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Für den Verteidigungsfall

Heimatschutzkräfte sichern Bahnentladungen und Konvois

Übung

Heimatschutzkräfte sichern Bahnentladungen und Konvois

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Die Heimatschutzdivision probt den Ernstfall: Mit der großangelegten Divisionsübung Vigilant Roland trainieren erstmals bundesweit mehr als 650 Soldatinnen und Soldaten des Heimatschutzes zeitgleich an mehreren Standorten in Deutschland den Schutz militärischer Verlegungen und verteidigungswichtiger Infrastruktur. 

Soldaten knien auf einer Wiese an einer Straße um ein Schweres Maschinengewehr am Auto.

Das Schwere Maschinengewehr (SMG) im Kaliber 12,7 Millimeter ist fest in die Heimatschutzdivision integriert. Die Kräfte nutzen die Waffe mit dem Dreibein beispielsweise bei der Sicherung eines temporären Checkpoints.

Bundeswehr/Lena Schiehandl

Deutschland ist zentrale logistische Drehscheibe für die Verlegung von NATO-Truppen an die Ostflanke des Bündnisgebiets. Die Funktionsfähigkeit dieser „Drehscheibe“ sicherzustellen, gehört zu den Kernaufgaben der Heimatschutzdivision.

Im Spannungs- und Verteidigungsfall schützen Heimatschutzkräfte deshalb kritische Infrastruktur wie Häfen, Flughäfen, Bahnlinien, Brücken oder Energieanlagen. Ziel ist es, den Aufmarsch eigener und verbündeter Kräfte zu gewährleisten und Sabotage oder Angriffe auf kritische Infrastruktur abzuwehren.

Der Großteil der Heimatschutzdivision sind Reservistinnen und Reservisten. Damit zeigen die Kräfte, welche zentrale Rolle die Reserve künftig bei der Landes- und Bündnisverteidigung spielt. Für die erst 2025 aufgestellte Heimatschutzdivision ist Vigilant Roland, zu Deutsch Wachsamer Roland, die erste große Divisionsübung. 

Realitätsnahes Übungsszenario

Geführt wird die Übung aus dem Divisionsgefechtsstand in Berlin-Tegel Nord. Im Schwerpunkt trainieren die Heimatschutzregimenter 3 aus Nienburg/Weser und 5 aus Ohrdruf. Unterstützt werden sie durch Kräfte der Heimatschutzregimenter 1 aus Roth, 4 aus Alt Duvenstedt und 6 aus Altengrabow.

Die Übung ist bewusst realitätsnah angelegt mit dem klaren Fokus auf Drohneneinsatz und -abwehr, letzteres auch mit scharfer Munition auf einem Übungsplatz. Parallel zu Vigilant Roland verlegt die Panzergrenadierbrigade 37 aus Frankenberg/Sachsen gerade tatsächlich Kräfte und Material. Heimatschützer sichern dabei Bahnentladungen, Bereitstellungsräume und logistische Knotenpunkte.

Künftig soll das Manöver halbjährlich mit wechselnden Schwerpunkten durchgeführt werden.

Ein Soldat steht mit Waffe vor Stacheldraht und einem Warnkegel auf einem Bahnhof vor Panzern.

Bei der Entladung von Gefechtsfahrzeugen an der Rampe kann die Truppe auf die Kräfte der Heimatschutzdivision zählen. Die Sicherung von Objekten bedarf einer soliden und umfassenden Ausbildung, insbesondere vor dem Hintergrund der Drohnenabwehr.

Bundeswehr/Carl Schulze

Aufklärung aus der Luft

Ein wichtiger Teil der Heimatschutzübung findet auf dem Truppenübungsplatz Bergen in Niedersachsen statt. Dort sichern Heimatschützer die Bahnentladung von Kettenfahrzeugen der Panzergrenadierbrigade 37 sowie anschließend einen Bereitstellungsraum – ein Gebiet, in dem sich die Truppe sammelt. Fahrzeuge, darunter Schützenpanzer Marder, Transportpanzer Fuchs und Panzerhaubitzen 2000, müssen im Schutze der Sicherungskräfte von den Waggons über die Entladerampe rollen.

