Heer
Eilhilfe für Zivilisten

Rettung aus der Luft

Rettung aus der Luft

  • SAR
  • Heer
Datum:
Ort:
Bückeburg
Lesedauer:
2 MIN

Die Crew der Bell UH-1D mit der SARSearch and Rescue Aufschrift auf der Seite des Hubschraubers hat jahrelang im TV-Vorabendprogramm unzählige Menschenleben gerettet. Doch diese Einsätze sind keine Erfindung der Unterhaltungsbranche. Im Jahr 2021 hat der Such- und Rettungsdienst des Heeres mit seinen Hubschraubern 169 Mal dringende Eilhilfe für den zivilen Bereich neben seinen militärischen Aufgaben geleistet.

Ein Rettungshubschrauber der Bundeswehr steht umgeben von Gipfelspitzen auf eine Höhe in den verschneiten Alpen.

Die verschneiten Alpen locken zahlreiche Skifahrer und Wanderer an. Einige von ihnen kommen nur dank des Einsatzes des SARSearch and Rescue-Hubschraubers lebend ins Tal. Für diese Rettungseinsätze muss die Crew regelmäßig trainieren.

Bundeswehr/Kommando Hubschrauber

Die Luftrettung in Deutschland ist in ihrer Entwicklung fest verbunden mit einem bedeutsamen Teil der Bundeswehr. Liegen doch die Anfänge der Luftrettung ausschließlich in der militärischen Verwendung von Hubschraubern in den seinerzeit noch jungen Streitkräften.

Auch wenn sich das damit verbundene und noch immer populäre TV-Image des militärischen Rettungshubschraubers Bell UH-1D über Hamburg scheinbar unauslöschlich in das öffentliche Bewusstsein eingebrannt hat, ist das tatsächliche Bild der Luftrettung in deutlicher Dominanz durch die gelben und rot-weißen, fliegenden Rettungsengel der zivilen Flugunternehmen geprägt. Der Anteil der Bundeswehr an sogenannten Rettungseinsätzen, die als dringende Eilhilfe zur Rettung von Leib und Leben in Ergänzung der zivilen Mittel erfolgen, macht nur einen Bruchteil der zivilen Einsatzzahlen aus. Dennoch: Wenn die SARSearch and Rescue-Hubschrauber von Marine oder Heer für diese Einsätze gerufen werden, sind sie das letzte verfügbare und häufig auch das einzige unter schwierigen Bedingungen noch einsetzbare schnelle Rettungsmittel.

Fünf Leitstellen bundesweit verteilt

Ein Hubschrauber mit den Buchstaben SAR auf orangefarbenem Grund an der Seite hebt vom Flugfeld ab.

Gerade abgehoben senkt der H145 LUH SARSearch and Rescue die Nase in den Wind, um zum nächsten Einsatz zu fliegen. Seit 2021 ist die komplette Flotte mit dem modernen Hubschrauber ausgestattet.

Bundeswehr/Kommando Hubschrauber

Im Jahr 2021 erfolgten 169 Einsätze für die sogenannte dringende Eilhilfe, die „subsidiär“ neben den Aufgaben des militärischen Such- und Rettungsdienstes erfüllt wurden. Da die militärischen Such- und Rettungshubschrauber aus ihrer originären Aufgabenerfüllung heraus von lediglich fünf Stationen bundesweit eingesetzt werden, besteht kein starr abgegrenzter Einzugsbereich im Sinne eines definierten Einsatzradius. In der Regel befindet sich auch kein Notarzt an Bord der SARSearch and Rescue-Hubschrauber. Das ist auch das hauptsächliche Unterscheidungsmerkmal zu zivilen Rettungsflugunternehmen, die wiederum mit zivilen Leitstellen verbunden sind.

Verdienter Ruhestand nach jahrzehntelangem Einsatz

Zwei Hubschrauber mit jeweils den Buchstaben SAR auf orangefarbenem Grund an der Seite fliegen nebeneinander her.

Gemeinsam zeigen sich der alte „Teppichklopfer“, wie die Bell UH-1D (v.) wegen der Rotorgeräusche genannt wurde, und der Youngster H145 LUH SARSearch and Rescue am Himmel. Es ist ein historischer Flug und zugleich ein neues Kapitel im Leben der Rettungsflieger.

Bundeswehr/Peter Straub

Nachdem 2019 an das 60. Jubiläum des Such- und Rettungsdienstes der Bundeswehr erinnert werden durfte, kündigten sich in diesem Jubiläumsjahr bereits bedeutende „Hardware“-Änderungen beim Heer und der Marine an. Mit der Einführung des neuen Hubschraubers H145 LUH von Airbus und einer optimierten Leitstellentechnik in den Leitstellen Münster und Glücksburg erfährt dieser Dienst eine sichtbare Modernisierung. Jenseits dessen bleibt es dabei: Der militärische SARSearch and Rescue-Dienst steht 24/7 bereit, an 365 Tagen im Jahr – in dringenden Fällen auch für Zivilisten.

von Rudolf Bührmann