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Gewinnerreise: Fünf Tage bei den Heeresfliegern

Gewinnerreise: Fünf Tage bei den Heeresfliegern

  • Bundeswehr und Gesellschaft
  • Heer
Datum:
Ort:
Bückeburg
Lesedauer:
3 MIN

Es ist laut, man spürt den Wind und den Druck, den die Rotorblätter erzeugen – 25 Jugendliche, die bei einem Preisausschreiben der Bundeswehr gewonnen haben, durften am Internationalen Hubschrauberausbildungszentrum in Bückeburg den Heeresfliegern eine Woche lang über die Schultern schauen. Am Ende flogen sie auch selbst in einem Hubschrauber mit.

Ein Mädchen sitzt im Cockpit eines Hubschraubers.

Die Jugendlichen dürfen auch in das Cockpit des Kampfhubschraubers Tiger schauen.

Bundeswehr/Jannik Schmieder

Es ist für alle das erste Mal und die Nervosität ihnen deutlich anzumerken, als die 16- bis 20-Jährigen vor einem Mehrzweckhubschrauber NHNATO-Helicopter-90 stehen. „Einsteigen“ heißt es: Die Strecke Bückeburg - Fritzlar liegt vor den Jugendlichen. 140 Kilometer in unter 45 min in einem Militärhelikopter. Diese Möglichkeit haben sonst meist nur ausgesuchte Soldatinnen und Soldaten der Infanterie. Während der Gewinnerreise nutzen die Jugendlichen diesen seltenen Einblick in den vielseitigen Soldatenberuf.

Der NHNATO-Helicopter-90 ist der Transporthubschrauber der Bundeswehr und wird unter anderem bei den Heeresfliegern eingesetzt. Material, Personal, aber auch verwundete Soldaten werden je nach Ausstattungsvariante mit ihm transportiert. Lukas, 17 Jahre alt, aus München wird der Flug unvergessen bleiben „Mein Highlight war der Flug mit dem NHNATO-Helicopter-90, aber auch die vielen Gespräche mit den Piloten waren toll“, erzählt er nach der Landung.

Verschiedene Ausbildungsberufe

Vier Schüler sitzen vor einem großen technischen Schaltpult, ein Soldat spricht mit ihnen.

Die Gesprächsrunden mit den erfahrenen Piloten und dem technischen Personal ist für alle aufschlussreich und mit Sicherheit für den einen oder anderen wegweisend für eine Karriere bei der Bundeswehr.

Bundeswehr/Jannik Schmieder
Zwei Männer sitzen im Cockpit eines Flugzeugsimulators.

Ein erfahrener Pilot erläutert im Cockpit eines Simulators einem Jugendlichen die Funktion einiger elektronischer und mechanischer Geräte.

Bundeswehr/Jannik Schmieder

Am ersten Tag werden die Schüler und Auszubildenden mit der typischen Fliegerkombi ausgestattet. Dann geht es zum Flugsimulator. Piloten zeigen und erklären ihnen, wie die Ausbildung vor einem realen Flug stattfindet und wie man im Simulator die Grundfertigkeiten lernt. Spannend sind auch das vielseitige Gerät, die Ausbildungssysteme und natürlich die persönlichen Gespräche mit Piloten, Mechanikern und der Feuerwehr. Rund um das Fliegen erfahren die Teilnehmenden viel über die wichtigen Berufe in diesem Umfeld. So sind Mechaniker für die Instandhaltung der Hubschrauber notwendig und Sicherheitspersonal überwacht auf dem Tower den Flugbetrieb. Die verschiedenen Ausbildungsberufe und Werdegänge in den unterschiedlichsten Abteilungen und Fachrichtungen wecken die Neugier der jungen Leute. Besonders jene, die sich für Technik interessieren, werden hier bestens beraten.

Ausflug zum Tiger

Fünf Schüler gekleidet in Fliegerkombis stehen in einem Tower.

Fliegen ist äußerst komplex: Im Tower dreht sich alles um die Sicherheit. Das Interesse der Jugendlichen an dieser verantwortungsvollen Tätigkeit ist hoch.

Bundeswehr/Jannik Schmieder

Beim Besuch in Fritzlar erleben die Mädchen und Jungen den Kampfhubschrauber Tiger, in der Bundeswehr Waffensystem genannt, hautnah. Der Tiger wurde in Kooperation mit den französischen Streitkräften entwickelt. Er wird im Luftraum zur Führung und Aufklärung und zum Kampf genutzt. Mit seinen Waffen unterstützt er auch Soldaten am Boden. Der Kampfhubschrauber ist mit Panzer- und Luftabwehrraketensystemen, Maschinengewehren des Kalibers 12,7 Millimeter und dem Raketensystem 70 Millimeter ausgerüstet.

Nach diesen vielfältigen Eindrücken und Erkenntnissen geht es mit dem NHNATO-Helicopter-90 wieder zurück nach Bückeburg. Die Woche geht für die Schüler und Auszubildenden dann mit allgemeinerer soldatischer Ausbildung zu Ende. Eine deftige Mahlzeit: Die berühmte Ein-Mann-Packung, kurz EPA, läutet die letzten Tage bei den Heeresfliegern ein. Diese Verpflegung bietet ausreichend Nährstoffe für einen Soldaten, um sich fern der Truppenküche selbst versorgen zu können. Weder Herd noch Backofen sind nötig, um sich eine warme Mahlzeit zuzubereiten. Für die Jugendlichen ist das Essen an der frischen Luft eine neue Erfahrung, aber auch ein anderer und guter Einblick in den Soldatenberuf.

Ein Besuch im Hubschraubermuseum beschließt die Gewinnerreise. Das positive Feedback am Ende der fünf Tage bei den Heeresfliegern gibt allen Beteiligten, Soldaten wie auch Jugendlichen, ein sehr gutes Gefühl, einen interessanten Einblick in die Truppengattung der Heeresfliegertruppe gewährt und erhalten zu haben. 

von Malcom Widdel

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