Luftwaffe
Werkstoffe

Oberflächenschutz ist ihr „Baby“

Oberflächenschutz ist ihr „Baby“

  • Kakadu
  • Luftwaffe
Datum:
Ort:
Darwin
Lesedauer:
3 MIN

Seit über fünf Wochen befinden sich die Soldatinnen und Soldaten des Taktischen Luftwaffengeschwader 74 aus Neuburg an der Donau in Australien. Einer von ihnen ist Oberfeldwebel Sven L.. Seine Fachgruppe kümmert sich primär um den Aufgabenbereich Werkstoffe, deren Verbindungen Struktur- und der Oberflächenschutz am Eurofighter ist. Dazu gehören auch Störbehebungen. Der sonderfolierte Eurofighter „Air Ambassador“ erweitert den komplexen Aufgabenbereich der Fachgruppe Werkstoffe.

Oberfeldwebel Sven L. geht zusammen mit seinem Qualitätssicherungsmeister Hauptfeldwebel Ralf zu einer Reparatur

Im Team unterwegs: Oberfeldwebel Sven L. und sein Qualitätssicherungsmeister Hauptfeldwebel Ralf K. zusammen auf dem Weg zu einer Reparatur

Bundeswehr/Jane Schmidt

Bis ins kleinste Detail

Ob Kleben, Schrauben oder Öffnen – sie werden geholt, wenn planbare oder unplanbare Instandhaltungsmaßnahmen am Eurofighter durchgeführt werden müssen. Die Fachgruppe Werkstoffe kümmert sich insbesondere auch um den Oberflächenschutz am Eurofighter. „Meine Kameraden und ich kommen dann ins Spiel, wenn zum Beispiel das Wappen am Eurofighter aufgrund der Hitze und anderen Belastungen beschädigt ist.“

Ein defektes Wappen

Hitze, Staub und Geschwindigkeit setzten dem Verbandswappen zu und ein Teil hat sich gelöst

Bundeswehr/Jane Schmidt
Das beschädigte Wappen wurde entfernt und durch Oberfeldwebel Sven L. durch ein neues ersetzt

Nachdem das beschädigte Verbandswappen durch einen neuen Aufkleber ersetzt wurde, wird es noch einmal gereinigt

Bundeswehr/Jane Schmidt

Zudem unterstützen sie auch andere Fachgruppen. Die Bereiche arbeiten fachübergreifend zusammen. Jeder hilft wo er kann. Beim Tausch einer Schraube in der Abdeckung hält ein Kamerad aus der Fachgruppe Hochfrequenztechnik (HFT) die Abdeckung, damit Oberfeldwebel Sven L. konzentriert arbeiten kann. Mit einem speziellen “Grommet Installation Tool„ wird eine neue Schraube eingesetzt, um den hundertprozentigen Verschluss der Klappe zu gewährleisten.

Immer wenn möglich unterstützen sich die Fachgruppen bei ihren Arbeiten am Eurofighter

Zwischen den einzelnen Fachgruppen herrscht eine enge Zusammenarbeit, so dass jeder auch mal nach Möglichkeit spontan mit anpackt, um zu unterstützen

Bundeswehr/Jane Schmidt
Mit einem speziellen Werkzeug wird eine neue Schraub in die Abdeckung eingebaut

Mit einem Grommet Installation Tool wird eine neue Schraube in die Abdeckung eingesetzt und mit einem Drehmomentschlüssel festgezogen

Bundeswehr/Jane Schmidt

Die Bundeswehr war immer das Ziel

Im April 2014 kam der gelernte Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik zur Bundeswehr. Bereits während der Berufsausbildung stand für Oberfeldwebel Sven L. fest, dass er zur Bundeswehr gehen möchte. Knapp dreieinhalb Jahre befand sich Sven L. auf Lehrgängen. Seit Beginn seiner Verpflichtung ist er in Neuburg an der Donau im Taktischen Luftwaffengeschwader 74 stationiert. Für den gebürtigen Bayern ein Glücksgriff.

