Der Wiedehopf – Vogel des Jahres 2022 – Zuhause bei der Bundeswehr

Der Wiedehopf – Vogel des Jahres 2022 – Zuhause bei der Bundeswehr

  • Naturschutz
  • IUD
Datum:
Ort:
Torgelow
Lesedauer:
3 MIN

Sein Gefieder ist einzigartig in der Tierwelt. Majestätisch schimmert der goldbraune, schwarzweiß gestreifte Rock. Gekrönt von einer Federhaube, die in Mitteleuropa so keine zweite Vogelart trägt. Unverkennbar ist der Gesang des männlichen Exemplars. Nun wurde der Wiedehopf zum Vogel des Jahres 2022 gewählt. Zu Hause ist er auch bei der Bundeswehr.

Ein Wiedehopf auf einem Stein, im Schnabel eine Raupe

Der Wiedehopf ist Vogel des Jahres 2022 – und fühlt sich auch auf Truppenübungsplätzen wohl

Bundeswehr/Björn Schäfer

Vogel des Jahres. Eine Auszeichnung, die der etwa 28 cm große Vogel nicht zum ersten Mal erhält. Schon 1976 hatte er diesen Titel inne. Gesehen haben den Wiedehopf (Upupa epops) in freier Wildbahn wahrscheinlich in Deutschland nur wenige Menschen. Er steht auf der Roten Liste, denn sein Bestand ist gefährdet und in weiten Teilen seines ehemaligen Verbreitungsgebietes ist das Tier inzwischen aufgrund von Lebensraumverlusten verschwunden.

Artenschutz durch die Bundeswehr

Einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Art leistet die Bundeswehr. Der Bestand in Deutschland wird mit rund 800-950 Vögel angegeben. Alleine auf den Trübungsplätzen (TrÜbPl) der Bundeswehr Altmark, Altengrabow und Klietz, wurden rund 120 Brutpaare registriert. Auf den TrÜbPl Oberlausitz und Jägerbrück wurden mehr als 320 Tiere erfasst. Zum Beispiel durch das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum (BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum) Torgelow. Denn auf dem nahegelegenen und vom BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum betreuten TrÜbPl Jägerbrück - fühlt sich der Vogel heimisch. Eine der größten Populationen Deutschlands tummelt sich dort und nistet regelmäßig. Seit einigen Jahren werden auf dem TrÜbPl Nistkästen aufgehangen, die das Brutverhalten der Wiedehopfe aktiv fördern.

Nistkästen ersetzen Baumhöhlen

In der Nähe des TrÜbPl Jägerbrück findet sich der Verein „Storchenpflegehof Papendorf e. V.eingetragener Verein“, dem Jens Krüger angehört. Der Verein kümmert sich um wildlebende Störche, aber auch um Fledermäuse und Wildvögel, wie den Wiedehopf und deren Lebensraum. „Die 130 Brutkästen die wir hier haben, hat alle Jens Krüger selbst gebaut und aufgehangen“, erzählt Andrea Stahr, die Sachbearbeiterin Ökologie des BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum Torgelow und fährt fort, „normal brüten die Tiere unter anderem in Baumhöhlen, diese finden sie aber so nicht in ausreichender Zahl.“

Ein Wiedehopf mit Beute im Schnabel.

Beringter Wiedehopf mit den typischen optischen Merkmalen

Bundeswehr/J. Ulbricht

Während der Brutzeit der Wiedehopfe kommt Jens Krüger vom Storchenpflegehof in die Liegenschaft. Dann werden zusammen mit Andrea Stahr und Stabsfeldwebel Steffen Jürß, dem Umweltschutzbearbeiter von der Truppenübungsplatzkommandantur (TrÜbPlKdtr) Jägerbrück,  die Brutkästen abgefahren und einige der Vögel beringt. Dies geschieht, indem die Brutkästen geöffnet werden und die noch nicht flügge gewordenen Jungvögel beringt werden. Allein in den letzten zwei Jahren wurden so über 280 Tiere erfasst.

„Manchmal bleibt die Mutti dann einfach im Nest sitzen, dann wird natürlich auch der Altvogel beringt“,

berichtet Andrea Stahr mit einem Schmunzeln. Dadurch wird die Lebensweise (z. B. Zugverhalten, Informationen wie das Alter, Fitness usw.) der z. T. nach Afrika ziehenden Wiedehopfe  erforscht – etwa wenn ein bereits beringter Vogel nach einiger Zeit erneut eingefangen wird. Oder auch wenn ein dokumentierter Vogel nach einem hoffentlich erfüllten Vogelleben tot geborgen werden kann. 2021 etwa wurde ein in der Ueckermünder Heide geborener Vogel auf Mallorca von Ornithologen gefangen. Und natürlich wieder frei gelassen.

Wiedehopf im Schlaraffenland

Die Landschaft in der Dröger Heide bietet aber auch neben der tatkräftigen Hilfe der Drei gute Bedingungen für die Vögel. Denn auf dem Speiseplan stehen bevorzugt Insekten wie Grillen und verschiedene Käfer – und die gibt es hier in rauen Mengen. Auf den weiten Flächen mit Magerrasen und vielen Blühpflanzen finden die Wiedehopfe ein wahres Schlaraffenland. Auch die aufgelockerte Flora der Heide mit nicht zu dichtem Baumbestand und die trockenen Ebenen kommen den Vögeln sehr entgegen.

Violett blühendes Heidekraut auf einer mageren Wiesenlandschaft.

Auf den Magerrasen- und Blühflächen der Heide finden die Vögel Futter satt

Bundeswehr/Marius Vu

Und nicht zuletzt ist es auch die Abgeschiedenheit des Bundeswehr-Geländes welches die scheuen Tiere mögen. Denn hier finden sie nicht nur Futter und Nistmöglichkeiten, sondern auch wertvolle Rückzugsräume in denen sie vom Menschen und ihren Haustieren – etwa Hunden, weitestgehend in Ruhe gelassen werden. Nahezu Idealbedingungen. Der Schutz und Erhalt, den der Wiedehopf auf dem TrÜbPl Jägerbrück erfährt, ist ein kleiner, aber dennoch wichtiger Beitrag zum Artenschutz und zur Biodiversität. Auch durch die personelle Unterstützung des Vereins Storchenhof Papendorf, der TrÜbPlKdtr Jägerbrück und des BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum Torgelow wird dies möglich.

von Marius Vu  E-Mail schreiben
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