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Luftwaffe
Nato-Mission

Wachsames Auge im Baltikum

Unruhe im Gefechtsstand. Auf den Bildschirmen taucht ein unbekanntes Flugobjekt auf. Da es nicht die nötige Autorisierung besitzt, erhalten zwei Eurofighter der Alarmrotte den Befehl, es abzufangen und aufzuklären. Für alle Beteiligten ist dies der tägliche Auftrag. Ein schneller und reibungsloser Ablauf ist nun vonnöten.

Ein Soldat vor dem Monitor

Ein Operator beobachtet den Bildschirm und wertet alle Daten aus.

Bundeswehr / Stefano Guagliano

Pünktlich wie geplant meldet der verlegefähige Führungsgefechtsstand der Luftwaffe die volle Einsatzbereitschaft. „Nun sind wir ohne Einschränkungen arbeitsbereit, um die Überwachung des uns zugewiesenen Luftraum im Baltikum sicherzustellen“, erklärt Oberstleutnant Sebastian S., der Kontingentführer des deutschen Deployable Control and Reporting Centre (DCRC) im estländischen Ämari.

Teil eines Aufklärungsnetzwerkes

Als deutscher Anteil an der NATO-Mission und einsatzgleichen Verpflichtung „Verstärkung Air Policing Baltikum“ (VAPB) leistet dieses Jahr neben dem fliegenden Anteil, den Eurofightern des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74, auch der Einsatzführungsbereich 3 aus Schönewalde seinen Beitrag zu den Abschreckungs- und Rückversicherungsmaßnahmen der NATO im Baltikum, um damit die ständigen Verteidigungsplanungen der NATO zu unterstützen. Das DCRC hat sich hierzu in den baltischen Datenverbund und Luftraum integriert und ist Teilnehmer am NATO Integrated Air and Missile Defense System (NATINAMDS).  

Durch ein  Netz von stationären Großraumradargeräten werden alle Flugbewegungen im Verantwortungsbereich erfasst und identifiziert. Bei Bedarf werden Waffensysteme, wie zum Beispiel die Eurofighter aus Lielvarde in Lettland, taktisch und zielgerichtet im Einsatz geführt. 

Die Radarsysteme sehen alles

Die Vorbereitungen und Aufbaumaßnahmen sind abgeschlossen. In den letzten Tagen wurde die notwenige Technik eingerichtet, angeschlossen und integriert. Der Gefechtsstand mit dem Rufzeichen „Red Hawk“ kann nun seinen Auftrag für die NATO bis zum Sommer erfüllen. 

Von zivilem Luftverkehr, örtlichen Kleinflugzeugen bis hin zu einem unidentifizierten Luftfahrzeug im internationalen Luftraum über der Ostsee wird alles durch die Radarsysteme erfasst und auf den Bildschirmen wiedergegeben.

Im Zusammenspiel der Spezialisten im DCRC wird mit verschiedenen Techniken ein detailliertes Luftlagebild erstellt, identifiziert und ausgewertet. Ziel des Einsatzes ist die Luftraumüberwachung an der NATO-Ostflanke sowie die taktische Führung von Luftoperationen in der Mission VAPB.

Kabel sind an IT angeschlossen

Alle Kabel und Leitungen sind angeschlossen. Das System ist einsatzbereit.

Bundeswehr / Stefano Guagliano

Das DCRC sorgt nachhaltig für Sicherheit

Aufmerksam beobachtet der Operateur im Gefechtsstand alle Flugbewegungen in seinem Verantwortungsbereich. Dieser erstreckt sich über den „Red Hawk“ zugewiesenen Sektor des kompletten Baltikums. Um einen Überblick im Luftraum zu bekommen, werden die vielen Radarziele auf den Bildschirmen kategorisiert und bearbeitet. „Im Container sorgen die Soldatinnen und Soldaten dafür, dass die permanente Luftraumüberwachung sichergestellt wird. Bei Bedarf werden beispielsweise eigene Kampfjets über Estland, Lettland und Litauen auf ihren Missionen durch die Aircraft Controller zum Ziel geführt“, erläutert Hauptfeldwebel Marco B. aus dem DCRC.

Die sichere Durchführung von Luftoperationen ist von größter Bedeutung. Um das zu gewährleisten, bestehen enge Arbeitsbeziehungen zu den militärischen Luftverteidigungseinrichtungen der baltischen Alliierten sowie den zivilen Flugsicherungen im Baltikum. Das Einsatzpersonal des DCRC hat in den vergangenen Wochen eine örtliche Zulassung durchlaufen, die ein sicheres Arbeiten garantiert. Dabei sind bereits enge Kooperationsbeziehungen entstanden, die die tägliche Zusammenarbeit erleichtern.

In Ämari wird aber nicht nur Luftraumüberwachung durchgeführt. Auch Ausbildung und Übungen sind fester Bestandteil des Einsatzes. DCRC-intern aber auch mit Alliierten, unter anderem mit dem CRC in Estland, werden verschiedenen Szenarien simuliert geübt. Dazu gehört beispielsweise das Identifizieren oder Abfangen von unbekannter Luftfahrzeuge. 

Mit seinen Fähigkeiten in der Luftraumaufklärung und dem Zusammenwirken mit dem fliegenden Verband sorgt das DCRC auch im 20. Jahr des NATO Air Policing Baltikum für ständige Sicherheit und Stabilität bei den NATO-Bündnispartnern Litauen, Lettland und Estland.

von Stefano Guagliano  E-Mail schreiben

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