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Politische Bildung auf historischem Boden

Politische Bildung auf historischem Boden

  • Ausbildung
  • Heer
Datum:
Ort:
Bayern
Lesedauer:
2 MIN

Ein historisch bedeutsamer Ort ist das Ziel einer Politischen Bildung für die Gebirgsjäger: der Obersalzberg nahe Berchtesgaden. Jener Berg galt Adolf Hitler als Refugium und hier wurden während der NSNationalsozialismus-Zeit schwerwiegende Entscheidungen getroffen. Unter Führung eines Historikers unternehmen junge Offiziere und Offizieranwärter aus Bad Reichenhall eine Exkursion ins Dokumentationszentrum Obersalzberg.

Soldaten im Dienstanzug und stehen im Dokumentationszentrum Obersalzberg.

Dr. Mathias Irlinger (l.) erklärt die Geschichte des Obersalzbergs anhand von Dokumenten, Bildern und Exponaten. Die anwesenden Offiziere und Offizieranwärter hören aufmerksam zu.

Bundeswehr/Christian Karl Bauer

Politische Bildung ist ein Gestaltungsfeld der Inneren Führung. Eine Zeitreise in die Vergangenheit verdeutlicht den Soldatinnen und Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 231 den Wert der freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland. Sie bestärkt die Teilnehmer als Staatsangehörige in Uniform, ihren Dienst für Frieden, Recht und Freiheit zu leisten. Vor dem Hintergrund des 80. Jahrestags des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion besuchen junge Offiziere bis zum Dienstgrad Oberleutnant und Offizieranwärter das Dokumentationszentrum Obersalzberg.

„Wie die Politische Bildung am Herrenchiemsee zum Thema Grundgesetz zählt auch der Besuch auf dem Obersalzberg zu einer festen Veranstaltung des Gebirgsjägerbataillons 231“, so Oberstleutnant Dennis Jahn, Kommandeur der Reichenhaller Jäger. Die Exkursion beginnt mit einer Führung durch eine Ausstellung mit Dokumenten, Bildern und Exponaten. Historiker und Bildungsreferent Dr. Mathias Irlinger führt die Teilnehmer durch die Ausstellung und stellt sehr lebhaft die Geschichte des Obersalzbergs vor.

Vorträge der Offizieranwärter

Ein junger Soldat mit einem Stück Papier in den Händen steht neben einem Rednerpult und Fenster vor einer weißen Wand.

Fahnenjunker Ron Hendel hält einen Vortrag über das Unternehmen Barbarossa.

Bundeswehr/Christian Karl Bauer

Um die zukünftigen Offiziere aktiv in die Politische Bildung einzubinden, bereiten sie Kurzvorträge über den Überfall auf die Sowjetunion und den Beginn des Zweiten Weltkriegs vor und halten sie dann. Fahnenjunker Ron Hendel erläutert die Vorgeschichte des Unternehmens Barbarossa und beleuchtet den weiteren Verlauf bis zur Wende des Krieges in Stalingrad. Der militärische Aspekt, etwa die Nachschubsituation oder die Ausrüstung der Soldaten, sollte dabei ebenfalls bedacht werden. Am Ende wird die Leistung durch die dienstälteren Offiziere ausgewertet und den Vortragenden einige Tipps mit auf den Weg gegeben. „Man merkt, dass die jungen Offizieranwärter sich sehr gut vorbereitet haben. Ich bin mit der gezeigten Leistung sehr zufrieden. Machen Sie weiter so“, resümiert Oberstleutnant Jahn.

Überreste der Vergangenheit

Mehrere Soldaten besichtigen ein Waldgrundstück mit Überresten des Berghofs.

Aufmerksam hören die Gebirgsjägeroffiziere bei der Geländeeinweisung zu. Das Areal hat sich seit Kriegsende mehrfach verändert.

Bundeswehr/Christian Karl Bauer

Nach dem Mittagessen besichtigen die Offiziere und Offizieranwärter gemeinsam mit Dr. Irlinger das Gelände rund um den Obersalzberg. Von den Gebäuden aus der NSNationalsozialismus-Zeit haben nur noch wenige Reste die Zeit überdauert. Anfang der Fünfzigerjahre wurde der bereits beschädigte Berghof gesprengt. Historische Aufnahmen halfen dabei, ehemalige Standorte zu identifizieren, von denen oft nicht mehr als Mauerreste oder Erdlöcher sichtbar sind. Mit neuen Eindrücken und neuem Wissen kehren die Soldaten nach Bad Reichenhall zurück.

von Christian Karl Bauer

zum Verband

  • Ein Kletterseil rahmt das grüne, ovale Wappen. Spitzhacke und Gewehr kreuzen sich, darauf ein Edelweiß, unten rot die Zahl 231.
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    Gebirgsjägerbataillon 231

    Erfahren Sie mehr über das Gebirgsjägerbataillon 231 aus Bad Reichenhall in Bayern und seine spezielle Ausrüstung.