Host Nation Support: Drehscheibe Deutschland
Im Host Nation Support unterstützt die Bundeswehr die Streitkräfte alliierter Nationen bei ihrem Transit oder Aufenthalt in Deutschland.
Deutschland im eigenen Land verteidigen – das ist der Auftrag der Heimatschutzkräfte des Heeres. Welche Aufgaben haben sie? Wer kann dazugehören?
Die Bundeswehr hat den Auftrag, Deutschland und seine Bevölkerung zu schützen. Neben der Landes- und Bündnisverteidigung ist der Heimatschutz ein zentraler Bestandteil dieser nationalen Sicherheitsvorsorge.
Naturkatastrophen, großflächige Stromausfälle, hybride Bedrohungen – angesichts dieser und anderer Herausforderungen wurde im Heer die Heimatschutzdivision mit Sitz in Berlin aufgestellt. Sie führt aktuell sechs Heimatschutzregimenter mit insgesamt 60 Heimatschutzkompanien an 42 Standorten in Deutschland und kann schnell auf Krisensituation im Inland reagieren.
Die Heimatschutzkräfte spielen zudem eine wichtige Rolle im sogenannten Operationsplan Deutschland. Dieser bündelt alle militärischen und zivilen Maßnahmen zur Sicherstellung der Verteidigungsfähigkeit des Landes.
Der Begriff Heimatschutz beschreibt den Schutz und die Verteidigung des eigenen Staatsgebiets. Dabei geht es nicht nur um die Abwehr militärischer Bedrohungen, sondern auch um Hilfe in Krisensituationen, etwa bei Naturkatastrophen, großflächigen Stromausfällen oder Pandemien. Die Bundeswehr unterstützt im Heimatschutz zivile Behörden, wenn deren Ressourcen an ihre Grenzen stoßen.
Der Dienst im Heimatschutz der Bundeswehr verbindet militärisches Können mit gesellschaftlicher Verantwortung. Wer sich engagiert, trägt aktiv zur Sicherheit Deutschlands bei – flexibel, regional und freiwillig.
Im Heimatschutz übernehmen Reservistinnen und Reservisten Aufgaben auf allen Ebenen – angefangen bei den Mannschaftsdienstgraden in den Kompanien über ihre Zugführer und Kompaniechefs bis hin zum Regimentskommandeur.
Soldatinnen und Soldaten, die für den Heimatschutz bereits ausgebildet wurden, bringen hierfür eine besondere Grundlage mit. Auch nach der aktiven Dienstzeit können sie dem Heimatschutz verbunden bleiben und sich in der Reserve weiterhin engagieren – je nach persönlicher und beruflicher Situation.
Körperliche und geistige Fitness, ein einwandfreies Führungszeugnis und die deutsche Staatsangehörigkeit sind Grundvoraussetzungen für den Dienst im Heimatschutz.
Wer sich für die Ausbildung im Heimatschutz der Bundeswehr interessiert, sollte bei Ausbildungsbeginn zwischen 18 und 57 Jahre alt sein. Je jünger, desto besser. Denn die Ausbildung ist mit Blick auf die geforderte Fitness nicht zuletzt auch eine körperliche Herausforderung.
Außerdem ist eine Sicherheitsüberprüfung durch den Militärischen Abschirmdienst obligatorisch. Der Grund: Extremisten haben keinen Platz in der Bundeswehr, denn sie schützt die freiheitlich-demokratische Grundordnung und das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.
Auch ehemalige Wehrdienstverweigerer können im Heimatschutz Reservistendienst bei der Bundeswehr leisten. Voraussetzung ist jedoch, dass sie ihre Verweigerung schriftlich widerrufen. Dafür reicht ein formloses Schreiben an das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben in Köln.
Wer über keine Vorerfahrung bei der Bundeswehr verfügt, muss das militärische Handwerk von Grund auf erlernen. Das ist auf zwei Arten möglich: Entweder man verpflichtet sich für mindestens sieben Monate zum Dienst in der Bundeswehr. Wer das zeitlich nicht schafft und sich stattdessen für eine nebenberufliche Ausbildung interessiert, kann sich für die Ausbildung der Ungedienten bewerben. Für diese ist das Streitkräfteamt zuständig. Wer Interesse an der Ausbildung für Ungediente hat, wendet sich bitte an: Reserve@bundeswehr.org
Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, Mitarbeiter für eine Übung bei der Bundeswehr freizustellen. Viele Arbeitgeber verstehen die Freistellung jedoch als Teil ihrer gesamtgesellschaftlichen Unternehmerverantwortung (Corporate Citizenship). Insbesondere Heimatschutzkräfte kommen im Konfliktfall im Schwerpunkt in ihrer Heimatregion zum Einsatz, tragen also vor Ort zur gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge und Resilienz bei. Das Gleiche gilt auch für Einsätze bei Naturkatastrophen, wenn die Bundeswehr zivilen Behörden Amtshilfe leistet.
Bis zu 14 Tage pro Jahr sind in aller Regel erforderlich, wenn man seine militärischen Fähigkeiten und sein Wissen frisch halten möchte. Viele leisten allerdings mehr, um sich weiterzuentwickeln und ihre Kameradinnen und Kameraden zu treffen. Insbesondere die mehrtägigen Übungen auf einem Truppenübungsplatz sind Erlebnisse, die zusammenschweißen.
Die Heimatschutzkompanien teilen ihren Soldatinnen und Soldaten der Reserve frühzeitig mit, wann die nächsten Übungstage und Ausbildungstermine stattfinden sollen. So kann jede und jeder Einzelne den eigenen Einsatz gut vorausplanen und mit dem Arbeitgeber abstimmen. Eine Verpflichtung zur Teilnahme besteht nicht. Reservistinnen und Reservisten können folglich einfach Nein sagen, wenn sie bei einzelnen Terminen verhindert sind. Ob aus persönlichen oder beruflichen Gründen, spielt keine Rolle.
Bei Naturkatastrophen können Übungstage kurzfristig anfallen. Dann rufen zivile Behörden gerne den Heimatschutz über den Weg der Amtshilfe zu Hilfe. Aber auch hier gilt: Die Reservistinnen und Reservisten haben es letztlich selbst in der Hand zu entscheiden, ob sie sich kurzfristig aus ihrem Job loseisen und zum Beispiel bei der Bewältigung der Folgen einer Überschwemmung oder Schneekatastrophe mithelfen können.
Der Operationsraum des Heimatschutzes liegt grundsätzlich in Deutschland. Auslandseinsätze gehören daher nicht dazu. Soldatinnen und Soldaten auf Zeit verpflichten sich jedoch grundsätzlich auch für Verwendungen im Ausland. Für Angehörige des Heimatschutzes wäre dies vor allem als Einzelverwendung denkbar, zum Beispiel zur Unterstützung in besonderen Lagen oder gegebenenfalls im Rahmen von Amtshilfe im Ausland. Im Verteidigungsfall ist eine Verwendung außerhalb Deutschlands eher unwahrscheinlich, aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen.
Die bisherigen RSU-Kräfte bestehen in ihrer früheren Form nicht mehr. Sie wurden organisatorisch in die Heimatschutzregimenter überführt und sind heute als Heimatschutzkompanien Bestandteil dieser Struktur. Zuvor waren die RSU-Kompanien den jeweiligen Landeskommandos unterstellt.
An die 0800 980 08 80, die Hotline zur Karriereberatung.