er seinen Schritt.

„Wenn nötig, werden wir hier sein“

Mehrere Soldaten und zwei Zivilisten im Anzug sitzen auf einer Bänken nebeneinander und lauschen einem Vortragenden.

Botschafter Matthias Sonn (2.v.r.) und weitere Gäste besuchen den Gefechtsstand der Panzergrenadierbrigade 37.

Bundeswehr/Sven Fischer

Semeška zeigte sich dankbar: „Wir sehen die hohe Bereitschaft, unsere Werte zu verteidigen. Das ist die modernste Übung im freien Litauen, die wir gemeinsam mit Deutschland und anderen Verbündeten machen. Es freuen sich unsere Herzen, dass wir solche Alliierten im Lande haben.“ Er schlug vor, eine Verlegung der Division mit ihrem gesamten Material zu üben, auch um ein Signal zu geben. Sein Fazit: „Zusammen sind wir stark.“ Ähnlich der Minister: „Die Kooperation zwischen den Streitkräften Deutschlands und Litauens ist sehr wichtig“, sagte Anušauskas. Zur Verabschiedung der Gäste wurde von Butler deutlich: „Wenn nötig, werden wir hier sein. Unsere Botschaft ist klar: Wir werden unsere gemeinsamen Werte verteidigen.“

von Rainer Wenning

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