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Heer
1. Panzerdivision

Reserve trainiert Kampf im urbanen Gelände und im Wald

Landes- und Bündnisverteidigung

Reserve trainiert Kampf im urbanen Gelände und im Wald

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Das Sicherungsbataillon 1 ist als Ergänzungstruppenteil der 1. Panzerdivision unterstellt. Zu den Aufträgen des komplett aus Reservistendienstleistenden bestehenden Verbandes gehören die Sicherung der Gefechtsstände in der Division sowie neuerdings des rückwärtigen Raums. Im Oktober 2026 übten die Jäger aus Oldenburg nun auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz.

Zwei Soldaten liegen in einer Stellung und schießen. Eine Hülse fliegt durch die Luft.

So trainiert die Reserve: Ein Pfiff hallt über die Schießbahn auf dem Truppenübungsplatz in der Oberlausitz – sofort eröffnen die Reservistendienstleistenden des Sicherungsbataillons 1 das Feuer

Bundeswehr/Carl Schulze

„Fertigmachen zum Feuerüberfall auf Pfiff, Zielverteilung von links nach rechts“, flüstert der Gruppenführer den Soldaten zu, die links und rechts von ihm Stellung bezogen haben. Diese reagieren sofort, bringen ihre Waffen in den Anschlag, entsichern und nehmen eines der 200 Meter entfernten Ziele ins Visier. Dabei vermeiden sie hektische Bewegungen, denn diese könnten leicht vom Feind aufgeklärt werden.

Als schließlich der schrille Pfiff der Trillerpfeife des Gruppenführers ertönt, eröffnen die Reservistendienstleistenden sofort das Feuer. Viele der gezeigten Ziele werden getroffen und klappen im selben Moment um. Das Gefechtsschießen verbindet die Schießausbildung mit dem Gefechtsdienst und ist eine der höchsten Ausbildungsstufen in der Truppe. Auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz werden die Teilnehmenden des Sicherungsbataillons 1 damit zum Jäger ausgebildet – und fit gemacht für die Landes- und Bündnisverteidigung.

Aufwuchs von zwei auf vier Kompanien

2026 ist ein ereignisreiches Jahr für die Reservistendienstleistenden des Ergänzungstruppenteils. Nach seiner Umbenennung am 1. März vom Unterstützungsbataillon Einsatz 1 in Sicherungsbataillon 1 wird der Verband nunmehr umgegliedert und derzeit von zwei auf vier Kompanien erweitert. Viele neue Reservistendienstleistende werden dafür eingestellt.

Hierzu gehören unter anderem ehemalige Wehrpflichtige aus der Zeit vor 2011 sowie Zeit- und Berufssoldatinnen und -soldaten, die in den letzten Jahren ausgeschieden sind. Aber auch Freiwillig Wehrdienstleistende, die erst kürzlich ihren Dienst abgeleistet haben, sind Bestandteil dieser Reserve. So unterschiedlich der Werdegang der Soldatinnen und Soldaten sein mag, so unterschiedlich ist oft auch ihr Ausbildungsstand. Um alle Kameradinnen und Kameraden schnellstmöglich auf ein einheitliches Niveau zu bringen, verfolgt das Bataillon einen mehrschichtigen Ansatz. Dafür verantwortlich sind die beiden Ausbildungszüge der 4. Kompanie.

Pflichtausbildung zum Jäger in der Infanterie

Einer dieser Ausbildungszüge festigt dabei militärisches Grundlagenwissen und schafft so einen Abholpunkt für die spätere Ausbildung zur Soldatin und zum Soldaten in der Jägertruppe. Zum Beispiel werden neu beorderte Reservistinnen und Reservisten, die noch am Gewehr G3 und der Pistole P1 ausgebildet wurden, nun am Gewehr G36 und der Pistole P8 trainiert. Auch die Wachausbildung gehört zum Repertoire dieses Zugs.

Der zweite Ausbildungszug der 4. Kompanie führt wiederum die Pflichtausbildung der Jäger durch. Eine wichtige Rolle spielt bei der Ausbildung in der Oberlausitz diesmal unter anderem der Drohneneinsatz, der Spähtrupp zu Fuß, mehrere Übungen im Gefechtsschießen – natürlich auch im scharfen Schuss – der Orts- und Häuserkampf sowie die Abschlussübung der Jägerausbildung. Mit dem Bestehen der Jägerausbildung werden die Reservistendienstleistenden anschließend in die Kampfkompanien des Bataillons versetzt, wo ihre Ausbildung zur Kriegstüchtigkeit fortgeführt wird.