Dabei besteht permanent die Gefahr eines Angriffs durch irreguläre Kräfte. Interessant: Die Entladung unter Sicherung wird das erste Mal nach 30 Jahren überhaupt wieder geübt. Als Neuerung müssen die Sicherungskräfte zusätzlich mit Angriffen durch UAVs, also Drohnen, klarkommen und professionell handeln. 

Sicherung von Rast- und Versorgungsplätzen

Warum wird die Sicherung am Gleis geübt? Gerade Bahntransporte spielen bei der schnellen Verlegung großer Truppenverbände eine entscheidende Rolle. Die Sicherung solcher Umschlagpunkte zählt daher zu den wichtigsten Aufträgen der Heimatschutzdivision.

In Fritzlar und Schwarzenborn in Hessen trainieren Soldatinnen und Soldaten zusätzlich die Sicherung militärischer Kolonnen und eines sogenannten Convoy Support Centers. Diese Rast- und Versorgungsplätze dienen der Aufnahme von Marschkolonnen und deren Versorgung, beispielsweise mit Treibstoff und Munition. Während dieser kritischen Phase gelten Kolonnen als besonders schutzbedürftig. 

Drohnenabwehr und schwere Waffen

Mit der Übung wird deutlich, wie umfassend und realitätsnah Drohnen mittlerweile in das Heer implementiert sind. „Drohnen sind Teil der DNA der Heimatschutzdivision. Wir integrieren sie seit unserem Bestehen intensiv in unseren Auftrag sowie in unsere Ausbildung“, erklärt der Kommandeur der Heimatschutzdivision, Generalmajor Andreas Henne.

Auf dem Truppenübungsplatz Hammelburg steht zudem die Ausbildung an den eigenen schweren Waffen im Mittelpunkt. Geübt wird mit der Granatmaschinenwaffe sowie dem schweren Maschinengewehr Kaliber 12,7 Millimeter, kurz SMG, die den Heimatschutzkompanien zu Verfügung stehen. Dadurch steigern die Kräfte nicht nur ihre Feuerkraft, sondern insgesamt ihre Einsatz- und Verteidigungsfähigkeit.

Die Besonderheit: Heimatschutzkräfte sind die einzigen Kräfte des Heeres, die das SMG abgesessen auf Dreibein einsetzen und dies auch intensiv üben. Das verschafft der Truppe Flexibilität bei ihrem Sicherungsauftrag. Denn das SMG kann sowohl zerlegt und verstaut in einer Art Kraxe auf dem Rücken als auch in vielen Fahrzeugen schnell und unkompliziert an den Einsatzort gebracht werden. 

Reservisten stärken Heimatschutz

Die Übung verdeutlicht auch die besondere Struktur der Heimatschutzdivision. Der Großteil der eingesetzten Soldatinnen und Soldaten sind Reservistinnen und Reservisten. Sie bringen wertvolle Erfahrung aus ihren zivilen Berufen sowie aus militärischen Vorverwendungen mit. Sie sind fest in die Truppe integriert und unterstützen die Bundeswehr verlässlich im Heimatschutz.

Insbesondere im Rahmen von Vigilant Roland arbeiten sie eng mit aktiven Truppenteilen sowie mit zivilen Behörden und Blaulichtorganisationen wie Feuerwehr, Bundespolizei und Rotes Kreuz zusammen. Dadurch entsteht derzeit ein vernetzter Heimatschutz, der militärische und zivile Fähigkeiten immer mehr miteinander verbindet.

Deutschland in Deutschland verteidigen

Insgesamt ist die Botschaft der Übung klar: Die Heimatschutzdivision verteidigt Deutschland in Deutschland. Denn während Kampftruppen an der NATO-Ostflanke eingesetzt würden, sorgt der Heimatschutz im Inland dafür, dass Nachschub, Verstärkung und Verlegung abgesichert werden. Die Heimatschutzdivision unterstützt damit die anderen Divisionen des Deutschen Heeres und stärkt die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und des Bündnisses bereits jetzt.

von Peter Müller

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