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Luftwaffe
Check nach NATO-Kriterien

Ist die Luftwaffe einsatzbereit? Die FORCEVAL der NATO gibt Antworten

Landes- und Bündnisverteidigung

Drohnen über Flughäfen und Militäranlagen, Unbefugte dringen in den Sicherheitsbereich von Flughäfen ein, Löcher im Zaun von Kasernen: Die NATO prüft die Einsatzbereitschaft der Luftwaffe auch unter absichtlich erschwerten Bedingungen, um deren Fähigkeiten für die Landes- und Bündnisverteidigung zu testen.

Eine wehende Natoflagge ist zu sehen.

Die NATO hat Standards gesetzt, nach denen die Luftstreitkräfte der Mitgliedstaaten auf Einsatzbereitschaft überprüft werden

Bundeswehr

Die NATO hat standardisierte Vorschriften für die Überprüfung und Evaluation der Einsatzbereitschaft von Streitkräften. So soll sichergestellt werden, dass sich alle Streitkräfte der NATO-Mitgliedstaaten auf einem möglichst einheitlichen und hohen Leistungsniveau befinden. Zwar sind die Vorgaben für diese Übungsvorhaben von der NATO vorgegeben, aber evaluieren und bewerten können die jeweiligen nationalen Streitkräfte selbst. Die Truppen und militärischen Hauptquartiere sollen auf Herz und Nieren überprüft werden. Dabei werden bestehende Verfahren und Abläufe auf ihre Zweckmäßigkeit untersucht, also die vorhandenen Fähigkeiten und Prozeduren auf ihre Praxistauglichkeit getestet.

FORCEVAL – Einsatzbereitschaft auf dem Prüfstand

Die Force Evaluation (FORCEVAL) – übersetzt: die Bewertung von Kräften – überprüft die Verbände der Luftwaffe. Sie machen die Schlagkraft der Luftwaffe aus. Eine FORCEVAL soll die gesamte Einsatzbereitschaft von den Hauptquartieren am Boden bis zum fliegenden Personal in der Luft testen und auswerten.

Ziele der FORCEVAL sind also

Damit die Luftwaffe im Bedarfsfall Handlungssicherheit hat, um Deutschland und das Bündnisgebiet bestmöglich zu schützen, kann bei einer FORCEVAL auch die zivil-militärische Zusammenarbeit Teil einer Übung sein. Beispielsweise könnte die Luftwaffe im Verteidigungsfall wenn nötig zivile Flugplätze nutzen, um die Einsatzbereitschaft aufrechtzuerhalten. Solch eine Kooperation zwischen Militär und zivilen Bereichen erhöht die Verteidigungsbereitschaft Deutschlands und stärkt das Abschreckungspotenzial der NATO.

Der Verband kennt nur den Zeitpunkt

Das Besondere an einer FORCEVAL ist die möglichst realitätsnahe Darstellung der Landes- und Bündnisverteidigung. Konkret bedeutet dies, dass die sonst bei Übungsvorhaben aufgebaute „Übungskünstlichkeit“, also das Schaffen von Situationen, die nicht dem aktuellen militärischen Alltag entsprechen, wenn möglich vermieden wird. Beispielsweise wird kein zusätzliches Material herangeführt und es finden auch nicht wochenlange Vorbereitungen für im Voraus bekannte Übungsabläufe statt. Getestet wird also die Einsatzbereitschaft mit dem vorhandenen Material der Truppe. Das liefert auch Erkenntnisse über die KaltstartfähigkeitDer Begriff „Kaltstartfähigkeit“ bedeutet, dass Truppen sofort einsatzbereit sind und in Bedrohungslagen schnell reagieren können – ohne lange Vorlaufzeiten und umfangreiche Mobilmachung. Das betrifft Personal, Material, Logistik und Führungsstrukturen. der Luftwaffe. 

Weiter können bei diesen Übungen auch absichtliche Störungen des Flugbetriebs durch Eindringlinge oder Drohnen simuliert werden. Die Erkenntnisse aus solchen Evaluationen tragen auch zur Weiterentwicklung der Sicherheitskonzepte von Luftwaffenstandorten bei. Bekannt ist dem Verband vorab lediglich der Zeitraum, in dem die Überprüfung stattfindet. Was dabei tatsächlich simuliert wird und wann genau, erfährt der Verband nicht. Er muss sich situativ darauf einstellen.

Lerneffekte für die Zukunft

Letztendlich dient die FORCEVAL der Überprüfung und Zertifizierung von NATO-Luftstreitkräften für die Landes- und Bündnisverteidigung. Es werden die bestehenden Konzepte und Verfahren einem Realitätscheck unterworfen. Sollten sich Strukturen womöglich als praxisuntauglich erweisen, werden diese in der Folge angepasst. Dieser Lerneffekt schafft kostbare Vorteile, die im Ernstfall Leben retten können. Wer hier besteht und erfolgreich zertifiziert wird, hat die Tauglichkeit für reale militärische Operationen aus Sicht des NATO- Oberbefehlshabers, des SACEUR (Supreme Allied Commander Europe), unter Beweis gestellt.

von Luca Dabidian

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