Reserve trainiert Kampf im urbanen Gelände und im Wald
Landes- und Bündnisverteidigung- Datum:
- Ort:
- Oberlausitz
- Lesedauer:
- 4 MIN
Das Sicherungsbataillon 1 ist als Ergänzungstruppenteil der 1. Panzerdivision unterstellt. Zu den Aufträgen des komplett aus Reservistendienstleistenden bestehenden Verbandes gehören die Sicherung der Gefechtsstände in der Division sowie neuerdings des rückwärtigen Raums. Im Oktober 2026 übten die Jäger aus Oldenburg nun auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz.
So trainiert die Reserve: Ein Pfiff hallt über die Schießbahn auf dem Truppenübungsplatz in der Oberlausitz – sofort eröffnen die Reservistendienstleistenden des Sicherungsbataillons 1 das Feuer
Bundeswehr/Carl Schulze„Fertigmachen zum Feuerüberfall auf Pfiff, Zielverteilung von links nach rechts“, flüstert der Gruppenführer den Soldaten zu, die links und rechts von ihm Stellung bezogen haben. Diese reagieren sofort, bringen ihre Waffen in den Anschlag, entsichern und nehmen eines der 200 Meter entfernten Ziele ins Visier. Dabei vermeiden sie hektische Bewegungen, denn diese könnten leicht vom Feind aufgeklärt werden.
Als schließlich der schrille Pfiff der Trillerpfeife des Gruppenführers ertönt, eröffnen die Reservistendienstleistenden sofort das Feuer. Viele der gezeigten Ziele werden getroffen und klappen im selben Moment um. Das Gefechtsschießen verbindet die Schießausbildung mit dem Gefechtsdienst und ist eine der höchsten Ausbildungsstufen in der Truppe. Auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz werden die Teilnehmenden des Sicherungsbataillons 1 damit zum Jäger ausgebildet – und fit gemacht für die Landes- und Bündnisverteidigung.
2026 ist ein ereignisreiches Jahr für die Reservistendienstleistenden des Ergänzungstruppenteils. Nach seiner Umbenennung am 1. März vom Unterstützungsbataillon Einsatz 1 in Sicherungsbataillon 1 wird der Verband nunmehr umgegliedert und derzeit von zwei auf vier Kompanien erweitert. Viele neue Reservistendienstleistende werden dafür eingestellt.
Hierzu gehören unter anderem ehemalige Wehrpflichtige aus der Zeit vor 2011 sowie Zeit- und Berufssoldatinnen und -soldaten, die in den letzten Jahren ausgeschieden sind. Aber auch Freiwillig Wehrdienstleistende, die erst kürzlich ihren Dienst abgeleistet haben, sind Bestandteil dieser Reserve. So unterschiedlich der Werdegang der Soldatinnen und Soldaten sein mag, so unterschiedlich ist oft auch ihr Ausbildungsstand. Um alle Kameradinnen und Kameraden schnellstmöglich auf ein einheitliches Niveau zu bringen, verfolgt das Bataillon einen mehrschichtigen Ansatz. Dafür verantwortlich sind die beiden Ausbildungszüge der 4. Kompanie.
Einer dieser Ausbildungszüge festigt dabei militärisches Grundlagenwissen und schafft so einen Abholpunkt für die spätere Ausbildung zur Soldatin und zum Soldaten in der Jägertruppe. Zum Beispiel werden neu beorderte Reservistinnen und Reservisten, die noch am Gewehr G3 und der Pistole P1 ausgebildet wurden, nun am Gewehr G36 und der Pistole P8 trainiert. Auch die Wachausbildung gehört zum Repertoire dieses Zugs.
Der zweite Ausbildungszug der 4. Kompanie führt wiederum die Pflichtausbildung der Jäger durch. Eine wichtige Rolle spielt bei der Ausbildung in der Oberlausitz diesmal unter anderem der Drohneneinsatz, der Spähtrupp zu Fuß, mehrere Übungen im Gefechtsschießen – natürlich auch im scharfen Schuss – der Orts- und Häuserkampf sowie die Abschlussübung der Jägerausbildung. Mit dem Bestehen der Jägerausbildung werden die Reservistendienstleistenden anschließend in die Kampfkompanien des Bataillons versetzt, wo ihre Ausbildung zur Kriegstüchtigkeit fortgeführt wird.
Während der Sichtungsübung müssen die Bewerber mit ihrer Ausrüstung auch Gewässer überqueren. Damit diese nicht nass wird, haben die Reservedienstleistenden sie in einem Zeltbahnpaket verstaut.
Bundeswehr/Carl SchulzeMit der Umbenennung in Sicherungsbataillon 1 wurde auch der Auftrag des Verbandes erweitert. Die „Erfüllung von Aufgaben
Dazu gehört auch der Kampf gegen feindliche Kräfte, die im rückwärtigen Raum operieren und einsickern. Genau dafür müssen ein Teil der Soldatinnen und Soldaten auch für Jagdkampfoperationen ausgebildet werden. In der Oberlausitz führte der Verband daher eine mehrtägige Sichtung durch und prüfte damit, welche Reservistendienstleistende sich für den Einsatz in einem Jagdkommando eignen.
