Das Heer stellt ein Regiment für unbemannte Systeme auf
Das neue Drohnenregiment soll feindliche Kräfte aufklären, Ziele auf größere Entfernung präzise bekämpfen und gegnerische Drohnen abwehren.
Das neue Drohnenregiment soll feindliche Kräfte aufklären, Ziele auf größere Entfernung präzise bekämpfen und gegnerische Drohnen abwehren.
Verteidigungsminister Boris Pistorius und der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, kündigten diese Pläne am 1. Oktober 2026 auf dem Truppenübungsplatz Bergen an. Dort hatten sie die Experimentalserie Land, bei der das Heer neue Technik im Gelände erprobt, besucht.
Der geplante Verband soll unbemannte Systeme in der Luft und am Boden einsetzen. Er wird auch als UxS-Regiment bezeichnet. Das x in Unmanned System steht jeweils für Luft, Boden bzw. Wasser. Ein UxS ist immer ein Gesamtsystem, bestehend aus unbemannter Plattform inklusive Sensoren und Effektoren, aber auch den erforderlichen Komponenten zum Betrieb wie Kontrollstation, Bediener sowie die Instandsetzung. Als Teil der 10. Panzerdivision soll das Drohnenregiment dem Divisionskommandeur ermöglichen, den Einsatz dieser Systeme zu steuern und sie an einem Schwerpunkt zusammenzuführen.
Das Heer nutzt bereits zahlreiche Drohnen in unterschiedlichen Einheiten. Zudem bereitet es den Aufbau von Kompanien vor, die auf unbemannte Systeme spezialisiert sind. Das selbstständige Regiment ergänzt diesen Einsatz in der bestehenden Truppe. „Ich bin davon überzeugt, dass beide Wege erfolgversprechend sind“, betonte Freuding.
Voraussichtlich fünf bis sechs Kompanien sollen das Regiment bilden. Eine ist für den Kampf auf kurze Entfernung geplant. Eine weitere soll Systeme mit größeren Reichweiten einsetzen. Freuding nannte hierfür Entfernungen bis über 500 Kilometer. Welche Reichweiten möglich sein werden, hängt von der am Markt verfügbaren Technik ab.
Hinzu kommen eine Drohnenabwehrkompanie und eine Kompanie für elektronische Kampfführung. Bei dieser geht es beispielsweise darum, gegnerische Funkverbindungen zu stören. Eine eigene Test- und Versuchskompanie soll neue Systeme erproben und ihre Weiterentwicklung begleiten.
Soldaten bedienen ein unbemanntes Bodensystem über Bildschirme. Bei der Experimentalserie Land wird das Zusammenspiel von Mensch und Technik im Gelände erprobt.
Bundeswehr/Janin Garzke
Fluggerät und Kettenplattform: Das Heer erprobt unbemannte Systeme für die Luft und den Boden
Bundeswehr/Janin Garzke
Auch große Fluggeräte werden getestet. Die Erprobung soll zeigen, für welche militärischen Aufgaben sich die Technik eignet.
Bundeswehr/Janin Garzke
Ein Radfahrzeug und eine kleine Bodenplattform mit Drohne auf dem Versuchsgelände. Unterschiedliche Drohnen werden unter praktischen Bedingungen erprobt
Bundeswehr/Janin GarzkeLaut Freuding soll das Regiment schon 2027 mit rund 350 Soldatinnen und Soldaten erste Aufgaben übernehmen können. Bis 2029 soll es auf rund 600 Soldatinnen und Soldaten anwachsen und seine volle Einsatzbereitschaft erreichen. Wo das Regiment stationiert wird, steht noch nicht fest.
Die Organisation des Regiments soll sich an veränderte Anforderungen anpassen lassen. „Da sich die Technik in den nächsten Jahren immer weiter entwickeln wird, werden wir die Strukturen dieses Regiments immer wieder an die Realitäten des Gefechtsfeldes anpassen“, sagte Freuding.
Wie sich neue Technik für militärische Aufgaben nutzen lässt, prüft das Heer bei der Experimentalserie Land. Es erprobt dazu Prototypen im Gelände. Erfahrungen aus dem Krieg in der Ukraine fließen dabei ein. Auch das neue Regiment soll neue Systeme für die Truppe erproben. Freuding will so Einsatz, Test und Weiterentwicklung in einem Verband verbinden. Das Heer will auf diese Weise technische Entwicklungen schneller für militärische Aufgaben nutzen können.