Fallschirmjäger trainieren Drohnenkampf bei Grand Quadriga
Übung- Datum:
- Ort:
- Bergen
- Lesedauer:
- 3 MIN
Bei der Übung Grand Quadriga 2026 auf dem Truppenübungsplatz Bergen stand auch das Thema Drohnen auf dem Programm. Mit Blick auf die Erfahrungen aus dem Krieg in der Ukraine richtete die Division Schnelle Kräfte ihren Blick auf die stetig steigende Bedrohung durch und den Kampf mit solchen Unmanned Aerial Systems (UASUnmanned Aircraft System) genannten Systemen.
„Achtung Drohnen!“ Fallschirmjäger des Fallschirmjägerregiments 31 greifen bei der Übung Grand Quadriga 2026 eine spanische Fahrzeugkolonne mit Kleindrohnen (l.) an
Bundeswehr/Carl SchulzeDie Übung war damit ein Test- und Erprobungsfeld für neue Gefechtsrealitäten. Im Zentrum stand dabei die Luftlandebrigade 1. Sie hat sich innerhalb des Heeres als Vorreiter bei der Integration unbemannter Systeme etabliert. Der Schwerpunkt liegt dabei klar auf sogenannten First-Person-View-UASUnmanned Aircraft System (FPV-UASUnmanned Aircraft System). Sie sind besonders klein und wendig. Die FPV-Drohne ist wie ein kleiner fliegender Stuhl mit Kamera, in den der Pilot sich virtuell hineinsetzt. Durch eine Videobrille sieht der Bediener live genau das, was die Drohne sieht, als würde er selbst durch die Luft fliegen. Es fühlt sich an wie ein sehr realistisches Videospiel, nur dass die Bewegungen echt sind und draußen am Himmel stattfinden. Eine FPV-Drohne verbindet unmittelbare Aufklärung mit präziser Wirkung im Ziel.
In enger Zusammenarbeit mit dem Cyber Innovation Hub der Bundeswehr wurden in den vergangenen Monaten Soldatinnen und Soldaten des Fallschirmjägerregiments 31 umfassend an verschiedenen Drohnensystemen ausgebildet. Das Regiment gehört zur Luftlandebrigade 1. Unterstützt wurden sie dabei unter anderem von ukrainischen Trainern, deren Erfahrungen unmittelbar aus aktuellen Gefechtsszenarien stammen. So fließen Erkenntnisse aus dem realen Kriegsgeschehen in Osteuropa direkt in deutsche Ausbildung und Einsatzverfahren ein. Dadurch entsteht ein Wissenstransfer, von dem auch die Bundeswehr profitiert.
Jetzt muss es schnell gehen. Die Aufklärungsdrohne hat ein Ziel identifiziert. Zur Bekämpfung des Ziels startet der Drohnentrupp eine bewaffnete Drohne.
Bundeswehr/Carl SchulzeDie ausgebildeten UASUnmanned Aircraft System-Teams der Seedorfer Fallschirmjäger können Ziele außerhalb der direkten Sichtweite in mehreren Kilometern Entfernung bekämpfen. Dabei beherrschen sie nicht nur die Steuerung ihrer Abwehrsysteme, sondern auch deren auftragsbezogene Konfiguration. Ob Anpassung der Sensorik, Modifikation der Systeme oder feldmäßige Instandsetzung unter Gefechtsbedingungen – die speziell ausgebildeten Fallschirmjäger agieren flexibel und technisch versiert. Gerade diese Kombination aus technischer Kompetenz und taktischer Einbindung gilt als Schlüssel im Umgang mit einer immer größer werdenden Bedrohung durch Drohnen.
Die Übung Grand Quadriga 2026 trug dieser Entwicklung Rechnung. Die Verfahren beim Einsatz von Drohnen sowie die Abwehr gegnerischer Drohnensysteme wurden unter realitätsnahen Bedingungen gemeinsam mit Soldatinnen und Soldaten aus Spanien, Italien, der Türkei und Tschechien geübt und abgefordert. Ziel war es, robuste Handlungsabläufe zu etablieren, die auch unter hoher Bedrohung Bestand haben.
Neben klassischer Munition sind Drohnen dabei ein ergänzendes Mittel. Insbesondere für die Leichten Kräfte des Heeres wie die Fallschirmjäger eröffnen sie neue Handlungsoptionen, denn Drohnen sind hochmobil, vergleichsweise kostengünstig und schnell verfügbar. Sie vereinen Aufklärung und unmittelbare Wirkung in einem System. Die Truppe erhält mit ihnen Fähigkeiten, die das Gefechtsfeld nachhaltig verändern.
Aus mehreren Kilometern Entfernung überwacht der Drohnenbediener den zugewiesenen Geländestreifen. Die Kameras der Drohne erlauben es ihm, auch bei eingeschränkter Sicht Ziele zu erkennen und zu identifizieren.
Bundeswehr/Carl Schulze„Diese Übung hat mich als Bediener deutlich nach vorn gebracht. Hier auf dem Truppenübungsplatz in Bergen war es möglich, auf eine sehr große Entfernung die Drohnen einzusetzen, was sonst bei Übungsflügen nicht möglich ist“, erklärte ein Drohnenbediener, während er sein Gerät für den Einsatz vorbereitete.
Die Luftlandebrigade 1 zeigte bei Grand Quadriga exemplarisch, wie auf Truppenebene Innovation, Ausbildung und operative Umsetzung ineinandergreifen können, um den Herausforderungen moderner Gefechtsführung wirksam zu begegnen – praxisnah und kriegstauglich.
Auch im Regen bekämpft eine solche First-Person-View-Drohne die aufgeklärten Kräfte zielsicher
Bundeswehr/Carl Schulze
Der Drohnenbediener sieht auf dem Display seiner Brille, wohin er die Drohne steuert. Dadurch kann er sie präzise ins Ziel lenken.
Bundeswehr/Carl Schulze
Während der Fahrt ist es für die Fahrzeugbesatzungen extrem schwierig, feindliche Drohnen zu entdecken. Die kleinen Fluggeräte sind mit dem Auge schwer zu erkennen und ihre Geräusche werden vom Motorenlärm übertönt.
Bundeswehr/Markus Mader
„Wir werden mit Drohnen angegriffen!“, schallt es über Funk. Sofort versuchen die Fahrzeugbesatzungen, die angreifenden Drohnen zu erkennen, um diese dann zu bekämpfen.
Bundeswehr/Carl Schulze
Bekämpfen oder schnell in Deckung gehen? Wie man sich bei einem Drohnenangriff richtig verhält, ist von vielen Faktoren abhängig. Hier sitzen spanische Soldaten von einem Fahrzeug ab und gehen in einem Waldstück in Deckung.
Bundeswehr/Carl Schulze
Die Drohnen der Fallschirmjäger (r.) tauchen überraschend auf. Sie können aus jeder Richtung mit hoher Geschwindigkeit ihr Ziel erreichen.
Bundeswehr/Carl Schulze