Heer
Personalgewinnung

Tausche bunt gegen Bund

Tausche bunt gegen Bund

  • Bundeswehr und Gesellschaft
  • Heer
Datum:
Ort:
Munster
Lesedauer:
5 MIN

25 an der Bundeswehr interessierte Frauen und Männer erleben fünf abwechslungsreiche Tage an der Panzertruppenschule in Munster – die Discovery Days im Heer. Sie bauen ein Biwak auf dem Truppenübungsplatz, überwinden Hindernisse, fahren Panzer und erhalten Einblicke in den Dienstalltag und die verschiedenen Berufsbilder der Soldatinnen und Soldaten.

Ein uniformierter Teilnehmer steigt durch ein Holzhindernis.

Teamarbeit, Planung und körperliches Geschick sind gefragt, wenn die Gruppen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Lehr- und Trainingsanlage überwinden

Bundeswehr/Dennis Purwein

Nach der Begrüßung in der Panzertruppenschule in Munster beziehen die Jugendlichen zunächst ihre Stuben und richten sich dort für die nächsten Tage ein. Bei lockeren Gesprächen werden erste Berührungsängste überwunden, wichtige Informationen ausgetauscht und es entwickelt sich sehr schnell ein Gruppengefühl. Am nächsten Tag werden die Besucher eingekleidet. „Allein schon, dass wir eine Uniform und eine umfangreiche Ausrüstung erhalten haben, ist klasse. Das hätte ich nicht erwartet“, so der 18-jährige Jan Reale. Neben der Uniform werden Schlafsack, Helm, Nässeschutz, Handschuhe, Zeltbahn und weitere nützliche Ausrüstungsgegenstände in den Rucksäcken verpackt. Den richtigen Gebrauch der Ausrüstung erläutern die Ausbilder.

Wenig Theorie, viel Praxis

Jugendliche sitzen auf dem Boden, vor ihnen ausgebreitet liegt der Inhalt von Einmannpackungen der Bundeswehr.

Auch das gehört zum praktischen Teil des Soldatenlebens: Zubereitung von Essen aus der Einpersonenpackung, genannt EPa

Bundeswehr/Thanh Van Do

Den jungen Menschen sollen die Besonderheiten des Soldatenberufs im praktischen Tun vermittelt werden. Daher verzichten die Ausbilder der Schule gepanzerte Kampftruppen auf umfangreiche Theorieeinheiten. Schon zu Beginn heißt es daher für die eingeteilten Gruppen: „Ihr Auftrag ist es …“. Und so stellen die Ausbilder ihre Gruppen vor verschiedene Aufgaben. Beispielsweise muss auf der Lehr- und Trainingsanlage (LeTra) ein drei Meter breiter Graben mit vier Holzstücken und einem Seil überwunden werden. In jeder Gruppe gibt es einen, der vorangeht. „Ich wollte mich hier als Gruppenführer ausprobieren, weil ich für mich den Anspruch habe, Führung zu übernehmen“, so der 18-jährige Tobias Maly. Auch so kann man sich testen. Von der Gruppe werden Teamgeist und Koordination erwartet, wie von Soldatinnen und Soldaten immer. So müssen die Hindernisse der LeTra mit der gesamten Gruppe überwunden werden. Ein Feedback über die Leistungen der Gruppe geben die Ausbilder dann offen und ehrlich.

Auch die Großfahrzeuge der Panzertruppenschule werden den Jugendlichen vorgestellt. „Ich bin erstaunt, wie viel Technik und Möglichkeiten in so einem Panzer stecken. Was die Panzerbesatzung so alles können muss“, schildert der 16-jährige Gabriel Samse seine Eindrücke von einem Leopard 2 A7V, dem modernsten Kampfpanzer der Bundeswehr.

Der Alltag der Panzergrenadiere fasziniert

Auf einem Übungsgelände sind fünf Schützenpanzer abgestellt. Davor stehen Soldaten und erklären Besuchern etwas.

Die Panzergrenadiere des Offizierlehrgangs 3 Puma erläutern die kommenden Szenarien der Ausbildung. Der Puma gehört zu den modernsten Schützenpanzern der Welt.

