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Bündnisverteidigung

Kampf mit und gegen Drohnen

Mit der Gefechtsübung Grand Quadriga 2026 soll die Einsatzbereitschaft der Allied Reaction Force (ARFAllied Reaction Force), des schnell verlegbaren Eingreifverbandes der NATONorth Atlantic Treaty Organization, im Zusammenwirken mit dem Deutschen Heer getestet werden. Die Besonderheit: Bei der Übung in Bergen wird die Truppe mit einer enormen Drohnengefahr konfrontiert. Das gab es so noch nie.

Vor einem Gefechtsfahrzeug auf einer Asphaltstraße steht ein Soldat. Er hält eine Drohne.

Bundeswehr/Carl Schulze

Die ARFAllied Reaction Force-Brigade umfasst auf dem Truppenübungsplatz rund 2.000 Soldatinnen und Soldaten aus vier Ländern. Hinzu kommen die rund 1.800 Soldaten des Deutschen Heeres, im Schwerpunkt der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ und des Fallschirmjägerregiments 31. Die Übung wird durch die Division Schnelle Kräfte als Leitverband ausgerichtet.

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Durchhalten, die Verstärkung ist auf dem Weg

Im Wald liegen zwei spanische Soldaten mit einem Scharfschützengewehr in Stellung.

Bundeswehr/Carl Schulze

Im Nebel der Nacht haben die Gepanzerten Transport-Kraftfahrzeuge (GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug) Boxer ihren Bereitstellungsraum, eine Art Sammelpunkt hinter der Front, erreicht. Im Schutz des Waldes stehen die zahlreichen Radpanzer in weiten Abständen verteilt. Im Morgenlicht sollen sie angreifen. Sie gehören zu den Mittleren Kräften, genauer gesagt der Panzerbrigade 21 „Lipperland“. Diese sind hoch beweglich, zugleich aber auch kampfstark. Das ist wichtig, denn überall könnten feindliche Drohnen und Spähtrupps lauern. An der Frontlinie weiter vorn sind die multinationalen Soldatinnen und Soldaten der ARFAllied Reaction Force der NATONorth Atlantic Treaty Organization eingesetzt. Türkische, spanische, tschechische und italienische Einheiten haben erfolgreich ihre Angriffsziele genommen und dort Stellung bezogen. Wie lange müssen sie durchhalten? So lang, bis die Mittleren Kräfte über die eigenen Linien vorstoßen werden. 

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Eigenes Territorium zurückgewinnen

Aus dem hinteren Bereich eines Gefechtsfahrzeugs blickt ein sitzender Soldat mit einer Waffe.

Bundeswehr/Carl Schulze

Bei der Gefechtsübung von Grand Quadriga 2026 soll genau dieses taktische Manöver, der Vorstoß durch die eigenen Linien, unter kriegsnahen Bedingungen wie Drohnengefahr und Steilfeuerbeschuss geübt werden. Militärs sprechen von der Forward Passage of Lines, kurz FPOLForward Passage of Lines. Es ist eine taktische Operation, bei der eine stationäre Einheit für kurze Zeit einen Korridor bildet, um die eigene neu angreifende Einheit passieren zu lassen, damit diese aus der Tiefe heraus das Gefecht aufnehmen oder fortführen kann.

Es geht darum, den Angriffsschwung aufrechtzuerhalten und gebundene, erschöpfte oder weniger geeignete Kräfte zu ersetzen. Solche Manöver sind in einem Szenario der Landes- und Bündnisverteidigung wichtig. So kann beispielsweise vom Feind okkupiertes Territorium zurückgewonnen werden.

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Kurze Koordination vor dem Angriff

In einem Wald blickt ein stehender Soldat aus der Luke eines getarnten GTK Boxer.

