Modernste Energieversorgung

Eine Heizkraftwerk-Anlage für den Fliegerhorst

Eine Heizkraftwerk-Anlage für den Fliegerhorst

Datum:
Ort:
Wunstorf
Lesedauer:
3 MIN

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Das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Wunstorf in Niedersachsen betreibt eine kombinierte Heizkraftwerk-Anlage mit etwa 18 Megawatt Heizleistung. Eine außergewöhnliche und zugleich kritische Infrastruktur: Mit dieser Anlage wird der Betrieb des strategisch wichtigen Fliegerhorstes und die Durchführbarkeit von Übungen wie Air Defender 23 gewährleistet.

Ein Mann im Blaumann vor einer Heizkraftanlage

Stefan S. in seinem Arbeitsbereich. Er stellt mit seinem Kollegen Andreas V. den Betrieb der Anlage sicher

Bundeswehr/Marius Vu

Das Lufttransportgeschwader 62 in Wunstorf ist mit seinen Airbus A400M elementarer Bestandteil der Bundeswehr, wenn es um deren Einsatzfähigkeit und die Aufgabenerfüllung bei der Landes- und Bündnisverteidigung geht. Mit der NATO-Übung Air Defender 23, die auch hier in Wunstorf stattfindet, soll dies unter Beweis gestellt werden. Tatkräftig unterstützt werden die Soldatinnen und Soldaten des Geschwaders vom Bundeswehr-Dienstleistungszentrum (BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum) Wunstorf, das die Versorgung des Fliegerhorstes mit Wärme und anteilig mit elektrischer Energie durch eine eigene kombinierte Heizkraftwerk-Anlage sicherstellt. Rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr.

Ukraine-Krieg führt zu Brennstoffwechsel

Eine schwarze Stahlplatte mit einem verglasten Sichtfenster, man sieht dadurch heiße Glut

Ein Blick in die Brennkammer – bis zu über 1000° C heiß ist es hier

Bundeswehr/Marius Vu

In der kalten Jahreszeit von Oktober bis April wird die benötigte Wärme hauptsächlich über einen Hackschnitzel-Kessel erzeugt. Hackschnitzel, das ist grob zerkleinertes Holz - und somit ein nachwachsender Rohstoff. Der Hackschnitzel-Kessel erzeugt eine Wärmeleistung von bis zu 4,2 Megawatt und stellt zusammen mit zwei kleineren, mit Erdgas betriebenen Blockheizkraftwerken (BHKW) die Grund- und Mittelwärmelast des Fliegerhorstes sicher. Die zwei BHKW erzeugen zusammen eine Wärmeleistung von bis zu 1 Megawatt und eine elektrische Leistung von rund 500 Kilowatt und decken den Grundwärmelastbedarf von Mai bis September.
Entsprechend der jeweiligen Witterungsbedingungen kann über drei weitere Heizkessel mit kombinierten Gas-/Ölbrennern die Wärmeleistung zur Beheizung des Fliegerhorstes ergänzt werden. In der Vergangenheit wurde hierbei dem Brennstoff Gas der Vorrang eingeräumt. Die aktuellen Maßnahmen zur Sicherung der Energieversorgung aufgrund einer drohenden Gasmangellage haben jedoch eine Änderung hin zu Ölbrennstoff herbeigeführt. Dadurch wurden erhebliche Mengen an Erdgas eingespart. 

Kraftwerk arbeitet vollautomatisch

Ein Mann im Blaumann vor einer großen Halde Hackschnitzel

Stefan S. vor einer Tagesladung Hackschnitzel im Brennstofflager. Vollautomatisch gelangen diese in die Brennkammern

Bundeswehr/Marius Vu

Für den Betrieb sind Stefan S. und Andreas V. zuständig. Sie sind die beiden Kesselwärter der Heizanlage. 

Wir verfeuern hier nur Premiumqualität an Hackschnitzeln, das sieht man auch sofort. Die verursachen wenig Rückstände bei der Verbrennung

erklärt Stefan S. mit einem prüfenden Blick auf den angelieferten Brennstoff. Bis zu 100 Kubikmeter Hackschnitzel verbraucht die Heizanlage im Winter - pro Tag. Zum Vergleich: Eine Lkw-Ladung entspricht etwa 90 Kubikmetern. Vom Brennstofflager vor dem Anlagengebäude gelangen die Hackschnitzel automatisiert über einen computergesteuerten hydraulischen Schubboden und eine Förderschnecke in die Brennkammer. Die Größe der Lagerstätte reicht aus, um genug Brennstoff für mehrere Tage zu lagern. Die Heizanlage ist mit dieser Reserve in der Lage, eine begrenzte Zeit vollautomatisch zu arbeiten. Die Kesselwärter werden außerhalb des regulären Dienstbetriebes dabei von Fachkräften der Rufbereitschaft des BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum bei der ständigen Aufrechterhaltung des Heizbetriebes unterstützt.

Wärme und Strom aus einer Hand

Ein grauer Kraftwerksbau mit 3 Schornsteinen von außen

Das Blockheizkraftwerk Wunstorf zählt zur kritischen Infrastruktur

Bundeswehr/Marius Vu

Neben der erzeugten Wärme wird auch die in den Blockheizkraftwerken erzeugte elektrische Energie genutzt. Diese wird direkt in das Liegenschaftsnetz eingespeist und dient unter anderem zum Betrieb der Pistenrandbefeuerung oder des Towers. Dank der eingesetzten Kraft-Wärme-Kopplung wird eine effiziente Stromerzeugung ermöglicht. 
Die Heizenergie gelangt über ein eigenes Wärmenetz in die Gebäude der Liegenschaft. Mehrere Kilometer lang ist dieses unterirdische Rohrsystem. Der Fliegerhorst ist dadurch bei der Wärmeversorgung komplett autark. Damit der Betrieb auch in Zukunft gesichert ist, betreibt das BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum Wunstorf die kombinierte Heizkraftwerk-Anlage nicht nur, sondern bildet auch das entsprechende Personal dafür aus, etwa zum Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Das BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum Wunstorf ist damit Ausbildungsbetrieb und einer der größten Arbeitgeber der Region und als Kraftwerksbetreiber Garant für Wärme und Strom für den Stützpunkt.
 

von Marius Vu  E-Mail schreiben

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