Für den Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung wurden im Rahmen der Automatischen Identifikationstechnik (AIT) der eindimensionale GS1-128-Strichcode sowie der zweidimensionale GS1 DataMatrix als verbindliche Standards festgelegt. Diese Codes ermöglichen es, die geforderten Daten maschinenlesbar und weltweit einheitlich zu codieren.
GS1 ist dabei mehr als nur ein Barcode-System: Es handelt sich um einen umfassenden, internationalen Standard, der Identifikationsstandards, Datenerfassungsstandards und Informationsaustauschstandards beinhaltet und kontinuierlich weiterentwickelt. Über diese drei Säulen definiert GS1, wie Produkte, Logistikeinheiten und Prozessschritte weltweit eindeutig bezeichnet, wie die Daten technisch erfasst und wie sie zwischen Partnern in der Lieferkette elektronisch ausgetauscht werden.
Ziel ist es, insbesondere in den Kernbereichen der Logistik – Materialbewirtschaftung, Instandhaltung, Fertigung sowie Transport und Verkehr – durchgängig eindeutige Identifikation, automatische Datenerfassung und standardisierten Informationsaustausch zu er-möglichen. Auf dieser Basis lassen sich Bestände, Bewegungen und Zustände von Material über den gesamten Lebenszyklus hinweg transparent, nachvollziehbar und effizient steuern.
Im Kern stehen dabei:
Diese Daten werden mit dem GS1-Datenbezeichnerkonzept (Applica-tion Identifier, AI) in GS1-128 (für Etiketten und Kartons) und GS1 Da-taMatrix (für kleine Bauteile und hohe Datendichte) codiert. Das Da-tenmodell ist dabei identisch – nur der Datenträger unterscheidet sich.
NATO-Standardisierung: Die Nutzung des SSCC deckt sich mit den NATO-Standardisierungsübereinkommen für die Kennzeichnung von Sendungen und die Verfolgung von Warenströmen im militärischen Nachschubwesen (u. a. STANAG 2494, STANAG 2495). Ergänzend wird die NSN (NATO Stock Number) als zentrale materialseitige Iden-tifikationsnummer im NATO-Logistiksystem über den GS1-Application Identifier AI 7001 abgebildet. Damit verknüpft GS1 die prozessorien-tierte Logistik (GTIN, SSCC) mit der materialorientierten Katalogisie-rung (NSN) und ist sowohl national als auch im Bündnisfall und in mul-tinationalen Einsätzen anschlussfähig.
Was in der Bundeswehr als militärischer Logistikstandard erscheint, ist in Wahrheit derselbe GS1-Rahmen, den auch zivile Lieferketten, Großhandel, Industrie und E-Commerce nutzen. Wer seine Prozesse an den GS1-Anforderungen der Bundeswehr ausrichtet, ist damit au-tomatisch kompatibel mit internationalen Supply Chains – von der Wa-renannahme über das Lager bis zum Endkunden. Der Bereich Stan-dards im Datenmanagement Logistik sorgt dafür, dass diese Brücke zwischen militärischer und ziviler Logistik technisch und organisato-risch funktioniert.