Eindrücke: Wie es sich an Bord wirklich anfühlt
Die Frauen und Männer der Crew IX 2025 kamen mit und ohne Borderfahrung ins Praktikum. Sie gehen mit dem Gefühl: „besser als gedacht“.
Auch zehn Jahre nach Beginn der Migrationskrise ist die Begrenzung von Flüchtlingsströmen in der Ägäis eine große Herausforderung. Bei der aktuellen NATONorth Atlantic Treaty Organization-Mission zur Abwehr von Schleppern hat auf deutscher Seite zum ersten Mal ein Reservist das Kommando. Er ist nun der jüngste Kommandant im Unterstützungsgeschwader.
Auch nach der aktiven Laufbahn dem Auftrag und den Menschen in der Marine verpflichtet: Kapitänleutnant Hansen wird als erster Reservist und jüngster Kommandant die „Mosel“ während der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Unterstützungsmission gegen Schlepper in der Ägäis führen
Bundeswehr/Stefanie RosenplänterDie „Mosel“ verlässt unter dem Kommando von Kapitänleutnant Armin Hansen am 23. März 2026 ihren Heimathafen Kiel, um den Tender „Elbe“ abzulösen. Dieser ist seit November 2025 als Führungsschiff in der Ägäis im Einsatz. Als weiterer Versorger des Unterstützungsgeschwaders wird die „Mosel“ für die nächsten Monate den deutschen Beitrag im ständigen Marineverband 2 der NATONorth Atlantic Treaty Organization und zugleich der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Unterstützungsmission übernehmen.
Neben mandatierten Einsätzen ist die Marine laufend Teil multinationaler NATONorth Atlantic Treaty Organization-Flottenverbände wie der Standing NATONorth Atlantic Treaty Organization Maritime Group (SNMGStanding NATO Maritime Group ) 2. Dafür stellt sie permanent Schiffe und Boote ab.
Kommandant Hansen ist der erste Reservist in dieser Funktion. Er wird wegen des Einsatzes länger als üblich Reservistendienst leisten – durchgehend zwei Jahre statt maximal zehn Monate jährlich. Hansen ist der jüngste Tender-Kommandant im Unterstützungsgeschwader der Marine. Nach 13 Jahren Erfahrung als aktiver Soldat in den Seestreitkräften waren seine Vorgesetzten überzeugt, dass er der Richtige für die Aufgabe ist – und fragten an.
Angesprochen auf aktuelle Entwicklungen in der Region, auf die er mit seiner Crew Kurs nimmt, sagt er: „Die Lage erfordert rund um die Uhr volle Konzentration.“ Der Einsatz zeige, dass Deutschland zu seiner Verpflichtung stehe, seine Partner im Bündnis bei der Bewältigung der Situation zu unterstützen: „Wir, meine Besatzung und ich, sind gut ausgebildet und vorbereitet.“ Hansen wird als jüngster Kommandant nun die dienstälteste Kommandantin, Korvettenkapitän Michelle Niehage, bei der Mission ablösen. Die Kameradin auf der „Elbe“ und er kennen sich gut, denn der Wechsel bleibt in der „Familie“, nämlich im Kieler Unterstützungsgeschwader.
Der begeisterte Holstein-Kiel-Fan kennt die zweite Liga. Jetzt schickt er sich nach bestandener Kommandanten-Prüfung an, in die erste Liga der Bundeswehr-Verwendungen aufzusteigen. Sein Wunsch: „Den Einsatz gut machen und alle an Bord wohlbehalten nach Hause bringen.“
Der Tender „Mosel“ verlässt den Heimathafen Kiel in Richtung Ägäis. Der dortige Kampf gegen Schlepper und deren Netzwerke ist weiterhin eine wichtige Aufgabe.
Bundeswehr/Stefanie RosenplänterHansen ist der beste Beweis dafür, dass, wer sich anstrengt, bei der Marine Karriere machen und es sogar bis zum Kommandanten bringen kann. Das bedeutet gleichzeitig die Übernahme einer großen Verantwortung, die sich nicht von der aktiver Soldatinnen und Soldaten unterscheidet.
Die „Mosel“ wird einen Beitrag zum Lagebild für die griechische und türkische Küstenwache sowie die europäische Grenzagentur FRONTEX leisten. Ihr Auftrag geht zurück auf einen NATONorth Atlantic Treaty Organization-Beschluss von 2016 – ursprünglich auf Antrag Deutschlands, Griechenlands und der Türkei. Mittlerweile ist auch Albanien an dem Einsatz beteiligt, der Flüchtlingsströme durch die Ägäis eindämmen soll. Die Kräfte der Bündnispartner unterstützen die beteiligten Behörden durch Seeraumüberwachung und den Austausch von Lageinformationen.
Was sich Kommandant Hansen sonst noch wünscht? „Dass, auch wenn Marine nicht immer leicht ist und nicht immer Spaß macht, noch mehr junge Menschen sich dafür entscheiden, ihren Beitrag dazu zu leisten, dass wir in unserem Land in Freiheit und Frieden leben können.“
von Christina Moritz E-Mail schreiben