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Militärrabbinat

„Sich der Tyrannei zu unterwerfen, ist nie eine gute Idee“

Jüdische Militärseelsorge
Datum:
Ort:
Hamburg
Lesedauer:
2 MIN

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Wir schreiben das jüdische Jahr 5783. Der Winter hat Hamburg fest im Griff. Es graupelt vor dem Fenster des Militärrabbinats, als Rabbinatshelfer Alexander L. alle Gäste herzlich zum diesjährigen Purimfest an der Führungsakademie begrüßt.

Soldaten lesen gemeinsam etwas vor und halten Ratschen in den Händen

Teilnehmer des aktuellen LGANLehrgang für den Generalstabs-/Admiralstabsdienst National lassen beim Verlesen des Wortes „Haman“ eifrig die Ratschen klingen

Bundeswehr/Christian Gelhausen

Purim wird jedes Jahr am 14. Tag des jüdischen Monats Adar – der nach dem in Europa gebräuchlichen gregorianischen Kalender immer ein Tag im Februar oder auch im März ist – gefeiert und besinnt sich auf die Rettung der antiken Juden im Altperserreich.

Die mit Purim verbundenen Bräuche erinnern etwas an den deutschen Karneval: Kinder und Erwachsene verkleiden sich, kleine Geschenke werden an Familie und Freunde verteilt, man isst mit Mohn, Datteln, Nüssen oder Schokolade gefüllte Hamantaschen und trinkt koscheren Wein. Die Stimmung ist in der Regel sehr ausgelassen, was man auch am informellen Gottesdienst in der Synagoge merkt.

Das jüdische Fest zielt darauf ab, Kummer in Freude zu verwandeln und Trauer in Glück: „Das Besondere am Purim-Fest ist, dass Gott nicht ein einziges Mal in der Megillat Esther erwähnt wird. Purim zeigt uns vielmehr, dass er hinter den Kulissen trotzdem aktiv und präsent ist. Unsere Aufgabe ist es, Gottes Handwerk zu erkennen. Das ist der Grund dafür, dass man sich beim Purim-Fest verkleidet, quasi als Erinnerung, dass die Wunder in der Geschichte nicht unbedingt zu erkennen waren, sondern wie eine Reihe von Zufällen passieren. Die Wahrheit ist manchmal nicht sichtbar und man soll die Maske herunterziehen und die Wahrheit erkennen“, so der Militärrabbiner der Außenstelle Hamburg. 

Beim Wort „Haman“ wird geratscht

Dass Spaß bei der Bundeswehr nicht notwendigerweise befohlen werden muss, bewiesen die anwesenden LGANLehrgang für den Generalstabs-/Admiralstabsdienst National-Teilnehmer, die bei der rund 20-minütigen Lesung der Purim-Geschichte aus dem Buch Esther gespannt zuhörten. Immer wenn der Militärrabbiner den Namen „Haman“ verlas, machten die Stabsoffiziere mit ihren Ratschen so viel Lärm wie möglich.

Zu den Pflichten an Purim gehört es, dass man kein Wort aus der Geschichte verpassen darf. Deshalb muss der Vorlesende auch immer eine Pause einlegen, wenn das Getöse der Ratschen, Tröten oder Rasseln plötzlich aufbraust. Nach dem Buch Esther versuchte der persische Minister Haman unter König Xerxes I. die gesamten Juden im damaligen Persischen Weltreich an einem Tag zu ermorden. Seine Amtszeit war geprägt durch Selbstsucht, Tyrannei und Hass.

Rabbinatshelfer Alexander L. erklärte hierzu: „Haman gilt im Judentum heute noch als Symbol des Antisemitismus. Seine Praktiken erinnern daran, welche Mittel und Wege der Gewaltherrschaft den Weg ebnen. Mit dem Purim-Fest machen wir uns auch bewusst, dass sich der Tyrannei zu unterwerfen nie eine gute Idee ist.“

Zwei Soldaten und ein Mann mit Kippa stehen an einem Stehtisch und unterhalten sich

Rabbinatshelfer Alexander L., erklärt den Soldaten die Traditionen von Purim

Bundeswehr/Christian Gelhausen
von Christian Müller

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