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Interview: „Die Erfolgsgeschichte Marine-UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon-Einsatz spricht für sich“

Interview: „Die Erfolgsgeschichte Marine-UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon-Einsatz spricht für sich“

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Datum:
Ort:
Schwielowsee
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3 MIN

Marineinspekteur Vizeadmiral Andreas Krause erklärt, wie sich die UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon-Mission bis heute für die Deutsche Marine entwickelt hat.

Mehrere Reporter interviewen einen Soldaten und einen Mann im Anzug.

Der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung und Flotillenadmiral Andreas Krause im Interview 2006

Bundeswehr

Im Herbst 2006 wurde UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon um Seestreitkräfte erweitert. Seither ist die Deutsche Marine an diesem Blauhelmeinsatz im Libanon und vor seiner Küste beteiligt. Der erste deutsche Kontingentführer der Maritime Task Force 448: Flottillenadmiral Andreas Krause. Der heutige Inspekteur der Marine zieht im Gespräch mit der Redaktion Einsatz ein Fazit bis heute.

Was war der Auftrag der MTFMaritime Task Force 448 zu Beginn des deutschen Engagements?

Das war und ist immer noch, die Marine des Libanons bei der Kontrolle und dem Schutz der eigenen Territorialgewässer und Küste zu unterstützen. Zusätzlich ist es das Ziel, die unerlaubte Waffeneinfuhr in das Land auf dem Seeweg zu verhindern. Damit sie mittel- und langfristig die Aufgaben der MTFMaritime Task Force allein wahrnehmen kann, ist seit Beginn des Einsatzes ein wesentlicher Aspekt, die Ausbildung der libanesischen Seestreitkräfte zu unterstützen und zu begleiten.

Welche Einheiten gehörten damals zur MTFMaritime Task Force 448 und mit wie vielen Soldaten haben Sie den Auftrag wahrgenommen?

Als Deutschland am 16. Oktober 2006 die Führung der MTFMaritime Task Force 448 übernahm, bildeten mit uns insgesamt sechs Nationen auf Grundlage der UNUnited Nations-Resolution 1701 erstmals eine „Naval Task Force“ einer UNUnited Nations-Friedensmission. Mit 15 Schiffen und Booten sowie 1.600 Marinesoldaten aus der Türkei, Schweden, Dänemark, Griechenland, Niederlande und Deutschland haben wir die Mission begonnen. Deutschland beteiligte sich dabei mit rund 800 Soldaten und sieben Marineschiffen und -booten.

Welche Besonderheiten mussten berücksichtigt werden?

Wie zu Beginn eines jeden Einsatzes, sei es zu Land oder zu See, musste man sich sehr mit der angespannten politischen Situation in der Region intensiv auseinandersetzen. Die Bildung des UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon-Marineverbands – auf Wunsch und Vorschlag der libanesischen Regierung – war eine Grundbedingung dafür, dass Israel nach dem Konflikt von Juni bis August 2006 die Seeblockade gegen den Libanon aufhebt.

Eine Vielzahl von verantwortlichen Marineoffizieren wie auch Besatzungen mussten mit dem neuen Auftrag vertraut gemacht werden, die Führung der MTFMaritime Task Force 448 musste den neuen Operationsplan und die sogenannten „Rules of Engagement“ laufend weiterentwickeln. Hinzu kam, dass ein eventuelles Einlaufen in Beirut besondere Sicherheitsmaßnahmen erforderte, um der angespannten Lage begegnen zu können.

„Auch Seestreitkräfte leisten einen nachhaltigen Beitrag für den Erhalt des Friedens“

Mit welchen Erwartungen haben Sie damals das Kommando angetreten?

Als ich die Führung der MTFMaritime Task Force 448 im Oktober 2006 übernahm, war ich mir sehr deutlich bewusst, dass damit das erste Mal in der Geschichte der Vereinten Nationen internationale Marineeinheiten für eine UNUnited Nations-Blauhelmmission eingesetzt werden. Das große Engagement aller beteiligten Nationen bestätigte meine Erwartung, dass auch Seestreitkräfte einen entscheidenden und nachhaltigen Beitrag für den Erhalt und die Sicherung des Friedens leisten können.

Sie sind nun seit fast fünf Jahren Inspekteur der Marine. Wie bewerten Sie den UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon-Einsatz heute?

Die erfolgreiche Geschichte des UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon-Einsatzes spricht für sich. Seit nahezu zwölf Jahren beweist die Deutsche Marine national als auch international vor der Küste des Libanon, welche wichtigen Leistungen sie für Stabilisierungsmissionen erbringt. Sie zeigt speziell in diesem Einsatz, dass sie nicht nur die militärischen Aufträge Küstensicherung und Seeraumüberwachung erfüllt, sondern daneben auch die Aufgabe stemmt, andere Seestreitkräfte bei ihrem Aufbau zu unterstützen und sie gezielt auszubilden.

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