Heer

Fallschirmjäger trainieren mit Panzerabwehrwaffe

Fallschirmjäger trainieren mit Panzerabwehrwaffe

  • Ausrüstung
  • Heer
Datum:
Ort:
Baumholder
Lesedauer:
2 MIN

Das Lenkflugkörpersystem MELLS löst bei der Bundeswehr die älteren Panzerabwehrwaffen MILAN und TOW ab. Die Waffenbediener dafür werden jetzt ausgebildet. Nach Theorie und Richtschützenprüfung haben die Soldaten der 6. Kompanie des Fallschirmjägerregiments 26 auf dem Übungsplatz in Baumholder mit dem System trainiert.

Zwei Soldaten hocken neben einem feuernden Raketen-Panzerabwehrsystem im Gras.

Der Lenkflugkörper hat das Startrohr verlassen. Wenige Millisekunden später zündet das Marschtriebwerk.

Bundeswehr/Mario Leinen

Beim mehrrollenfähigen leichten Lenkflugkörpersystem (MELLS) handelt es sich um eine tag- und nachtkampffähige Panzerabwehrwaffe mit einer maximalen Kampfentfernung von 4.000 Metern. Bald werden weitere Waffensysteme des modernen Systems MELLS in das Fallschirmjägerregiment 26 kommen. Daher ist die Ausbildung von neuen Waffensystembedienern sehr wichtig. Das gilt sowohl für die Schweren Züge der Kompanien als auch für den Fallschirmpanzerabwehrzug. MELLS wird dabei in verschiedenen Variationen für die Fallschirmjäger zum Einsatz kommen. Infanteriekräfte können MELLS in einer tragbaren Ausführung oder als Bordwaffe für den Waffenträger Wiesel 1 nutzen.

Insgesamt dauerte die Ausbildung der Soldaten im Vorfeld vier Wochen. Die Schwerpunkte sind dabei die Waffen- und Geräteausbildung sowie das Training am Schießsimulator. In der praktischen Ausbildung setzen sich die zukünftigen Waffensystembediener dann intensiv mit Beobachtungsübungen und dem Stellungsbau auseinander. Ein bestandener, schriftlicher Test und die erfolgreiche Richtschützenprüfung sind Grundvoraussetzungen, um dann auf dem Übungsplatz den sogenannten scharfen Schuss abgeben zu dürfen.

„Feuern und Vergessen“

Zwei Soldaten im Gras hocken neben einer Panzerabwehrwaffe. Mit Feuer- und Rauchschweif entfernt sich ein Lenkflugkörper.

Mit einem Feuer- und Rauchschweif rauscht der Lenkflugkörper seinem Ziel entgegen.

Bundeswehr/Mario Leinen

Erfahrung und Praxisnähe wie in Baumholder mit MELLS zu sammeln, ist für einen künftigen Panzerabwehrsoldaten überlebenswichtig. Der Soldat muss mit der Waffe in jeder Situation vertraut sein. Denn erst durch den sogenannten scharfen Schuss ist die Ausbildung zum Panzerabwehrsoldaten MELLS abgeschlossen.

Besonders zwei Merkmale unterscheiden MELLS von seinen beiden Vorgängern MILAN (Missile d'Infanterie léger Antichar) und TOW (Tube Launched Optically Tracked Wire): Durch die Datenübertragung per Lichtwellenleiter kann der Schütze während des Fluges des Lenkflugkörpers ein anderes Ziel anvisieren. MILAN und TOW waren drahtgelenkt und mussten durch den Schützen bis zum Ende ins Ziel gesteuert werden. Das Besondere an MELLS ist aber die sogenannte „Feuern und Vergessen“-Fähigkeit.  Diese ermöglicht den Schützen unmittelbar nach dem Schuss einen schnellen Stellungswechsel, da der Lenkflugkörper sein Ziel selbstständig trifft.  Durch die besonders hohe Reichweite des raketengetriebenen Waffensystems von 4.000 Metern erstreckt sich der Sicherheitsbereich über den ganzen gesamten Truppenübungsplatz. Das ist stets eine besonders anspruchsvolle Aufgabe für die Soldatinnen und Soldaten, die für den reibungslosen Ablauf des Schießbetriebs zuständig sind.

Das Panzerabwehrsystem MELLS kurz nach dem Abschuss

Beim mehrrollenfähigen leichten Lenkflugkörpersystem (MELLS) handelt es sich um eine tag- und nachtkampffähige Panzerabwehrwaffe mit einer maximalen Kampfentfernung von 4.000 Metern.


von Marc Kleinert

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