Was ist gerechter Frieden?
Eine lebhafte Debatte zu Fragen des Friedens und der Sicherheit hat die Gesellschaft weit über ethische Fachzirkel hinaus erfasst.
Eine lebhafte Debatte zu Fragen des Friedens und der Sicherheit hat die Gesellschaft weit über ethische Fachzirkel hinaus erfasst.
Was sind die Voraussetzungen eines guten Lebens? Darf und kann Frieden mit der Androhung militärischer Gewalt gefördert werden? Wie positioniert sich die christliche Friedensethik heute? Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) formulierte 2025 eine evangelische Friedensethik, die auf die Kriege und Konflikte der Gegenwart reagiert. Sie betont darin das evangelische Friedensverständnis mit dem Leitbild des gerechten Friedens. Die EKD-Friedensdenkschrift „Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick – Evangelische Friedensethik angesichts neuer Herausforderungen“ beschreibt die vier Dimensionen des gerechten Friedens: Sicherheit, Freiheit, Gerechtigkeit und Vielfalt. Die Definition des gerechten Friedens besagt: Es ist nicht genug, dass die Waffen schweigen. Frieden kann erst wachsen, wenn Menschen frei und selbstbestimmt leben, wenn unfaire Ungleichheiten abgebaut werden und mit Pluralität friedensfördernd umgegangen wird. Als grundlegend für alle Aspekte des gerechten Friedens sieht die Friedensethik den Schutz vor Gewalt an.
Die Militärseelsorge und viele evangelische Soldatinnen und Soldaten beteiligen sich aktiv an der Debatte zur Friedensethik der evangelischen Kirche. Sie sind überzeugt, dass der Beitrag, den sie als Bundeswehrangehörige leisten, dem Frieden nicht entgegensteht, sondern dem Schutz vor Gewalt dient – und damit das Leitbild des gerechten Friedens unterstützt.