Heer

So agiert ein verstärkter Spähtrupp

So agiert ein verstärkter Spähtrupp

  • Ausbildung
  • Heer
Datum:
Ort:
Füssen
Lesedauer:
3 MIN

Was sind die Aufgaben und die Ausrüstung eines verstärkten Spähtrupps, wie agiert er? Das haben Soldatinnen und Soldaten des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 aus Füssen Anfang Juni während einer Weiterbildung auf dem Übungsplatz Bodelsberg geübt – gemeinsam mit Soldaten des Gebirgspionierbataillons 8 aus Ingolstadt.

Zwischen Bäumen steht ein mit Tarnnetzen und Zweigen getarntes Fahrzeug.

Gut getarnt: ein Spähwagen Fennek des verstärkten Spähtrupps im Versteck.

Bundeswehr/Michael Stiebert

Die Weiterbildung „Der verstärkte Spähtrupp“ ist in Anlehnung an das Prinzip der kombinierten Führer- und Truppenausbildung in Unterrichtseinheiten, Sandkastenausbildung sowie in praktische Anteile im Gelände gegliedert. Begonnen wird der Stationskreislauf mit einem Unterricht über das Zusammenwirken der Gebirgsaufklärer und der Gebirgspioniere.

Theorie von der Taktik

Mehrere Soldaten stehen auf einer Wiese vor einem Modell des umliegenden Geländes.

An einem Geländesandkasten, einem Modell des Geländes aus natürlichen Materialien, werden die Grundlagen aus der Theorie plakativ in die Praxis übertragen.

Bundeswehr/Michael Stiebert

Eingebettet ist die gesamte Weiterbildungsreihe in die allgemein genutzte Übungslage Obsidia. Das Gebirgsaufklärungsbataillon 230 hat dazu die Vorgaben in den Raum Allgäu übertragen. Mit Führungslinien, Bewegungs- und Angriffsachsen der Kräfte Rot und Blau in einer lagebezogenen Orientierung im Gelände und am Geländesandkasten schaffen die Ausbilder für die teilnehmenden Soldaten die taktischen Grundlagen. Ein fiktives Szenario der Landes- und Bündnisverteidigung liegt dem zugrunde: Aggressoren sollen durch einen Angriff der Gebirgsjägerbrigade 23 an der Annexion des Raumes Allgäu gehindert werden.

Drei Tage autark

Waffen, Geräte und Zubehör sind auf dem Boden ausgebreitet, daneben steht ein Soldat und erklärt.

Alles eingepackt? Die Ausrüstung eines Spähwagens Fenneks liegt bereit. Mit diversen Ausrüstungsgegenständen und Verpflegung ist die Besatzung mehrere Tage autark unterwegs.

Bundeswehr/Michael Stiebert

Und noch mehr Theorie rundet die Vorbereitungen der Übung ab, doch es wird praktischer. Der Spähwagen Fennek samt der notwendigen Ausrüstung werden vorgestellt. Für die Erfüllung des Auftrags sind neben der Verpflegung für die Soldaten zahlreiche Ausrüstungsgegenstände und Betriebsstoffe notwendig. Mit dem Fennek und seiner Ausrüstung kann die Besatzung allein bis zu drei Tage durchhalten und ist vor Handwaffen, Minen sowie Splitter- und Sprengfallen und Artilleriemunition geschützt. Die Besatzung setzt sich zusammen aus Kommandant, Kraftfahrer und Systembediener. Zur Aufklärung von Zielen verfügt der Fennek über eine hochauflösende Kamera, Nachtsichtoptik, Wärmebildgerät und Laserentfernungsmesser.

Brückenerkundung mit Pionieren

Ein Soldat mit Maschinengewehr schaut aus einem getarnten Geländewagen heraus.

Die Sicherung steht: Pioniere testen bei einer Brückenerkundung die Tragfähigkeit von Übergängen.

Bundeswehr/Michael Stiebert

Nachfolgend wird exemplarisch erläutert, wie eine Brückenerkundung durch den verstärkten Spähtrupp abläuft. Nach erfolgreicher Aufklärung und Sicherung der Brücke durch die Aufklärer kommt die Fachexpertise der Pioniere, also der verstärkten Anteile, zum Tragen. Durch visuelle Begutachtung und Vermessung der Brücke lässt sich die Nutzbarkeit für diverse Fahrzeugarten und Lastenklassen feststellen. Die gewonnenen Informationen dienen der weiteren Planung der Gefechtsführung.

Und wie verhält sich der verstärkte Spähtrupp, wenn er auf Feindkräfte trifft? Alle Soldaten müssen die Grundsätze des Ausweichens unter der Nutzung von Feuer, Nebel und Bewegung beherrschen. Hierbei ist es zwingend notwendig, dass die Aufklärer und Pioniere die gleichen Einsatzgrundsätze anwenden und wissen, wie der jeweils andere denkt und handelt. Zeit für lange Absprachen und Befehle bleibt im Begegnungsgefecht nicht.

Es ist plötzlich da – das Duell

Militärfahrzeuge treffen auf einem Feldweg aufeinander.

Feuer, Nebel, rückwärts marsch – Begegnungsgefecht des verstärkten Spähtrupps.

Bundeswehr/Michael Stiebert

In immer weiterführenden praktischen Teilabschnitten der Ausbildung optimieren dann die Aufklärer ihre Gefechtsabläufe und sammeln Erfahrungen. Die Rollen und Notwendigkeiten des Zusammenwirkens aller Bataillone und Fähigkeiten sowie das gegenseitige Verständnis im „System Brigade“ wird so für alle Teilnehmer zu einer realen Erfahrung. Dabei stellen die regelmäßig stattfindenden Weiterbildungen nur den Anfang dar. Es gilt, „die gewonnenen Eindrücke und Bilder in gute praktische Ausbildung für die Soldaten umzusetzen“, so der Leitende der Weiterbildung.

Die Ausbildung markiert den Abschluss einer gemeinsamen, dreiwöchigen Ausbildung des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 und des Gebirgspionierbataillons 8. Das Thema „Der verstärkte Spähtrupp“ folgte auf die Weiterbildung „Versorgung im Raum“ aus dem April. Noch im Juni soll das Thema „Radar im Gebirge“ behandelt werden. Hier wird beispielsweise innerhalb der Gebirgsjägerbrigade 23 mit dem Tragtierzug des Einsatz- und Ausbildungszentrums für Tragtierwesen 230 aus Bad Reichenhall geübt.

von Michael Siebert

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