Bundeswehr/Thanh Van Do

Bei den Soldaten der IX. Inspektion erleben die Jugendlichen, was es heißt, Panzergrenadier zu sein. Die meisten sind von dem Besuch bei den Grenadieren und ihren Fahrzeugen begeistert. „Wahnsinn, wie die Grenadiere loslegen, wenn es darauf ankommt. Den Gefechtsdienst des Offizierlehrgangs 3 zu erleben, war sehr imposant“, so Noel Bütergerds. Der 18-Jährige weiß bereits einiges über die Bundeswehr. Sein älterer Bruder ist Hauptmann und Hörsaalleiter an der Heeresaufklärungsschule in Munster.

Nachdem die Panzergrenadiere ihre Fähigkeiten unter Beweis gestellt haben, räumen sie ihren Platz im Schützenpanzer Puma und die 25 jungen Frauen und Männer dürfen in den Fahrzeugen auf dem Gelände des Übungsplatzes auch die Faszination Panzerfahren erleben. „Im Panzer zu sitzen und mitzufahren, war ein totales Highlight für mich. Auch was die Panzergrenadiere alles beherrschen müssen, war überraschend“, fasst Samse seine Eindrücke zusammen.

Ohne Sanitäter geht es nicht

„Die Sanitätsausbildung war sehr anschaulich. Wir konnten uns in Erster Hilfe ausprobieren. Die Soldaten, die die Verletzten darstellten, agierten sehr realistisch – die waren als Verletzte sehr professionell“, schildert die 18-jährige Weronika Glazik augenzwinkernd ihre Erlebnisse bei den Sanitätern. Diese informieren über die Möglichkeiten und die Abläufe in der Rettungskette. Nach einer kurzen Einweisung werden einige Grundlagen der Erste-Hilfe-Maßnahmen vermittelt, die dann an Übungsverletzten praktisch angewandt werden. Spätestens hier wird jedem jungen Besucher und jeder jungen Besucherin die Ernsthaftigkeit des Soldatenberufs anhand der Themen Tod und Verwundung bewusst.

Leben im Felde

Acht junge uniformierte Menschen bauen Zelte in einem Waldstück auf.

Für einige war es das erste Mal, dass sie im Freien schlafen. Bei hochsommerlicher Hitze wird auf dem Übungsplatz Munster das Biwak für die Nacht aufgeschlagen.

Bundeswehr/Thanh Van Do

Mit den Ausbildern der Heeresaufklärungsschule geht es am bisher wärmsten Tag des Jahres raus ins Gelände. „Die Ausbilder sind sehr gut. Auf ausreichendes Trinken und Pausen im Schatten wird sehr viel Wert gelegt. Ich trinke hier viel mehr Wasser als zu Hause“, lobt die 17-jährige Lorinda Reichert die Soldaten. Im nördlichen Teil des Truppenübungsplatzes Munster richten sich die jungen Besucher für die Nacht ein. Die Ausbilderinnen und Ausbilder erklären ihren Gruppen, wie der Soldat und die Soldatin aus ihrer Ausrüstung das Optimale rausholen. So werden die sogenannten Dackelgaragen aufgestellt – ein Zelt für zwei Personen, bestehend aus zwei Zeltbahnen. Gegessen wird der Inhalt einer EPa – einer Einpersonenpackung. Auch die Zubereitung dieser Einsatzverpflegung lernen die jungen Leute von ihren erfahrenen Ausbildern.

Engagierte Ausbilder und realitätsnahe Einblicke

„Die Ausbilder erklären alles und machen vieles vor. Fehler und Fragen werden sehr gut erläutert“, so Reichert. Bei Einbruch der Nacht demonstrieren die Heeresaufklärer in verschiedenen Szenarien ihr Vorgehen im Gelände. Im Dunkeln kommt es auf ein gutes Gehör und eine gute Vorstellungskraft an. Dabei werden auch unterschiedliche Nachtsichtgeräte vorgestellt. Nach der Nacht im Biwak nutzen die Teilnehmenden die Möglichkeiten, die Ausbilder alles zu fragen, was sie zum Thema Bundeswehr noch wissen wollen. Die Soldaten geben Hinweise auf Laufbahnen, Verwendungen und persönliche Erlebnisse. Sie berichten aber auch offen über die Herausforderungen und Gefahren des Berufes.