Bundeswehr/Carl Schulze

Die Waffen sind klar zum Gefecht. Das Gelände und die nutzbaren Wege sind erkundet. Auf der Angriffsachse ist der Untergrund matschig und komplett durchnässt. Wege sind teilweise schmal und schwer befahrbar. Durch dichte Wälder müssen sich die schweren Radpanzer nun ihren Weg bahnen. Wie riskant das in Realität ist, wird sich gleich zeigen. An einem Linkup-Point, dem Übergabepunkt zur Front, treffen die Deutschen ihre Counterparts aus der Türkei, Italien und Spanien. Wie gelingt die synchronisierte Feuerunterstützung? Welche Signale werden benutzt? Die komplexe und risikoreiche Operation erfordert detaillierte Koordination und festgelegte Durchgangswege. Die Risiken: versehentlicher Beschuss durch eigene Kräfte sowie die Schwächung der eigenen Linien durch deren kurzzeitige Öffnung. Kurze Zeit später rollen die Infanteristen zu einem festgelegten Zeitpunkt am Bereitstellungsraum los.

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Der Korridor in den Kampf

In einem Wald fahren zwei GTK Boxer über eine nasse Asphaltstraße.

Bundeswehr/Carl Schulze

Die durchstoßende Einheit bewegt sich aufgelockert mit hoher Geschwindigkeit auf einem verdeckten Weg. Nach Minuten überquert sie die Gefechtsübergabelinie. Mit zwei Zügen nebeneinander, „Delta“ und „Alpha“, gewinnen erste Kräfte den Raum, ein weiterer Zug stellt die Fliegerabwehr sicher. Jederzeit könnte der Feind mit Drohnen angreifen.

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Feinddarsteller nehmen GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer unter Beschuss

In einem Kraftfahrzeug bedient ein sitzender Soldat mit einer Bildschirmbrille eine Drohne.

Bundeswehr/Carl Schulze

Die Gasse ist durchquert. Jetzt sind die Deutschen auf sich gestellt. Nur Sekunden vergehen, bis die Schützen erste Drohnen sichten. Alles feuert. Treffer! Wenig später surrt die nächste Drohne durch die Luft. Doch dann: Ausfall eines Boxers. Absitzen! Die folgenden Fahrzeuge müssen rasch ausweichen und einen anderen Weg nehmen. Unter massivem Feuer rutscht ein tonnenschwerer Boxer mit dem Heck den matschigen Hang runter. Das ist Realität. Schonungslos. So muss geübt werden, wenn man auf den Ernstfall vorbereitet sein will. Die Infanteristen feuern aus allen Rohren, um die Drohne zu bekämpfen. Aus der Entfernung gibt der Bravo-Zug Feuerunterstützung. Unterdessen läuft die Bergung des Radpanzers. Es gelingt, das Fahrzeug mit massiven Bergeseilen zurück in die Spur zu ziehen. Alle acht Räder ziehen sich wieder in die tiefen, schlammigen Furchen. 

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Einbruch in feindliche Linien trotz Drohnen

Nahaufnahme einer FPV-Drohne in der Luft

Bundeswehr/Carl Schulze

Verwundetenversorgung, dann Aufsitzen! Der Angriff wird fortgesetzt. Feindliche Kräfte werden bekämpft. Nicht jede feindliche Drohne ist mit Sprengstoff bestückt. Sie sammeln auch Aufklärungsergebnisse, beispielsweise für den Einsatz von Artillerie. Diese unterschiedlichen Funktionen von Drohnen werden bei Grand Quadriga äußerst realitätsnah abgebildet. Die Drohnentrupps des Fallschirmjägerregiments 31 aus Seedorf stellen die Feindkräfte. Sie haben sich in den letzten Monaten auf dem Gebiet des Drohnenkampfes Expertise angeeignet und bauen sie weiter aus. Trotz der Ausfälle geht der Angriff weiter. Es muss es den Mittleren Kräften gelingen, ihren Angriffsschwung aufrechtzuerhalten. Sie müssen den Einbruch in feindliche Linien schaffen. 

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