Task Force Bundeswehrkrankenhaus Berlin

Task Force Bundeswehrkrankenhaus Berlin

  • Infrastruktur
  • IUD
Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
3 MIN

Über 1,3 Milliarden Euro hat die Bundeswehr für neue Infrastruktur in der Bundeshauptstadt in den nächsten 15 Jahren eingeplant. Allein in das Bundeswehrkrankenhaus in Berlin-Mitte sollen bis 2034 mehr als 300 Millionen Euro investiert werden. Für eine zügigere Umsetzung dieser großen Baumaßnahmen wurde am 14. April 2021 eine Task Force gegründet.

Vierstöckiges weißes Gebäude, mt einer Auffahrt in der Mitte

Das Bundeswehrkrankenhaus Berlin

Bundeswehr/ Thilo Pulpanek

„Wir haben Alle das gleiche Ziel. Das Bundeswehrkrankenhaus Berlin soll eines der modernsten werden“, sagte Generalarzt Professor Dr. med. Horst-Peter Becker zum Startschuss dieser intern „Dombauhütte“ genannten Arbeitsgruppe. „Dabei ist Kommunikation auf Augenhöhe besonders wichtig“, so der Kommandeur und Ärztliche Direktor des Bundeswehrkrankenhauses Berlin. Zum Gelingen dieser ambitionierten Ziele sind zum Beginn des Jahres ein neues Referat im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) sowie eine eigene Zelle Infrastruktur beim Bundeswehrkrankenhaus in Berlin aufgestellt worden.

Fünf Männer, zwei tragen eine Uniform, stehen auf einem Rasen vor einem Krankenhaus.

Teilnehmer der neuen Task Force „Dombauhütte“.

Bundeswehr/Laurin Elser

Baukräne müssen sich schnell drehen

Als Vertreter des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr begrüßte der Leiter des Kompetenzzentrums Baumanagement der Bundeswehr in Strausberg, Leitender Regierungsdirektor Frank Sauer, in der Rolle des Bauherrn alle Anwesenden dieser Auftaktveranstaltung an der Scharnhorststraße. „Wir übersetzen und steuern als stetige Ansprechpartner der Bauverwaltung den Bedarf der Bundeswehr. Es müssen sich hier schnell die ersten Kräne drehen“, forderte Sauer. „Dafür werden nun auch mehrere Firmen per Rahmenvertrag eingebunden, um Spielraum und Dynamik im Baugeschehen zu garantieren“, bestätigte Regierungsdirektor Jörg-Axel Salomon, Teamleiter Berlin des Kompetenzzentrums. „Wir bündeln die Fachkompetenz und garantieren ein kontinuierliches Monitoring“, versicherte Salomon.

Mehrere Gebäude und Baukräne stehen auf einem Krankenhaus-Gelände. Die Klinik ist eingezäunt und liegt an einer Straße.

Auf dem Gelände des Bundeswehrkrankenhauses Berlin wird schon immer gebaut.

Bundeswehr/Jörg Jankowsky

Millionenschwere Neubauten

Aktuell 304 Millionen Euro wird die Bundeswehr mittelfristig in das Krankenhaus in der Bundeshauptstadt investieren. Apotheke, Parkhaus, Rettungswache, Multifunktions-Gebäude, Operations-Interim-Gebäude, Psychotrauma-Zentrum sowie ein zentrales Verwaltungsgebäude zählen zu den geplanten Neubauten. „Ein Bundeswehrkrankenhaus wird niemals so richtig fertig“, weiß Oberstarzt Uwe Wienstruck aus Erfahrung. In den letzten drei Jahren wurden im jüngsten der fünf Bundeswehrkrankenhäuser allein rund 27 Millionen Euro verbaut. „Aber dieser heutige Kick-Off ist ein guter Start in eine neue Zeit“, so Wienstruck. Wohlwissend der großen Herausforderungen, beim Um- und Ausbau der denkmalgeschützten Bausubstanz auf historischem Gelände.

An einem Krankenhaus wird massiv gebaut. Ein neues Vordach am Haupteingang entsteht.

„Ein Bundeswehrkrankenhaus wird niemals so richtig fertig“.

Bundeswehr/Thilo Pulpanek

Bundeswehr und Bauverwaltung an einem Tisch

„Und ja, auch Straßensperrungen und Umleitungen werden in den mehrjährigen Bauphasen unvermeidbar sein“, betonte Matthias Emler, zuständiger Referatsleiter im BBR Berlin. „Jedoch immer unter der Maßgabe, wie kommen wir gemeinsam am schnellsten ans Ziel, mit dem Blick auf die tägliche Nutzerzufriedenheit.“ Aus Sicht der Bundeswehr wäre beispielsweise ein schnell errichtetes Parkhaus eminent wichtig. Das neue BBR-Team, das nach und nach noch vervollständigt und aufgestockt wird, freut sich auf eine kooperative Zusammenarbeit mit der Bundeswehr. „Wir werden zudem die schon vorhandenen Infrastruktur-Konzepte, Erfahrungen und baufachlichen Unterlagen der anderen Bundeswehrkrankenhäuser in Koblenz und Hamburg effizient nutzen“, versprach Emler. „Und wenn es um die Sache geht, kommen wir auch gern zu offenen Gesprächen an den Tisch der Berliner Senatsverwaltung“, stellte Sauer zudem in Aussicht.

Drei Männer sind in einem Raum. Zwei sitzen an einem Tisch. Einer zeigt stehend auf eine Wandkarte und erklärt.

Matthias Emler vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung stellt die aktuellen Baupläne vor.

Bundeswehr/Laurin Elser

Klinik mit Tradition

Das Bundeswehrkrankenhaus Berlin ist fest in die stationäre und notfallmedizinische Versorgung der Bundeshauptstadt integriert. Es steht für alle Menschen offen und bietet mit seinen insgesamt 15 Fachabteilungen eine medizinische Versorgung auf höchstem Niveau. „Wir beatmen hier zurzeit aktuell die meisten Corona-Patienten der Bundeswehr“, informierte Generalarzt Dr. Becker. Die Klinik hat eine bewegte Vergangenheit, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. 1853 als Garnisons-Lazarett in der Kaiserzeit gegründet, überstand es zwei Weltkriege und war von 1960 bis 1990 das Krankenhaus der Volkspolizei der Deutschen Demokratischen Republik (DDRDeutsche Demokratische Republik). Nach der deutschen Wiedervereinigung übernahm die Bundeswehr die Klinik, die seit 1993 als Akademisches Lehrkrankenhaus zum Verbund der Berliner Charité, dem größten Universitäts-Krankenhaus Europas, gehört.

Vor dem Haupteingang eines modernen gläsernen Gebäudes. Auf einem Schild steht: Bundeswehrkrankenhaus Berlin.

Der Haupteingang des Bundeswehrkrankenhauses in Berlin-Mitte.

Bundeswehr/Thilo Pulpanek
von Jörg Jankowsky  E-Mail schreiben
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Aktuelles aus dem Organisationsbereich Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen (IUDInfrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen) der Bundeswehr.