Jagdkommandos sind meistens auf sich allein gestellt. Sie werden unter anderem zum Überwachen von Räumen, zum aktiven Kampf gegen nicht-staatliche Akteure und verdeckt operierende Gruppierungen sowie zum Schutz des rückwärtigen Raums eingesetzt. Zu ihren Aufgaben gehört es, den Feind aufzuklären, seine Bewegungen und Versorgung zu stören und Unterlagen zu erbeuten. Die Angehörigen eines auf sich allein gestellten Jagdkommandos müssen im hohen Maße körperlich und psychisch belastbar sein und ihr militärisches Handwerk beherrschen. Denn meistens agieren sie über mehrere Tage hinweg – häufig auch bei mangelnder Versorgung und zu Fuß mit 30 Kilogramm Gepäck.
Die Jagdkampfsichtungsübung in der Oberlausitz dauerte 36 Stunden. Dabei legten die Teilnehmenden etwa 30 Kilometer zu Fuß zurück und gingen mit Karte und Kompass querfeldein. Sie mussten Verstecke beziehen und aufbauen, Feuer machen, Essen aus rohen Zutaten im Kochgeschirr zubereiten, ein Gewässer überqueren, einen Eilmarsch absolvieren, Kontakt zu Informanten aufnehmen sowie feindliche Kräfte in einem Hinterhalt bekämpfen. Teil der Übung waren zudem immer wieder kurze Ausbildungseinheiten, bei denen die Soldatinnen und Soldaten neue Techniken und Taktiken gezeigt bekamen, die sie anschließend sofort anwenden mussten.
Auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz wurden die etwa 130 übenden deutschen Reservistendienstleistenden des Sicherungsbataillons 1 zusätzlich durch 20 niederländische Kameradinnen und Kameraden des 10 Infanteriebataljon Bewaken Beveiligen Korps unterstützt. Der Verband der Nationalen Reserve der Niederlande untersteht der 43 Gemechaniseerde Brigade. Diese niederländische Brigade ist wiederum Teil der deutschen 1. Panzerdivision. Die niederländischen Soldatinnen und Soldaten haben schon mehrfach an Ausbildungsvorhaben der Jäger aus Oldenburg teilgenommen und sind stets voll integriert. Auch an der Jagdkampfsichtungsübung beteiligten sich diesmal einige niederländische Kameradinnen und Kameraden.
Mit den Trainingseinheiten auf dem Übungsgelände in der Oberlausitz hat das Sicherungsbataillon 1 seinen Ausbildungsstand weiter erhöht und Weichen für zukünftige Ausbildungsvorhaben wie die Jagdkampfausbildung gestellt. Motivation und Leistungswillen der Reservistendienstleistenden des Bataillons haben erheblich dazu beigetragen, dass alle Ausbildungsabschnitte erfolgreich absolviert werden konnten. Wieder einmal haben die Frauen und Männer des Sicherungsbataillons 1 bewiesen, dass sie Profis der Reserve sind.
Mit kurzen Feuerstößen bekämpft ein Reservistendienstleistender der niederländischen Nationalen Reserve ein Flugziel. Bei Übungen sind die niederländischen Kameraden in die Ausbildung des Sicherungsbataillons 1 integriert.
Bundeswehr/Carl Schulze
Auf der Waldkampfbahn üben die Drohnenbediener des Sicherungsbataillons 1 die Zusammenarbeit mit den Infanteriekräften des Verbandes. Mit einer kompakten kleinen Drohne klären sie Lage und Stärke der feindlichen Kräfte auf.
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Auch einen Hinterhalt legen, ohne langes Erkunden, sondern direkt während des Marschierens, gehört zu den Übungen der deutschen und niederländischen Reservistendienstleistenden in der Oberlausitz. Dabei prüfen sie, ob ein Feind die Gruppe verfolgt.
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Der Orts- und Häuserkampf ist Teil der Ausbildung zum Jäger. Hier dringen Soldaten eines Ausbildungszugs der 4. Kompanie des Sicherungsbataillons 1 gerade in ein Gebäude ein.
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Bei der Orts- und Häuserkampfausbildung lernen die Reservistendienstleistenden, wie man verschlossene Türen öffnet, in einen Raum eindringt und in verschiedenen Stockwerken angreift
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Feindliche Drohnen, Kampfhubschrauber und -flugzeuge stellen eine ständige Bedrohung für die eigene Truppe dar. Die Flieger- und Drohnenabwehr ist daher fester Bestandteil der Ausbildung im Sicherungsbataillon 1.
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Während der 36-stündigen Jagdkampfsichtungsübung legen die Reservistendienstleistenden bis zu 30 Kilometer zu Fuß zurück. Dabei müssen sie immer wieder zusätzliche Herausforderungen meistern – zum Beispiel das Legen eines Hinterhalts.
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Die Angehörigen eines Jagdkommandos müssen im hohen Maße körperlich und psychisch belastbar sein und auf ihre Gesundheit achten. Auch die Fußpflege ist auf einem langen Marsch sehr wichtig.
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Während einer kurzen Ruhephase bereiten sich die Übungsteilnehmenden aus frischem Gemüse eine warme Mahlzeit zu. Gekocht wird im Kochgeschirr auf offenem Feuer. Aber Vorsicht: Eine starke Rauchentwicklung ist unbedingt zu vermeiden.
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Ein Gefechtsschießen auf der Waldkampfbahn rundet die Jagdkampfsichtungsübung ab. Die Gruppe muss ein Waldstück durchkämmen und feindliche Kräfte bekämpfen. Wird ein Waldweg überquert, muss er gleichzeitig abgesichert werden.
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Auf der Waldkampfbahn üben die Reservistendienstleistenden auch die Evakuierung eines verwundeten Kameraden. Nach der Erstversorgung bringen sie ihn auf einem Tragetuch zu einem Sammelpunkt für alle Verwundeten.
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