Luftwaffe

Südkoreaner und Deutsche üben gemeinsam bei Toxic Trip 2021

Südkoreaner und Deutsche üben gemeinsam bei Toxic Trip 2021

Datum:
Ort:
Türkei
Lesedauer:
3 MIN

Bei manchen Mobilgeräten und Browsern funktioniert die Sprachausgabe nicht korrekt, sodass wir Ihnen diese Funktion leider nicht anbieten können.

Erstmals hat in diesem Jahr eine südkoreanische Delegation an Toxic Trip teilgenommen. Zwölf Soldaten und eine Soldatin vom Heer und von der Luftwaffe ihres Landes sind in die Türkei gekommen, um bei der multinationalen Übung ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr nach NATONorth Atlantic Treaty Organization-Standards zu trainieren. Dabei haben sie unter anderem zusammen mit deutschen Soldaten Piloten verschiedener Nationen ausgezogen und dekontaminiert.

Ein deutscher Soldat und eine südkoreanische Soldatin lächeln in die Kamera.

Deutsch-südkoreanische Kooperation: Roy Wennekes und Ah-reum Park haben mit vielen anderen gemeinsam ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr geübt

Bundeswehr/Christian Timmig

Ohne Toxic Trip hätten sie sich nie kennengelernt: Ah-reum Park ist Senior Master Sergeant der südkoreanischen Luftwaffe. Das entspricht dem Rang eines Stabsfeldwebels bei der Bundeswehr. Die 39-Jährige gehört zum 10. Fighter Wing in Suwon. Der 30-jährige Roy Wennekes ist Oberfeldwebel beim Objektschutzregiment „Friesland“ der Luftwaffe in Schortens. Gemeinsam haben die beiden mit weiteren deutschen und südkoreanischen Soldaten auf der türkischen Airforce Base in Antalya geübt. Sie haben belgische, USUnited States-amerikanische, französische und britische Piloten dekontaminiert.

„Jeder Pilotenanzug hat andere Verschlüsse, wird unterschiedlich an- und ausgezogen und auch die Helme sind verschieden“, erklärt Wennekes. „Deshalb üben wir genau das bei der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr, um im Ernstfall keine Zeit mit der Suche nach dem richtigen Reißverschluss zu verschwenden.“

„Wir lernen alle voneinander“

„Wir wissen es sehr zu schätzen, wie effektiv und positiv uns die deutsche Delegation bei Toxic Trip 2021 in ihr Team eingebunden und unterstützt hat“, sagt Ah-reum Park. „Es ist hilfreich für uns, die Abläufe in den einzelnen Dekontaminations-Abschnitten der deutschen ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr kennenzulernen. Wir lernen hier alle voneinander.“ Diese deutsch-südkoreanische Kooperation war eine Premiere. „Bis jetzt haben wir vor allem mit der U.S. Air Force zusammen geübt“, sagt Park.

Die Kommunikation funktioniert gut, auch wenn nicht jeder südkoreanische Soldat fließend Englisch spricht“, sagt Wennekes. „Alle sind unglaublich höflich, interessiert und wissbegierig und wollen etwas lernen. Mit Miss Park und den anderen südkoreanischen Teilnehmern haben wir jeden Schritt unserer Dekontaminationseinrichtung erst besprochen und dann während der Übungsszenarien gemeinsam durchgespielt.“ Das reichte von der sogenannten Administration, bei der die ankommenden Piloten nach ihren Personalien gefragt und dann als erstes die Stiefel dekontaminiert werden, bis zu der Station, an der die Piloten behutsam aus ihrem Anzug „geschält“ werden.

Ein Soldat in Schutzausrüstung bürstet den Stiefel eines Piloten ab.

Wie dekontaminiert wer? Bei Toxic Trip hatte die südkoreanische Delegation Gelegenheit, sich bei vielen Nationen über deren ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr zu informieren.

Bundeswehr/Christian Timmig
Ein Soldat in Schutzausrüstung hält ein Prüfgerät an den Anzug eines Piloten.

Multinationales Training: Ein südkoreanischer Soldat prüft an der deutschen Dekontaminationseinrichtung, ob der Pilot kontaminiert ist

Bundeswehr/Christian Timmig

Disziplin und Tempo

Oberleutnant Jonas Köhrich, der Zugführer des III. Zuges der 2. Staffel des Objektschutzregiments, ist von der Disziplin und dem Tempo der südkoreanischen Soldaten beeindruckt. „Sobald ein ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Alarm gemeldet wird, schaffen sie es, in weniger als einer halben Minute fertig angezogen in ihrer Schutzausrüstung mit Helm in einer Reihe anzutreten. Sie sind nicht nur sehr höflich, sondern auch zurückhaltend, akribisch und geduldig.“

Für ihn und seine Leute war Toxic Trip 2021 eine „runde Sache“, auch aufgrund der Kooperation mit den koreanischen Teilnehmern. „Die internationale Zusammenarbeit ist für viele Bereiche wichtig, auch in der Abwehr von atomaren und chemischen Bedrohungen, so wie wir sie hier üben“, sagt Köhrich.

Auf Wiedersehen bei Toxic Trip 2022

Oberfeldwebel Roy Wennekes, der selbst niederländisch-indonesische Wurzeln hat, ergänzt: „Wir werden versuchen, miteinander in Kontakt zu bleiben und uns über die Fortschritte in der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr auszutauschen. Ich würde mich freuen, wenn Südkorea auch 2022 an Toxic Trip in Belgien teilnehmen würde.“

Ein deutscher Soldat im Gespräch mit einer südkoreanischen Soldatin.

Die multinationale Übung Toxic Trip findet 2022 in Belgien statt. Vielleicht werden dann Deutsche und Südkoreaner wieder zusammenarbeiten.

Bundeswehr/Christian Timmig

Das wünscht sich auch Ah-reum Park, die bei Toxic Trip 2021 zum ersten Mal in der Türkei war und auch erstmals mit deutschen Soldatinnen und Soldaten zusammengearbeitet hat. „Das war sehr interessant für uns, denn es gibt viele gemeinsame Ideen und Werte.“

von Stefanie Pfingsten

Bei manchen Mobilgeräten und Browsern funktioniert die Sprachausgabe nicht korrekt, sodass wir Ihnen diese Funktion leider nicht anbieten können.