Eine gewinnbringende Woche für alle

Junge Frauen und Männer stehen vor historischen Militärfahrzeugen und lauschen einem Vortrag.

Interessante Einblicke und viele neue Erfahrungen stehen am Ende der gemeinsamen Woche beim Heer für die 25 Jugendlichen aus ganz Deutschland. Dazu gehört auch ein Besuch im Panzermuseum Munster.

Bundeswehr/Dennis Purwein

Am Ende der Woche fasst der Personalstabsoffizier der Panzertruppenschule, Oberstleutnant Mike Jablinski, die Woche zusammen: „Ein beachtlich hoher Teil dieser hoch motivierten Jugendlichen hat bereits sehr klare Vorstellungen über eine mögliche Karriere bei der Bundeswehr, zumeist als Offizier. Deutlich wird für mich jedoch noch einmal, dass die jungen Leute von heute mehrgleisig fahren und dass die Bundeswehr gut beraten ist, die nun bestehende Bindung zu den jungen Leuten weiter zu festigen und auszubauen, um am Ende vor zivilen Mitbewerbern die Nase vorn zu haben.“ Damit endet eine spannende Woche beim Heer, wobei für einige Teilnehmer vielleicht auf eigenen Wunsch bald eine längere Dienstzeit in Uniform ansteht. Die Munsteraner Ausbilder haben jedenfalls eine gute Grundlage gelegt.

Von Einkleidung bis Geländeerkundung

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Eine Soldatin setzt einem jungen Mann einen Militärhelm auf.

„Ob der Helm passt?“ Bevor die Woche beim Heer so richtig losgeht, werden die Teilnehmenden eingekleidet

Bundeswehr/Thanh Van Do
Eine Gruppe junger Menschen sitzt im Wald und hört einem Ausbilder zu.

Das grüne Klassenzimmer: So oft wie möglich werden theoretische Grundlagen mit Blick in das Gelände vermittelt. Dadurch wird das Erlernte gleich an den Ort der Handlung angepasst.

Bundeswehr/Dennis Purwein
Ein Teilnehmer in Uniform bewegt sich kriechend in einer militärischen Stellung.

„Schweiß spart Blut!“, meint: Im Ernstfall muss man sehr schnell zum Verletzten gelangen und schwitzt, wenn man sich kriechend, in einer tiefen Gangart durchs Gelände bewegt und ihn zügig medizinisch versorgt. Die Teilnehmenden probieren das aus.

Bundeswehr/Thanh Van Do
Zwei Männer und eine Frau stehen in Uniform im Wald und orientieren sich mit einer Karte.

Mit Navi weiß man immer, wo man ist. Doch Smartphones können im Ernstfall tödliche Fallen für Soldaten sein. Der Feind kann sie orten oder die Technik ausfallen. Daher lernt jeder Soldat, sich mit Karte, Kompass und Skizze im Gelände zu orientieren.

Bundeswehr/Thanh Van Do
Eine Gruppe junger uniformierter Männer betrachtet eine kleine Drohne.

Drohnen sind nicht nur ein bei vielen Zivilisten beliebtes Hobby, sondern gehören auch zum Einsatzwerkzeug von Soldaten, besonders der Aufklärer

Bundeswehr/Dennis Purwein
Ein Soldat lässt einen Diensthund an Koffern schnüffeln. Dahinter stehen mehrere Personen und schauen zu.

Auch den Berufsalltag der Diensthundeführer der Feldjägertruppe schauen sich die Teilnehmenden an. Die Feldjäger demonstrieren sehr anschaulich, wie die Diensthunde bei der Bundeswehr eingesetzt werden.

Bundeswehr/Thanh Van Do
25 junge Frauen und Männer in Uniform hocken und stehen für ein Gruppenbild.

Eine Woche beim Heer mit interessanten Einblicken und viele neue Erfahrungen endet für 25 Jugendliche aus ganz Deutschland

Bundeswehr/Thanh Van Do

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von Thomas Rotter

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