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Zehn nützliche Tipps für den Aufstieg im Schnee

Zehn nützliche Tipps für den Aufstieg im Schnee

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Datum:
Ort:
Bad Reichenhall

Mit ihrer Ausrüstung überwinden Gebirgsjäger schwieriges Gelände unter extremen Witterungsverhältnissen. Für das Bewegen im Gebirge haben sie spezielle Techniken entwickelt. Ihr plant ein Outdoor-Abenteuer zu Fuß durch die verschneiten Berge? Hier sind zehn Tipps von Profis für eure Tour durch extremes Gelände.

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  • Ein Soldat in Schneetarnuniform steht auf Skiern am verschneiten Waldhang der bayerischen Reiteralpe.
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    Ausrüstung vorbereiten: Kleidung

    Für den Aufstieg in der verschneiten Winterlandschaft solltet ihr euch zweckmäßige Kleidung zurechtlegen. Sie sollte aus mehreren Schichten bestehen und flexibel auf dem Weg nach oben angepasst werden können. Auf der untersten Schicht ist  Funktionswäsche angebracht, die Feuchtigkeit schnell nach außen leitet. Je nach Temperatur und Aktivität bietet sich darüber eine Wärmeschicht aus Wolle an, die bei viel Bewegung abgelegt wird. Auf der äußersten Schicht tragt ihr am besten eine wasserabweisende, aber atmungsaktive Kleidung, die den Stiefelschaft bedeckt. Das stabile Schuhwerk sollte bequem, also nicht zu eng, und gut imprägniert sein. Atmungsaktive Mützen, Socken und Handschuhe bringen die Feuchtigkeit nach außen und halten Kopf, Füße und Hände warm. Wenn es dunkel wird, ist eine Stirnlampe mit frischen Batterien nützlich, die ihr ohne Probleme in der Kleidung verstauen könnt. Geht bei den Gebirgsjägern die Tarnung vor, sollten Zivilisten möglichst keine vorwiegend weißen oder hellen Skijacken und -hosen tragen, damit sie im Notfall besser in der Landschaft gesichtet werden können. Ein, zwei Teile in knalligen Farben oder mit Reflektoren versehene Kleidung sind zu empfehlen.

  • Soldaten in Schneetarnuniform laufen auf Skiern über den Schnee an einer braunen Hütte vorbei.
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    Ausrüstung vorbereiten: Rucksack

    Je nachdem, wie lange ihr eure Tour plant, sollte euer Gepäck angepasst werden. Absolutes Muss: Ausreichend Wasser mitnehmen, denn der Wasserbedarf wird im Winter häufig unterschätzt. Ihr plant eine mehrtägige Tour mit Übernachtung? Hier bietet sich ein größerer und komfortabler Rucksack an, der auf längerer Strecke noch tragbar ist. Nach dem Aufstieg hilft euch trockene Wechselkleidung dabei, nicht auszukühlen. Ein leichtes Zelt sowie ein Schlafsack mit Unterlage geben in der Nacht Schutz vor der Witterung. Gebirgsjäger nutzen auch einen Biwaksack, eine zusätzliche wasserabweisende Stoffschicht über dem Schlafsack. Snacks zur Motivation und weitere Nahrung nicht vergessen.

  • Ein Soldat in Schneetarnuniform fährt mit einem Lawinensuchgerät über den Schnee.
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    Sicherheit dabei? Lawinennotfallausstattung

    Beim Aufstieg nutzen Gebirgsjäger grundsätzlich eine Lawinennotfallausrüstung, die auch auf dem freien Markt erhältlich ist. Sie besteht aus einem Lawinenverschüttetensuchgerät, kurz LVS-Gerät, das auf der untersten Kleidungsschicht getragen und bei der Tour auf Senden gestellt wird, einer leichten Schneeschaufel und einer ausfahrbaren Sonde, die circa zweieinhalb Meter lang ist. Die Notfallausrüstung ist Pflicht, abseits der gesicherten Wege und ermöglicht dir im Ernstfall, andere zu orten, zu bergen und selbst gerettet zu werden. Darüber hinaus solltet ihr ein Mobiltelefon und ein Erste-Hilfe-Set mitnehmen. Hier erfahrt ihr, wie die Lawinennotfallausstattung funktioniert.  Gefangen in der Lawine

