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Maritime Warfare Centre: Meilensteine festgelegt

Maritime Warfare Centre: Meilensteine festgelegt

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Datum:
Ort:
Rostock
Lesedauer:
3 MIN

Das Maritime Warfare Centre soll bis Herbst 2022 die Arbeit aufnehmen. Das hat der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Kay-Achim Schönbach, am 2. November entschieden.

Ein Kriegsschiff in See feuert bei Nacht Raketen ab.

Kämpfen können: Das Maritime Warfare Centre soll beitragen, die Fähigkeiten der Flotte zur modernen Seekriegsführung zu stärken.

Bundeswehr/Marcus Mohr

Zu den Aufgaben des Aufstellungsstabs des Maritime Warfare Centre (MWC) gehört jetzt, Grundlagendokumente zu erzeugen, die unter anderem den Auftrag und die Aufgaben genau definieren und sie anschließend in einer Dienstpostenstruktur abzubilden. Ziel ist, dass die neu zu schaffende Einrichtung bis zum Herbst 2022 ihre Initial Operational Capability, ihre Anfangsbefähigung erreicht – also das, was sie zunächst mindestens leisten muss. Damit wird das MWC auch offiziell seine Arbeit aufnehmen, der Aufstellungsstab sich auflösen. Seine Full Operational Capability soll das Centre 2023 erreichen.

„Ich bin sehr erfreut, dass der empfohlene Weg eines vollständigen Neuansatzes durch den Inspekteur gebilligt wurde“, sagt Kapitän zur See Andreas Seidl, der Leiter des Aufstellungsstabs des MWC. Er hatte Schönbach die Handlungsoptionen in einem Lagevortrag aufgezeigt.

Verschränkung von Doktrinen, Ausbildung und Übungen

Eingerichtet wird das MWC am Standort Bremerhaven, auf dem Gelände der Marineoperationsschule. Zu dieser gehört bislang auch das Taktikzentrum der Marine, die zentrale deutsche Ausbildungsstätte für Seekriegsführung. Der von Seidl betonte Neuansatz bedeutet, dass es im Maritime Warfare Centre aufgeht, welches dann quasi Forschung und Lehre miteinander verbindet. Hier werden dann die Operationsoffiziere der Flotte ihr Handwerk lernen: die unterschiedlichen Plattformen, Sensoren und Waffen der Marine für verschiedenste taktische Lagen bei militärischen Konflikten in See einzusetzen.

Grundsätzlich soll das MWC Taktik, Einsatzgrundsätze und -verfahren der Seekriegsführung weiterentwickeln. Die daraus folgenden Inhalte und Erkenntnisse soll es anschließend in der Taktikausbildung der Marine vermitteln. Besonderer Augenmerk des Zentrums wird auf der Landes- und Bündnisverteidigung liegen, einschließlich dem Blick auf zukünftige Bedrohungen. Aber auch Anforderungen des internationalen Krisenmanagements in der Domäne See sollen die Experten berücksichtigen.

„Mit der Verzahnung von Taktikentwicklung und -Ausbildung stellen wir sicher, dass der Vordenker auch der lehrende beziehungsweise wirkende Draht in die Truppe ist“, betont Seidl, „und damit zugleich die Antenne für Entwicklungen und Notwendigkeiten in der Flotte.“ Diese Herangehensweise erfordere allerdings auch Bereitschaft für Veränderungen, etwa in der Aufbauorganisation, in künftigen Abläufen oder auch im Selbstverständnis im Bezug auf individuelle Dienstposten.

Im Hintergrund: Der Vergleich mit den Partnern

Zwei Marineoffiziere in dunkelblauer Uniform

Kapitän zur See Andreas Seidl (links) und Marineinspekteur Vizeadmiral Kay-Achim Schönbach

Bundeswehr/Kristina Kolodin

Inspekteur Schönbach hatte schon in einem Tagesbefehl vom Mai dieses Jahres über die neu zuschaffende „Denkfabrik“ festgehalten: „Unsere Partnermarinen verfügen über diese Fähigkeiten und mein Fokus liegt, wie dort auch, auf der Verzahnung von Doktrin- und Taktikentwicklung, Übungsvorhaben, synthetischer Ausbildung und der Erprobung von Einsatzverfahren.“ Schönbach verspricht sich also ebenfalls, auf diese Weise auch Erfahrungen der Flotte direkt mit Weiterentwicklung und Ausbildung zu verbinden. Solche Expertise gewinnen die Schiffe und Boote der Marine nicht nur in ihren Einsätzen, sondern auch gezielt in Manövern wie zum Beispiel vergangenes Jahr bei der großen U-Boot-Abwehr-Übung Vision 2020.

Der Aufstellungsstab des MWC hatte im September dieses Jahres die Arbeit aufgenommen. Zu dieser Gruppe gehören Vertreter aus dem Marinekommando, den beiden Einsatzflottillen, dem Marinefliegerkommando und dem Taktikzentrum. Ihnen dankte Seidl für konstruktive Zusammenarbeit und Kreativität, ohne die die offizielle Entscheidung des Inspekteurs nicht möglich gewesen wäre.

Gemäß Aufstellungsstableiter käme es nun darauf an, zügig eine tragfähige Soll-Organisation, eine konzeptionelle Grundlage, Prozesse zur Taktikentwicklung sowie Schnittstellen zur Weiter- und Fähigkeitsentwicklung im Marinekommando zu schaffen. Seidl gibt sich optimistisch: „Angesichts der bisherigen gesunden Can-Do-Attitude im Stab bleibe ich zuversichtlich, dass in gut einem Jahr ein kraftvolles MWC aufgebaut ist.“

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