Corona-Krise: Bundeswehr nimmt Assessments für Bewerber wieder auf

Corona-Krise: Bundeswehr nimmt Assessments für Bewerber wieder auf

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Datum:
Ort:
Köln
Lesedauer:
3 MIN

Die Telefone der Karriereberaterinnen und Karriereberater stehen auch in Zeiten von Corona nicht still und die telefonische Beratung hat sich bewährt. Die Zahlen der Interessierten und von Bewerbungen steigen weiter an. Doch wie geht es nach der Beratung mit den Bewerberinnen und Bewerbern weiter?

Die Corona-Pandemie veranlasste auch die Bundeswehr die Türen der Karrierecenter und Beratungsbüros vorübergehend zu schließen. „Zu hoch war die Ansteckungsgefahr. Wir mussten die Bewerberinnen und Bewerber, aber auch unser eigenes Personal schützen und durften nicht zur Corona-Drehscheibe werden“, erklärt der Recruiting-Chef der Bundeswehr, Brigadegeneral Frank Reiland.

Eine große Scheibe aus Schutzglas auf zwei Holzfüßen steht auf einem Tisch, dahinter sitzend ein Soldat

Hinter Schutzglas: so können die Prüfungsgespräche auch weiterhin face-to-face stattfinden

Bundeswehr

In den letzten Wochen erfolgte die Karriereberatung daher ausschließlich telefonisch. Nun hat die Bundeswehr ihre Verfahren angepasst und öffnet unter Einhaltung von hohen Schutzstandards die Assessmentcenter wieder, um Bewerberinnen und Bewerber zu testen.

Großes Interesse am Arbeitgeber Bundeswehr

Auch in Zeiten der Corona-Pandemie ist die Bundeswehr als Arbeitgeber sehr gefragt. „Wir haben täglich Interessierte am Telefon, die genau wie vor der Corona-Krise an Ausbildung, Studium und den verschiedenen Laufbahnen interessiert sind“, berichtet der Karriereberater Hauptmann Danny Köppen aus dem Homeoffice.

Ein Mann mit Telefon am Ohr, an einem Tisch sitzend.

Beraten geht auch am Telefon ganz gut

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Der 30-Jährige ist einmal pro Woche im Karriereberatungsbüro vor Ort, um die eingehenden Bewerbungsunterlagen zu bearbeiten. Die geprüften Dokumente übergibt der junge Offizier dann an das Personal des Karrierecenters in Mainz. Wenn alles passt, lädt das Karrierecenter die Bewerberinnen und Bewerber zum Assessment ein.

Schutz vor Ansteckung

Nach langer Ruhe ist nun Bewegung auf den Assessment-Fluren. Schon im Eingangsbereich des Karrierecenters in Mainz erkennt man Pfeile und Markierungen auf dem Boden. Das Personal, das sonst die Bewerberinnen und Bewerber prüft, testet in diesen Tagen die veränderte Prüfstrecke. „Nur, wenn dieser Parcours von uns selbst durchlaufen wird, erkennen wir noch eventuell bestehende Schwachstellen, die es zu optimieren gilt“, erklärt Oberstleutnant Zinsmeister. Der stellvertretende Leiter des Karrierecenters in Mainz läuft vor der Öffnung alle Wege und Stationen mehrfach ab, um sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen.

„Gerade herrscht hier gefühlt noch gespenstische Leere, weil wir sonst immer ein volles Haus mit Bewerberinnen und Bewerbern haben. Jetzt stehen hier viele Plexiglaswände“, führt der erfahrene Stabsoffizier fort. Desinfektionsmittel, die persönliche Schutzausstattung, gestraffte Verfahrensabläufe – damit wird derzeit das Personal in den Karrierecentern versorgt und vertraut gemacht.

Das Karrierecenter Mainz sowie weitere Dienststellen der Personalgewinnungsorganisation in ganz Deutschland werden die Wiederaufnahme der Assessments unter strengen Arbeitsschutzstandards durchführen. Die Präsidentin des Bundesamtes für das Personalmanagement der Bundeswehr, Sabine Grohmann, hat die Einhaltung dieser zur Auflage gemacht, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Bewerberinnen und Bewerber bestmöglich zu schützen. Erst wenn diese erfüllt sind, erhalten die Karrierecenter und das Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr grünes Licht und starten mit den angepassten Assessments.

Assessments laufen wieder an

Ab Ende Mai öffnen die ersten Karrierecenter der Bundeswehr für die geladenen Bewerberinnen und Bewerber wieder ihre Türen. „Wir fahren den Betrieb zunächst mit angezogener Handbremse“, berichtet Reiland. Der klare Fokus liegt dabei immer auf dem gesundheitlichen Schutz aller Beteiligten. Zu Beginn liegt der Schwerpunkt der Assessments auf Freiwillig Wehrdienstleistenden und auf Eignungsfeststellungsverfahren für ausgewähltes ziviles und militärisches Fachpersonal. „In diesen Bereichen ist der Bedarf gerade am höchsten“, fügt der Abteilungsleiter hinzu.

Mehrere Personen mit Community-Masken sitzen im Mindestabstand vor Computerbildschirmen

Auch beim Computertest wird der Mindestabstand gewährleistet

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Für die Testung und Eignungsfeststellung unter Corona-Bedingungen gibt es Anpassungen. Zum Assessmentverfahren werden pro Tag daher deutlich weniger Prüflinge eingeladen als im Normalbetrieb. Das Testverfahren kann so auf einen Tag verkürzt werden. Die Kandidatinnen und Kandidaten können alle Prüfbausteine schneller abarbeiten und eine Ansteckungsgefahr wird minimiert.

Qualitätsstandards des Assessments bleiben hoch

Direkt bei Ankunft werden die Prüflinge mit Schutzmasken und Desinfektionsmittel ausgestattet. Nach der prophylaktischen Fiebermessung erfolgt die ärztliche Untersuchung, die eine Grundlage für den weiteren Assessmentparcours darstellt. Reiland: „Uns ist wichtig, dass wir hohen Schutz gewährleisten und weiterhin qualitative Auswahlgrundlagen schaffen.“ Daher bleiben auch mit den Schutzmaßnahmen die Qualität der Prüfungen und die Anforderungen an die Bewerberinnen und Bewerber gleichbleibend hoch. „Natürlich spielt auch zu Coronazeiten bei einer Einstellung in die Bundeswehr die Extremismusabwehr eine große Rolle“, erklärt Reiland. Bereits bei der Auswahl solle so dafür gesorgt werden, dass alle Soldatinnen und Soldaten fest auf dem Boden des Grundgesetzes stehen.

Eine Ärztin mit Schutzausstattung untersucht eine Frau

Mit FFPfiltering face piece-2-Schutzmaske, Handschuhen und Kittel sind die Ärztinnen und Ärzte bei den medizinischen Untersuchungen ausgestattet

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Mit den wiederaufgenommenen Assessments baut die Personalgewinnung auf vor Corona bereits erzielten Erfolge auf. Die Gewinnung von neuem Personal leistet einen wichtigen Beitrag zur personellen Einsatzbereitschaft der Bundeswehr.

von Jana Ludwig  E-Mail schreiben

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