In Kaufbeuren beginnt die fachbezogene Ausbildungsreise aller Fluggerätemechaniker. Anschließend werden die Lehrgänge individuell für die geplante Tätigkeit absolviert. So nahm der Oberfeldwebel nach den Basislehrgängen an Metaller- und Faserverbundstoff-Lehrgängen teil, um in diesem Bereich speziell ausgebildet zu werden. Zwischen den Lehrgängen nahm ein Tutor Sven L. an die Hand und schulte ihn im Umgang mit dem Waffensystem Eurofighter. Im letzten Jahr erwarb er darüber hinaus seinen Industriemeister.

Oberfeldwebel Sven L. freut sich Teil des deutschen Kontingents und des Taktischen Luftwaffengeschwader 74 zu sein

Oberfeldwebel Sven L. ist als Angehöriger des deutschen Kontingents in Australien glücklich über seine Teilnahme an der Übung

Bundeswehr/Jane Schmidt

Für den ausgebildeten Fluggerätemechaniker ist Pitch Black 2022“ die dritte Übung. 2018 war er bereits für vier Wochen in Spanien bei beim „Tactical Leadership Programme (TLP)“. Kurz darauf folgten zwei weitere Wochen in Polen zum „Tiger Meet“. Im Anschluss an die Übungen ging Oberfeldwebel Sven L. in seinen ersten Einsatz. Im sogenannten „Weihnachtskommando“ war er im 3. Kontingent von 2018 auf 2019 für sechs Wochen in Estland.

Zwei Soldaten bei der Arbeit

Auch in Australien wird das Material ordentlich ausgegeben. Ein Kamerad notiert die Ausgabe und an welchem Eurofighter dies benötigt wird, um auch später die Arbeiten nachvollziehen zu können.

Bundeswehr/Jane Schmidt

Der erste Eindruck zählt

Euphorisch erzählt der Oberfeldwebel von seinen ersten Eindrücken. „Es ist alles anders. Der Linksverkehr und das Klima zum Beispiel.“ Besonders gefiel ihm der Austausch mit den anderen 17 Nationen, die an der Übung teilnahmen.

Auf Vermittlung der australischen Luftwaffe besuchte er zusammen mit weiteren Kameraden eine Grundschule in Darwin. Ihr Auftrag: Über die Übung und die Beteiligung der deutschen Luftwaffe zu erzählen. Die begeisterten Kinder stellten viele Fragen. Zusammen mit den britischen Kameraden empfand Sven L. den Besuch spannend und sehr lustig.

Interessierte Schüler einer australischen Grundschule können den Soldatinnen und Soldaten

Zusammen mit weiteren Soldaten der Übung Pitch Black 2022 besucht Oberfeldwebel Sven L. eine australische Grundschule, wo die Schüler den Soldatinnen und Soldaten viele Frage stellen

Bundeswehr/Christian Timmig

Fazit nach der langen Zeit

Seit Tag eins arbeiten die Fachgruppen als Team zusammen. Dennoch gleicht kein Tag dem anderen. Dass Flüge aufgrund von Waldbränden gecancelt werden, ist für das deutsche Kontingent neu. Buschbrände sind in Australien an der Tagesordnung und sorgen für große Rauchentwicklungen. Das kann dazu führen, dass aus Sicherheitsgründen Übungsflüge ausfallen müssen.
Dennoch beginnt in Australien jetzt die Wet-Season. Das merken auch die Soldaten in Darwin. An die Temperaturen von durchschnittlich 35 Grad Celsius haben sich die meisten immer noch nicht gewöhnt. „Auch wenn es ein absolutes Privileg ist, hier sein zu dürfen, freue ich mich auf das kältere Deutschland.“

Mit einem speziellen Kleber wird die Folie, nachdem sie geöffnet wurde, wieder festgeklebt

Nachdem eine Klappe am folierten „Air Ambassador“ geöffnet wurde, muss die Folie mit einem speziellen Kleber wieder angeklebt werden

Bundeswehr/Jane Schmidt
von Jane Schmidt

weitere Inhalte