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Seeminen der Bundeswehr

Nahaufnahme von Seeminen, die an Bord eines Bootes liegen.

Bundeswehr/Torsten Kraatz

Seewege sperren

Seeminen im Bestand der Marine

Mit Ankertau- und Grundminen kann die Marine Seewege für den Gegner sperren und die eigene Küste absichern.

Seeminen sind eine effektive Waffe, dazu kostengünstig und einfach zu verlegen. Im Verteidigungsfall können sie die Schiffe und Boote des Gegners in ihrer Bewegungsfreiheit stark einschränken. Deshalb hat die Marine verschiedene Seeminen in ihrem Arsenal, um notfalls die deutschen Gewässer und die ihrer Verbündeten zu schützen. 

Die Marine hat in ihrem Arsenal Grundminen und Ankertauminen. Den dritten Seeminentyp, den es darüber hinaus gibt – mobile Minen – nutzt die Bundeswehr nicht. Unter diesen Typ fallen beispielsweise Treibminen, deren Einsatz eine unberechenbare Gefahr für den allgemeinen Seeverkehr darstellt und völkerrechtlich verboten ist.

Mit der Grundmine vom Typ DM 61 G2 und der Ankertaumine DM 11 kann die Marine Seewege für gegnerische Seestreitkräfte sperren und so ihre Bewegungsfreiheit einschränken. Zudem kann die eigene Küstenlinie mithilfe von Seeminen vor feindlichen Anlandungsversuchen abgesichert werden.  

Die Verlegung von Seeminen

Seeminen können nach verschiedenen Mustern verlegt werden. Im Militär spricht man hierbei vom Anlegen einer Sperre. Abhängig von den geografischen Verhältnissen und dem Ziel, das mit der Sperre erreicht werden soll, wird berechnet, wie viele Seeminen benötigt und in welcher Formation sie ausgebracht werden. Bei der Verlegung selbst spielt die Kartierung der angelegten Minenfelder eine wichtige Rolle. Die genaue Dokumentation ist notwendig, um eine Gefährdung für eigene Einheiten auszuschließen und eine spätere Räumung zu vereinfachen.

Verlegt werden Minen von Fahrzeugen, die ein Achterdeck oder ein Flugdeck haben – und das ist bei fast allen Marineschiffen der Fall. Dort können Minen in großer Anzahl abgestellt und über Minenschienen geworfen werden. Aber auch Wasserfahrzeuge, die auf den ersten Blick nicht geeignet erscheinen, können zum Beispiel mithilfe von Krananlagen Minen ins Wasser „setzen“. Im Grunde kann fast jedes Boot oder Schiff, ob militärisch oder zivil, zum Legen von Seeminen genutzt werden. Diese Flexibilität bei der Art der Auslegung ist ein weiterer Vorteil dieser Waffe – neben der dauerhaften Bedrohung, die eine Mine auslöst, und ihrer kostengünstigen Produktion.

Eine Ankertaumine mit der Aufschrift „592 kg“ wird ins Wasser gelassen.

Das Minengefäß der Ankertaumine DM 11 enthält den Sprengstoff. Berührt ein Wasserfahrzeug die Stoßhörner, zündet der Sprengsatz.

Bundeswehr/Torsten Kraatz
Eine Grundmine liegt verzurrt in einer Minenwurfanlage an Bord eines Minenjagdbootes auf hoher See.

Die Grundmine DM 61 G2 ist mit Sensoren ausgestattet. Über die Messung von Wasserdruck, Akustik und Änderungen des Erdmagnetfelds kann sie Signaturen von Wasserfahrzeugen messen und löst aus, wenn die Zündlogik der Mine auf „Ziel“ schaltet.

Bundeswehr/Jane Schmidt

Die Ankertaumine DM 11

Ob die Sprengladung einer Ankertaumine kurz unter der Wasseroberfläche schwebt oder tiefer ausgebracht wird, kann bei diesem Minentyp frei bestimmt werden. So kann man beispielsweise eine Seegebiet für Überwasserschiffe oder auch für U-Boote sperren. Berührt dann ein Schiff oder Boot die sogenannten Stoßhörner des Minengefäßes, wird die Zündung des Sprengstoffs ausgelöst. Durch die Explosion wird die Hülle des Wasserfahrzeugs beschädigt und der Wassereinbruch kann dann zur Versenkung führen.  

Die Ankertaumine besteht aus drei grundlegenden Bauteilen: dem Minenanker, dem Minengefäß und dem Ankertau. Außen am runden Minengefäß sind die Stoßhörner angebracht.

Eine Grafik zeigt in sechs Schritten wie eine Ankertaumine im Wasser verlegt wird.

Schematischer Ablauf der Verlegung einer Ankertaumine

Bundeswehr/C3

Beim Verlegen der Mine (1) schwimmen Minenanker und Minengefäß zunächst an der Wasseroberfläche (2). Vom Minenanker löst sich ein Voreilgewicht, dass an einer Leine absinkt (3). Ist das Voreilgewicht abgesunken, löst sich auch der Minenanker und wickelt dabei das Ankertau von der Trommel (4). Berührt das Voreilgewicht den Meeresboden, verriegelt die Ankertautrommel (5) und der Minenanker zieht das Minengefäß genau auf die Tiefe unter der Wasseroberfläche, die zu Beginn an der Leine des Voreilgewichts eingestellt wurde (6). Der Minenanker sorgt dann dafür, dass das Minengefäß seine Position im Wasser hält.

Grundmine DM 61 G2 

Wie der Name der Grundmine bereits verrät, sinkt sie nach ihrem Wurf ins Wasser auf den Grund des Meeresbodens. Um zu erkennen, ob sich ein Schiff in der Nähe befindet, nutzen Minen die eingebauten Sensoren. Diese können anhand von Wasserdruck, akustischen Profilen und Veränderungen im Magnetfeld die Signaturen von Schiffen erkennen. Diese wird dann mit den abgespeicherten Signaturen in der Grundmine abgeglichen, sodass die Mine anhand ihrer Vorgaben entweder detoniert oder das Schiff passieren lässt. 

Eine Grafik zeigt in drei Schritten wie eine Grundmine ein Schiff zerstört.

Schematischer Ablauf der Wirkung einer Grundmine auf ein Schiff

Bundeswehr/Astrid Höffling

Kommt es zur Explosion, wirkt die mehrere hundert Kilogramm schwere Sprengstoffmenge der Mine indirekt auf das Wasserfahrzeug: Binnen Millisekunden wird eine starke Schockwelle ausgesendet, die vom Wasser ans Schiff übertragen wird. Direkt danach bildet sich eine Gasblase, die zur Wasseroberfläche drängt. Sie destabilisiert den Rumpf des Schiffes, der Druck der Detonation hebt das Schiff an und es fällt zurück aufs Wasser. Ein solch katastrophaler Treffer kann zum Zerbrechen des Schiffes führen, also dem sofortigen Schiffsverlust. 

Sollte die Detonation das Schiff aufgrund der Entfernung oder der Winkellage in abgeschwächter Form erreichen, kann dies immer noch zu Ausfällen von technischen Geräten wie der Antriebsanlage oder dem Reißen einzelner Abteilungen an Bord führen. Dann schwimmt das getroffene Schiff zwar noch, ist aber nicht mehr einsatzbereit.

Seeminenkriegführung
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