  • Soldaten in grüner Uniform schauen auf eine Faltkarte auf einem grauen Tisch.
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    Tourenplanung

    Bevor die Tour beginnt, informiert ihr euch über die Wetterlage am besten aus verschiedenen Quellen, über den Lawinenlagebericht, Tourenführer oder topografische Karten, um euch im Vorhinein mit dem Gelände und möglichen Gefahren vertraut zu machen. Sucht euch ein Alternativziel, sollten die vorgefundenen Verhältnisse im Gelände von euren Annahmen abweichen. Plant für die Tour großzügig Zeit ein, denn ihr werdet in der Regel langsamer sein, als von daheim aus angenommen. Ihr solltet niemals alleine auf Tour gehen. Kleine Unfälle können fatale Folgen haben. Stimmt euch untereinander ab und bereitet euch darauf vor, auf der Tour gegenseitig Rücksicht zu nehmen. Verantwortung geht vor Risiko.

  • Vier Soldaten in Schneetarnuniform stehen auf einer Schneefläche verteilt.
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    Lawinenbasics beachten

    Die Route und euer Tourenziel richtet ihr am besten nach der aktuellen Lawinenlage und den Lawinenfaktoren, wie Wetter, Gelände, Schneedecke und euren persönlichen Fähigkeiten aus. In verschiedenen Bergtouren-Apps könnt ihr die Lawinengefahrenstufen und Handlungsempfehlungen einsehen, um das Lawinenrisiko eurer Tour zu minimieren. Profis, wie die Heeresbergführer der Gebirgsjäger, bringen ihren Erfahrungsschatz sowie ihr umfangreiches Fachwissen über Topografie, Wetter und Bewegung im Gelände mit ein, um die Truppe sicher durch das eisige Gebirge zu führen. Beim Aufstieg solltet ihr mindestens über Basiswissen zu den Lawinengefahrenstufen, der Hangsteilheit und der Erkennung von Verhältnissen verfügen, die ein Lawinenrisiko bilden können.

  • Grünes Soldatenessgeschirr mit Wasser steht über einer Feuerstelle auf dem Boden.
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    Ausreichend frühstücken

    Wollt ihr Höhenmeter überwinden, kann der Aufstieg im Schnee kräftezehrend werden. Um euren Körper darauf einzustellen, solltet ihr nicht nur vorher eure Fitness kräftigen, sondern auch vor Abmarsch ausreichend ausgewogene Nahrung zu euch nehmen. Der Körper wird ausreichend Fette, Proteine, Kohlenhydrate, Wasser und Magnesium brauchen. So beugt ihr Krämpfen vor. Auch isotonische Getränke tragen dazu bei, dass eure Muskulatur optimal beim Aufstieg funktioniert. Sie enthalten osmotisch aktive Substanzen, vergleichbar mit denen im Körper, das heißt sie werden besonders schnell verarbeitet und belasten den Magen und den Verdauungstrakt beim Aufstieg kaum. Dadurch kann der Körper diese Substanzen besonders schnell für den Ausgleich nutzen und die Kraft erhalten.

  • Soldaten in Schneetarnuniform laufen auf Skiern und in Schneeschuhen durch den Schnee.
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    Ski oder Schneeschuhe?

