Heer

Das Heer ist für jedes Szenario gewappnet

Das Heer ist für jedes Szenario gewappnet

  • Coronavirus
  • Heer
Datum:
Ort:
Strausberg
Lesedauer:
2 MIN

Die Soldatinnen und Soldaten des Heeres bleiben einsatzfähig, wirken international stabilisierend und stehen bereit, das Land bei Bedarf auch nach innen zu schützen und Amtshilfe zu leisten. Um diese Aufgaben zu erfüllen, müssen die Verbände in der Coronakrise dafür sorgen, dass die Zahl der infizierten Armeeangehörigen so gering wie möglich gehalten wird.

Mehrere Militärfahrzeuge fahren hintereinander über einen Übungsplatz.

Das Heer steht in der Coronakrise mit seinen Fahrzeugen bereit, um im Fall der Amtshilfe lebenswichtiges Material zu transportieren.

Bundeswehr/Marco Dorow

Bereits vor zwei Wochen hat das Deutsche Heer zum Schutz der Soldatinnen, Soldaten und Zivilbeschäftigten begonnen, seine Aktivitäten auf allen Ebenen herunterzufahren. Mit der Absicht, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, wurden nationale und internationale Übungen der Streitkräfte, an denen auch deutsche Soldaten beteiligt waren oder wären, verkürzt beziehungsweise ausgesetzt. Dazu zählen: DEFENDER Europe 20 quer durch Deutschland und Länder Osteuropas, European Challenge in Deutschland, Red Flag in den USAUnited States of America und Cold Response in Norwegen.

Für Heeressoldaten in den Auslandseinsätzen wurden besondere Schutzmaßnahmen ergriffen. Vor dem Einsatz in Ländern wie Afghanistan oder Litauen müssen Soldaten nun 14 Tage in Quarantäne entweder in Deutschland oder im Einsatzland. So soll verhindert werden, dass sie das Virus in ihr Gastland einschleppen. Dadurch verschieben sich die regelmäßigen Kontingentwechsel um diese Zeit. Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, versichert: „Das Heer erfüllt in unverändert hoher Qualität und Professionalität alle Verpflichtungen in Einsätzen und anerkannten Missionen.“

Schichtweiser Personalwechsel

Eine Soldatin steht am Steig in einem Bahnhof. Eine S-Bahn fährt auf dem Gleis an ihr vorbei.

Zum Schutz vor dem Coronavirus ist die Zahl der Pendelfahrten von Soldaten – hier noch vor der Coronakrise – deutlich minimiert worden.

Bundeswehr/Dinnebier

Um die Soldaten grundsätzlich zu schützen und im Ernstfall mit gesunden Kräften bereitzustehen, wurden im Heer mit Beginn der Pandemie Ausbildungen ausgesetzt, Dienstreisen stark reduziert und der Grundbetrieb in den Stäben an allen Standorten auf block- und schichtweisen Personalwechsel umgestellt. Die Präsenz der Soldaten wurde auf ein Mindestmaß eingeschränkt und da wo möglich auf mobiles Arbeiten von Zuhause aus verlagert. Dadurch werden Pendlerfahrten mit Bahn und Bus reduziert und damit den Ausgeh- und Kontaktverboten, die für die gesamte Bevölkerung gelten, entsprochen. Trotz des eingeschränkten Grundbetriebes ist die permanente Führungs- und Arbeitsfähigkeit bis hinunter zu den Bataillonen gegeben.

Amtshilfe leisten

Ein Soldat steht an einer Tafel und trägt Daten in eine Tabelle ein.

Divisionen und Brigaden des Heeres haben während der Coronakrise Lagezentren eingerichtet, so auch im Kommando Heer in Strausberg. Dort werden Informationen für die Heeresführung gesammelt.

Bundeswehr/Marco Dorow

Im Kommando Heer, den Divisionen und Brigaden des Heeres wurden Lagezentren gebildet, die ein stets aktuelles Lagebild im Verantwortungsbereich haben, die Stabsarbeit aufrechterhalten und Bitten um Amtshilfe aus dem zivilen Bereich nach Artikel 35 des Grundgesetzes bearbeiten. Die Verbände sorgen dafür, dass Kräfte für Amtshilfe bereitstehen und dass sie auch während der Hilfeleistung nicht ausfallen. Auch hier greift das Rotationsprinzip. Dieses disziplinierte Handeln bewirkt zudem, dass den eigenen sanitätsdienstlichen Kräften der Rücken freigehalten wird, damit sie bei Bedarf Aufgaben für alle Bürger wahrnehmen können.

Dass das Heer weiterhin einsatzbereit ist, zeigt sich auch daran, dass an der Grundausbildung zum Diensteintrittstermin 1. April 2020 festgehalten wird. Die jungen Rekrutinnen und Rekruten wurden angewiesen, vor der Grundausbildung in häuslicher Isolation von mindestens 14 Tagen am Wohnort zu verbleiben.

Zudem werden Notfallpläne erstellt und sogenannte Fähigkeitspakete geschnürt. Es wird geprüft, ob und wie viele Kräfte im Notfall bereitstehen für die Aufgaben Sicherung, Unterbringung, Objektschutz, Ordnungsdienst, Lagerung, Transport und Verteilung.
Mit diesen Maßnahmen ist das Heer stets bereit und in der Lage auch in dieser schwierigen Situation alle Aufträge zu erfüllen.

von PIZ Heer 

Mehr zum Thema