Fordernde Ausbildungsinhalte

Mit einem Zeltbahnpaket watet ein Soldat entlang des Ufers eines Gewässers, darauf liegt ein G36.

Während der Sichtungsübung müssen die Bewerber mit ihrer Ausrüstung auch Gewässer überqueren. Damit diese nicht nass wird, haben die Reservedienstleistenden sie in einem Zeltbahnpaket verstaut.

Bundeswehr/Carl Schulze

Mit der Umbenennung in Sicherungsbataillon 1 wurde auch der Auftrag des Verbandes erweitert. Die „Erfüllung von Aufgaben im rückwärtigen RaumIm rückwärtigen Raum eines Großverbandes befinden sich seine Gefechtsstände und Logistikeinrichtungen, die sehr verwundbar sind. der Division (Rear Area)“ kam neu hinzu.

Dazu gehört auch der Kampf gegen feindliche Kräfte, die im rückwärtigen Raum operieren und einsickern. Genau dafür müssen ein Teil der Soldatinnen und Soldaten auch für Jagdkampfoperationen ausgebildet werden. In der Oberlausitz führte der Verband daher eine mehrtägige Sichtung durch und prüfte damit, welche Reservistendienstleistende sich für den Einsatz in einem Jagdkommando eignen.

Jagdkommandos sind meistens auf sich allein gestellt. Sie werden unter anderem zum Überwachen von Räumen, zum aktiven Kampf gegen nicht-staatliche Akteure und verdeckt operierende Gruppierungen sowie zum Schutz des rückwärtigen Raums eingesetzt. Zu ihren Aufgaben gehört es, den Feind aufzuklären, seine Bewegungen und Versorgung zu stören und Unterlagen zu erbeuten. Die Angehörigen eines auf sich allein gestellten Jagdkommandos müssen im hohen Maße körperlich und psychisch belastbar sein und ihr militärisches Handwerk beherrschen. Denn meistens agieren sie über mehrere Tage hinweg – häufig auch bei mangelnder Versorgung und zu Fuß mit 30 Kilogramm Gepäck.

30 Kilometer in 36 Stunden

Die Jagdkampfsichtungsübung in der Oberlausitz dauerte 36 Stunden. Dabei legten die Teilnehmenden etwa 30 Kilometer zu Fuß zurück und gingen mit Karte und Kompass querfeldein. Sie mussten Verstecke beziehen und aufbauen, Feuer machen, Essen aus rohen Zutaten im Kochgeschirr zubereiten, ein Gewässer überqueren, einen Eilmarsch absolvieren, Kontakt zu Informanten aufnehmen sowie feindliche Kräfte in einem Hinterhalt bekämpfen. Teil der Übung waren zudem immer wieder kurze Ausbildungseinheiten, bei denen die Soldatinnen und Soldaten neue Techniken und Taktiken gezeigt bekamen, die sie anschließend sofort anwenden mussten. 

Gern gesehene Gäste aus den Niederlanden

Auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz wurden die etwa 130 übenden deutschen Reservistendienstleistenden des Sicherungsbataillons 1 zusätzlich durch 20 niederländische Kameradinnen und Kameraden des 10 Infanteriebataljon Bewaken Beveiligen Korps unterstützt. Der Verband der Nationalen Reserve der Niederlande untersteht der 43 Gemechaniseerde Brigade. Diese niederländische Brigade ist wiederum Teil der deutschen 1. Panzerdivision. Die niederländischen Soldatinnen und Soldaten haben schon mehrfach an Ausbildungsvorhaben der Jäger aus Oldenburg teilgenommen und sind stets voll integriert. Auch an der Jagdkampfsichtungsübung beteiligten sich diesmal einige niederländische Kameradinnen und Kameraden.

Mit den Trainingseinheiten auf dem Übungsgelände in der Oberlausitz hat das Sicherungsbataillon 1 seinen Ausbildungsstand weiter erhöht und Weichen für zukünftige Ausbildungsvorhaben wie die Jagdkampfausbildung gestellt. Motivation und Leistungswillen der Reservistendienstleistenden des Bataillons haben erheblich dazu beigetragen, dass alle Ausbildungsabschnitte erfolgreich absolviert werden konnten. Wieder einmal haben die Frauen und Männer des Sicherungsbataillons 1 bewiesen, dass sie Profis der Reserve sind.

Neun Tage in der Oberlausitz

von Carl Schulze

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