    Im Gebirge kann die Schneedecke mehrere Meter dick werden. Die Oberfläche der Schneeschicht ist nicht sehr stabil. Mit bloßen Stiefeln versinkt ihr relativ schnell bis auf Kniehöhe. Um dies zu vermeiden, nutzen Gebirgsjäger Schneetrittlinge, auch bekannt als Schneeschuhe oder Tourenski mit Fellen, um die Auflagefläche auf dem Schnee zu erhöhen und nicht einzusinken. Felle sind zusätzliche Steighilfen aus Stoff auf der Unterseite des Skis. Zusätzlich nutzen die Soldaten Skistöcke, um das Gewicht weiter zu verteilen und sich in Hanglagen abstützen zu können. Die Wahl der Ausrüstung hängt von verschiedenen Faktoren und eurem Können ab. Skier sind im Vergleich pflegeintensiver. Es braucht eine gewisse Übung, um mit ihnen im Gebirge von A nach B zu gelangen.

  • Soldaten in Schneetarnuniform auf Skiern werden an einer Leine über den Schnee gezogen.
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    Kleidung und Körper trocken halten

    Eure Kleidung könnt ihr mit einer kleinen Handbürste in der Tasche leicht vom Schnee befreien. Nutzt ihr eure bloßen Hände, schmilzt der Schnee beim Abwischen und sorgt dadurch für noch mehr Feuchtigkeit. Auch imprägnierte Oberflächen werden mit der Zeit durchlässig. Wollt ihr im Zelt übernachten, nehmt eure abgebürsteten Innenstiefel mit in den Schlafsack. Das sorgt für Trockenheit. Sind Kleidung und Ausrüstung nass, hängt der Gebirgsjäger sie bei Bedarf über eine Leine am offenen Feuer aus trockenem Holz. Das Trocknen auf eurer Tour sollte aber ein Notverfahren bleiben, denn nicht überall ist offenes Feuer, auch nicht im Schnee, erlaubt. Tipp: Probiert vor der Tour das Trocknen an einer Feuerstelle mit alten ausgesonderten Kleidungsstücken aus.

  • Ein Soldat schmilzt bei Dunkelheit und rotem Licht Schnee in einem Topf.
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    Schneeschmelzen mit dem Kocher

    Ihr habt Durst und versucht, Schnee zu essen? Das kostet Energie, denn der Körper braucht Wärme, um den Schnee zu schmelzen. Nutzt einen kompakten Kocher, um den Schnee zu schmelzen und trinkbar zu machen. Kocher funktionieren mit unterschiedlichen Brennstoffen. Tipp: Kocher vorher zu Hause ausprobieren und auf Funktion testen. Nicht jeder Kocher funktioniert auch mit jedem Brennstoff. Gebirgsjäger nutzen einen Kocher, der mit flüssigem Brennstoff, wie Spiritus, funktioniert oder offenes Feuer. Wollt ihr am Berg damit Nahrungsmittel zubereiten oder Schnee schmelzen, braucht ihr ausreichend Brennstoff, ein feuerfestes leichtes Gefäß, leichtes Besteck, ein Feuerzeug und einen Windschutz. Im Handel gibt es aber auch leichte Gaskocher mit Gaskartusche. Je mehr Material ihr mitführt, desto schwerer wird euer Gepäck. Beachtet, dass nicht überall der Einsatz von Kochern oder gar offenes Feuer erlaubt sind.

  • Ein Soldat in Schneetarnuniform mit Gefechtshelm hält den Hörer eines Funkgerätes an sein Ohr.
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    Freunde und Familie informieren

    Bevor ihr eure Tour auf den Berg startet, lasst eure Freunde oder eure Familie wissen, wann ihr startet, wohin es geht und wann ihr zurück sein wollt. Eure Freunde können euch im Ernstfall helfen und mit diesen wichtigen Details den Rettungsdienst informieren. Nützlich ist auch ein voll aufgeladenes Mobiltelefon. Im Notfall nützt es euch, um damit einen Notruf abzusetzen. Berücksichtigt, dass sich der Akku des Geräts bei den eisigen Temperaturen schneller entlädt.

    von Peter Müller

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